Grüne Europagruppe Grüne EFA

Frankreich wird nun doch auf Druck der Zuckerrübenindustrie für die nächste Zuckerrübenernte Neonikotinoide zum Einsatz freigeben, die seit 2018 im Freiland verboten sind. Um das Verbot zu umgehen, greift Frankreich dabei auf eine sogenannte Notfallgenehmigung zurück. Martin Häusling, agrarpolitischer Sprecher der Grünen im Europäischen Parlament und Mitglied im Umweltausschuss, kommentiert:

„ ‚Die reden nur, die tun nichts‘, kommt einem angesichts der frappierend-gelassenen Haltung der Europäischen Kommission in den Sinn. Es kann doch nicht sein, dass die Europäische Kommission ungerührt zuschaut, wie ihre eigenen Vorschriften nicht umgesetzt werden. Damit macht sie sich völlig unglaubwürdig, auch in Bezug auf ihre Farm to Fork Strategie. Wie soll es denn mit der Reduzierung des Pestizideinsatzes um die Hälfte klappen, wenn sie es geschehen lässt, dass selbst die gefährlichsten Insektizide, die aus gutem Grund verboten sind, eingesetzt werden?
12 EU-Länder haben seit dem Verbot der Neonikotinoide diese trotzdem im Zuckerrübenanbau eingesetzt, einige von ihnen wiederholt. Es reicht nicht, wenn die Kommission sagt, dass sie in Zukunft verstärkt auf die Begründungen der Mitgliedsstaaten für den Neonikotinoid-Einsatz achten will. Ein Verbot muss tatsächlich ein Verbot sein. Statt den einfachen, aber naturschädigenden Weg des Insektizid-Einsatzes zu gehen, müssen die Mitgliedsländer Ressourcen in die Anwendung alternativer, neonikotiniod-freier, Anbaumethoden investieren. Das lohnt sich, für die Artenvielfalt, für Boden und Wasser und für die Bauern am Ende auch.“

English version

Mehr Informationen:
PM von Martin Häusling zum Neonikotinoid-Einsatz in Frankreich

Brief von Martin Häusling an die Europäische Kommission vom 18.8.2020

Antwortbrief der Europäischen Kommission vom 18.9.2020 (Englisch)
(Deutsche Übersetzung von Büro Häusling)

 

 

 

 

 

Use of banned neonicotinoids in France
The exception must not become the rule!

Under pressure from the sugar beet industry, France will now release neonicotinoids for the next sugar beet harvest, which have been banned outdoors since 2018. To circumvent the ban, it uses what is known as an emergency authorisation. Martin Häusling, agricultural spokesperson for the Greens in the European Parliament and member of the Environment Committee, comments:

'They only talk, they do nothing', comes to mind in view of the strikingly relaxed attitude of the European Commission. It may not be that the European Commission simply looks on as its own rules are not implemented. This makes it completely non-credible, also with regard to its farm to fork strategy. How is it going to cut pesticide use by half if it allows even the most dangerous insecticides, which are banned for good reason, to be used?

Since the ban on neonicotinoids, 12 EU countries have nevertheless used them in sugar beet cultivation, some of them repeatedly. It is not enough for the Commission to say that in future it will pay more attention to the reasons given by the member states for the use of neonicotinoids. A ban must actually be a ban. Instead of going the simple but nature-damaging way of using insecticides, the member states must invest resources in the application of alternative, neonicotiniod-free, cultivation methods. It's worth it, for the biodiversity, for the soil and water and, in the end, for the farmers too. ‘

 

More informationen:
Press release of Martin Häusling on the use of neonicotinoids in France: https://martin-haeusling.eu/presse-medien/pressemitteilungen/2572-bienen-killer-neonikotinoide-frankreich-darf-nicht-durchkommen-mit-geplanter-ausnahme.html
Letter by Martin Häusling to the European Commission from 18.8.2020: https://martin-haeusling.eu/images/200818_Letter_to_Kyriakides_Sinkevicius_Timmermans_Neonics_in_France_f.pdf
Reply by the European Commission from 18.9.2020:

 

 

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Pressemitteilungen