Grüne Europagruppe Grüne EFA

Zur ersten Studie zur Pestizidabdrift in der Luft in Deutschland erklärt Martin Häusling, Mitglied im Agrar- und Umweltausschuss und agrarpolitischer Sprecher der Grünen/EFA im Europäischen Parlament:

 

„Auch da, wo Pestizide nicht ausgebracht werden, muss mit einem umfassenden Cocktail von Wirkstoffen gerechnet werden. Nicht nur die Anzahl und Konzentration der Wirkstoffe ist erschreckend. Es wird auch deutlich, dass wir uns auch abseits landwirtschaftlich geprägter Regionen nicht mehr wirklich frei von gesundheitsbelastenden Stoffen fühlen können. Und das alles nur, um Höchsterträge zu erzielen.

Besonders empört mich, dass Ökolandbau auf diese Weise kaum noch mit angemessenem Aufwand möglich ist. Diejenigen, die zeigen, dass man Umwelt und Verbraucher*innen nicht mit Pestiziden belasten muss und dabei noch Boden, Wasser und Artenvielfalt schützen, zahlen drauf. Die Analytik und Vorsorge für im Freiland angebautes Bio-Gemüse und Bio-Kräuter verschlingt aktuell schon Millionen. Die Kosten zahlen ausschließlich die Bioproduzenten. Das widerspricht dem Verursacherprinzip und stellt einen entschiedenen Wettbewerbsnachteil für die Bioerzeugung dar. Denn sie muss die Produkte frei von Pestiziden halten, wird dann aber in Testberichten besonders dafür abgestraft, wenn sie es nicht sind.

Wir brauchen dringend eine Agrarwende, die konsequent nachhaltige landwirtschaftliche Methoden unterstützt und nicht diejenigen, die diese noch verunmöglichen. Das Verursacherprinzip muss in Europa auch in der Landwirtschaft endlich ernst genommen werden.“

 

Mehr Informationen:

Kurz- und Langfassung der Studie "Pestizid-Belastung der Luft"
http://www.ackergifte-nein-danke.de/studie

Regional nach Bundesländern aufbereitete Ergebnisse sowie Fotos und Videos zur Pestizid-Studie
http://www.ackergifte-nein-danke.de/presse-material

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