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GewitterDie Nässe im Frühjahr 2017 und die Trockenheit im Sommer 2018 haben es nur allzu deutlich gezeigt: Landwirte sind im Zuge des Klimawandels zunehmend Risiken aufgrund extremer Wetterereignisse ausgesetzt. Diese ziehen häufig auch noch massive Pflanzengesundheitskrisen nach sich.

Die aktuelle Antwort der Politik im Sommer 2018: Entschädigungszahlungen in Millionenhöhe. Die Antwort der neuen GAP-Vorschläge darauf: sogenannte Risiko-Management-Systeme. Der Schwerpunkt liegt dabei allerdings auf der finanziellen Absicherung über Versicherungsmechanismen, statt auf der Förderung der Anpassung landwirtschaftlicher Systeme über agrarökologische Maßnahmen, die die Risiken minimieren könnten.

Die einseitige Konzentration auf Versicherungssysteme und Hilfsfonds negiert dabei, dass die bestehenden Agrarsysteme selbst über ihre Klimawirkung und Beeinträchtigung von Bodenfunktionen zu einem großen Anteil das Ausmaß der widrigen Umstände verstärkt haben, weil sie zur Anfälligkeit des Systems beitragen. Diese Faktoren müssten doch wohl zuerst behoben werden, um mehr Sicherheit zu schaffen.

Statt der Versicherungsbranche Geld hinterher zu werfen, brauchen wir ein eigenes EU-Programm „Risikominimierung und Anpassung an den Klimawandel“ mit eigenem Budget, bestehend aus Training und Fortbildung zu bekannten ackerbaulichen Klimaanpassungsmaßnahmen. Auch in der ökonomischen Studie „Agrarpolitische Optionen zur Reduzierung von Preis- und Ertragsrisiken“, plädieren die Autoren für produktionstechnische „Ex-ante Präventionsmaßnahmen“, die zur Minderung der Risiken beitragen sowie den Wissensaustausch darüber zu fördern.

Ein Hintergrundpapier zu den unterschiedlichen EU-Instrumenten und Möglichkeiten der Risikoabsicherung ist in meinem Team in Arbeit.

Weitere Informationen:
• Studie „Agrarpolitische Optionen zur Reduzierung von Preis- und Ertragsrisiken“, ab S. 43.

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