Grüne Europagruppe Grüne EFA

Zur morgigen Veröffentlichung des Kommissionsvorschlages zur Gentechnik:
Freie Fahrt für Gentechnik? Konzerne machen Kasse, Verbraucher und Landwirte haben das Nachsehen

Für den 5. Juli ist ein Gesetzesvorschlag der EU-Kommission angekündigt, der die Deregulierung gentechnischer Verfahren im Pflanzenbau zum Inhalt hat. Noch ist unklar, wie der finale Gesetzesvorschlag aussehen wird. Die vorab geleakten Dokumente gaben den Arbeitsstand vor der Interservice Konsultation der EU-Kommission wieder und verheißen nichts Gutes für die gentechnikfreie Landwirtschaft. In einer heute veröffentlichten Studie der Universität Sussex, die die Grünen/EFA in Auftrag gegeben haben, werden die erwarteten Auswirkungen einer Deregulierung gentechnisch veränderter Organismen auf die Landwirtschaft in der EU dargestellt. Aus Anlass dieser Studienvorstellung kommentiert Martin Häusling, agrarpolitischer Sprecher der Grünen im Europäischen Parlament und Mitglied des Umwelt- und Gesundheitsausschusses:

„Sollte der Vorschlag der Kommission morgen so aussehen wie der Leak, ist das eine Absage an das europäische Vorsorgeprinzip und ein Schlag ins Gesicht für Verbraucher und Biolandwirte! Denn sie erfahren nicht, ob sie gentechnisch veränderte Lebensmittel auf dem Acker oder Teller haben. Das ist Verbrauchertäuschung. Völlig unwissenschaftlich und willkürlich werden hier gentechnisch veränderte Organismen natürlichen oder konventionell gezüchteten gleichgesetzt. Eine Risikoüberprüfung erfolgt nicht, Nachverfolgbarkeit wird unmöglich!
Züchter, Landwirte und Lebensmittelhersteller können eine Kontamination mit gentechnisch veränderten Stoffen nicht mehr vermeiden, da die Entwickler der gentechnischen Veränderungen ihre Nachweismethoden für sich behalten dürfen. Profitieren werden die großen multinationalen Unternehmen, denn sie können die nicht gekennzeichneten - aber patentierten - Produkte verwenden und damit ihre Kontrolle über unsere Lebensmittelproduktion weiter ausbauen.
Unsere neue Studie zeigt eindeutig, dass durch die Einführung der Gentechnik mehr Pestizide ausgebracht werden, insbesondere Herbizide. Unter anderem, weil sich nachweislich resistente Beikräuter (super weeds) und resistente Insekten entwickelt haben, gegen die dann noch mehr Pestizide zum Einsatz kommen. Von den trocken- und dürretoleranten Sorten, die seit 20 Jahren versprochen werden, ist weit und breit keine Spur. Konventionell wurden dagegen in den letzten Jahren einige solcher Sorten erfolgreich gezüchtet oder wieder entdeckt.
Wenn diese naturwissenschaftlich nicht haltbare, völlig willkürliche und konzernfreundliche Regelung EU-Recht wird, wird sowohl die Basis der Wissenschaftlichkeit als auch das Vorsorgeprinzip, die Wahlfreiheit und den Verbraucherschutz über Bord geworfen.“

Weitere Informationen:

Studie „The possible deregulation of certain GMOS in the EU: what would the implications be? A pathways analysis”

Link zu Martin Häuslings Kommentierung des Leaks

 

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