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Frankfurter Rundschau - In der EU kaufen und pachten ausländische Investoren immer mehr Agrarland, insbesondere in östlichen Staaten. Das zeigt eine Studie, die das EU-Parlament am Mittwoch vorstellte. Demnach kontrollieren etwa ausländische Investoren in Rumänien derzeit zwischen 30 und 40 Prozent aller Agrarflächen. In Ungarn liegt die Quote bei geschätzten 15 Prozent. Auch Polen weise eine bedenkliche Bilanz auf, schreiben die Autoren, die vom globalisierungskritischen "Transnational Institute" in Amsterdam stammen.

Unter den Investoren seien neben Agrarkonzernen auch Banken, Pensions- und Versicherungsfonds, die vor dem Hintergrund der Finanzkrise nach neuen Anlagemöglichkeiten suchten. Die Geldgeber stammen aus Westeuropa, aber auch aus China, Kuwait, Katar und weiteren Staaten.

Deutschland gehört einerseits zu den Investorenländern - etwa über den Allianz-Konzern, der etwa in Bulgarien aktiv ist - andererseits sind ausländische Geldgeber auch hierzulande engagiert. Doch gibt es in Deutschland vergleichsweise starke Gesetze, um einer Landnutzung zu Spekulationszwecken entgegenzutreten.

"Die Studie zeigt, dass das Landgrabbing nicht nur ein Problem Afrikas ist", sagte der EU-Parlamentarier Martin Häusling (Grüne). Er verlangte, dass das EU-Prinzip des freien Kapitalverkehrs zugunsten einer nachhaltigen Landwirtschaft beschränkt werden solle. Das Vorkaufsrecht örtlicher Landwirte müsse gestärkt werden. epd

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