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Das Europäische Parlament hat heute seine Position zur Verwendung von Cannabis in der Medizin abgestimmt. Martin Häusling, agrarpolitischer Sprecher der Grünen und Mitglied des Umwelt- und Gesundheitsausschusses des Europäischen Parlaments, hat für die europäischen Grünen den entsprechenden Antrag mitgestaltet. Er kommentiert:

„Medizinisches Cannabis wird in Europa bislang stiefmütterlich behandelt. Leidtragende sind die Patienten, deren Beschwerden mit dieser Arznei gelindert werden könnten. Patienten verdienen die bestmögliche Behandlung. Medizinisches Cannabis kann helfen, wo andere Medikationen an ihre Grenzen kommen. Zudem gilt es als frei von schädlichen Nebenwirkungen.
Das Europäische Parlament hat deutlich gemacht, dass Cannabis auf den Radar von Ärzten, Forschern, Politikern und der breiten Öffentlichkeit gehört. Wir wollen, dass Cannabis-Produkte zur medizinischen Verwendung nicht länger gegenüber anderen Arzneimitteln benachteiligt werden. Auch die Verschreibung und die Kostenübernahme durch die Krankenkassen müssen barrierefreier ablaufen.
Ganz wichtig ist uns Grünen, dass die verschiedenen Anwendungsformen von medizinischen Hanfprodukten nicht gegeneinander ausgespielt werden: Fertigarzneimittel auf Cannabisbasis dürfen nicht gegenüber Cannabisblüten, beispielsweise zur Inhalation, benachteiligt werden. Ein Großteil der Abgeordneten des Europäischen Parlaments hat das heute anders gesehen - sie wollen nur medizinisches Cannabis fördern, das das Prozedere klinischer Prüfungen durchlaufen hat. Damit verschließen sie sich der Tatsache, dass Patienten Linderung durch Cannabisblüten erfahren, auch wenn dies bislang nur durch andere Verfahren belegt wurde. Wir Grüne haben den Antrag aus diesem Grund nicht unterstützt.
Die Europäische Kommission und die Mitgliedsländer sind nun aufgerufen, die Erforschung und Verfügbarkeit von medizinischem Cannabis zu intensivieren. Ich werde mich weiterhin dafür einsetzen, dass die medizinische Verwendung von Cannabis in Blütenform gleichberechtigt zu anderen Formen des medizinischen Cannabis gefördert wird.“

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