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Quelle: https://www.topagrar.com/oekolandbau/news/ressourcenschutz-kostet-geld-10266622.html

Autorin: Stefanie Awater-Esper, 23.01.2019


Die Ökoverbände sehen sich durch die neue Metastudie, die die gesellschaftlichen Leistungen des ökologischen mit dem konventionellen Landbau vergleicht, bestätigt. Sie fordern das Bundeslandwirtschaftsministerium (BMEL) auf, die Agrarförderung zu ändern. Der grüne Europaparlamentarier Martin Häusling hält das für wichtiger als die Digitalisierung.

Die Vergleichsstudie zwischen Öko- und konventionellem Landbau, die am Montag auf der Grünen Woche vorgestellt wurde, ist die umfangreichste Metastudie, die zu dieser Frage je angestellt wurde. „Die Studie zeigt, dass Ökolandbau beim Umwelt- und Ressourcenschutz deutliche und messbare Vorteile bringt“, sagte Felix Prinz zu Löwenstein, Vorsitzender des Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW). Er forderte die politischen Entscheidungsträger dazu auf, mehr Anstrengungen zu unternehmen, die Leistungen des Ökolandbaus für Umwelt und Klima zu honorieren. „Denn dann können mehr Bauern auf Bio umstellen und das Wachstum des Marktes, der ihre Leistungen möglich macht, wird verstetigt“, sagte zu Löwenstein. Der BÖLW sieht die Studie als weiter Legitimation für eine andere Verteilung der EU-Agrarzahlungen. „Ressourcenschutz kostet Geld“, sagte zu Löwenstein. Es sei entscheidend, dass Bauern, die eine ressourcenschonende Landwirtschaft betreiben, dafür honoriert werden. Dafür biete die Reform der Gemeinsamen EU-Agrarpolitik (GAP) die beste Gelegenheit.

Ökolandbauförderung Vorrang vor Digitalisierungsförderung?

Der agrarpolitische Sprecher der Grünen im Europäischen Parlament, Martin Häusling, fordert angesichts der Studienergebnisse eine Veränderung bei den Prioritäten in der Agrarpolitik. „Die ökologische Agrarwende hat Vorrang vor Digitalisierung und diese braucht eine kritische Begleitung“, sagte er. Die Aussagen von Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner auf der Grünen Woche bei denen sie die Digitalisierung als „Hebel, um notwendige Kostenersparnisse für die Landwirtschaft zu erreichen und den Ressourcenschutz zu verbessern“ bezeichnet, kritisiert er als „absurd“. „Bisher gibt es keinerlei belastbare Studien, die belegen, dass digitale Techniken per se ressourcen- und klimaeffizienter sind oder Biodiversität und Tierwohl fördern“, sagte er. Die Nutzung digitaler Techniken könnten auch eine weitere Intensivierung statt Ökologisierung bedeuten, fügt er an. Vorrangig wichtig sei für ihn eine Änderung des Agrarsystems hin zu vielfältigen, ökologischen, stabilen Systemen. Da könnten allerdings durchaus Roboter Unkraut rupfen, so Häusling.

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