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Wie nachhaltige Landwirtschaft aussehen könnte und warum wir sie noch nicht praktizieren“

14. August 2013 - Eine Studie im Auftrag von Martin Häusling, MdEP

Autoren: Dr. Andrea Beste und Stephan Börnecke

Weltweit nimmt der Druck auf die Fläche zu: Schon bald müssen Bauern neun Milliarden Menschen weltweit ernähren. Immer drängender werden die Fragen, welche Systeme der Land- und Bodennutzung dazu in der Lage sind, ohne die Grundlagen der Natur, auf der alle Ernährung beruht, zu zerstören.

Im Weltenretter-Gewand predigen Agrarfunktionäre seit Jahren das Wort von der Alternativlosigkeit zu maximierender Erträge, um dem Hunger in der Welt entgegen zu treten. Vielmehr sei zu hinterfragen, wie lange wir uns den Ökolandbau mit seinem angeblich unterlegenen Verhältnis von Flächenverbrauch zu Ertrag noch leisten können. In der Tat brauchen wir eine Intensivierung der Landwirtschaft, jedoch eine ökologische.

Die Rezepte der konventionellen Landwirtschaft, mit noch mehr Chemie, Gen- und Großtechnik immer höhere Erträge zu erzielen, funktionieren bereits heute nicht mehr. Wo bisher Rekordernten die Regel waren stagnieren die Erträge, und resistente Unkräuter und Schädlinge verbreiten sich.

Die agrarindustrielle Landwirtschaft kann die Lösungen, die unsere Zeit braucht, nicht mehr liefern. Im Gegenteil ist sie zur Belastung für einen effizienten und nachhaltigen Umgang mit unseren natürlichen Ressourcen geworden. Denn klar muss sein: Es geht nur mit der Natur, nicht gegen sie.

Folgenden Komplexen gehen die Autoren in ihrer Analyse nach:

Reichen die Flächen, so wie wir sie heute nutzen, für die Ernährung auf unserem Planeten? Ist der Boden, unter den gegebenen Nutzungsumständen, langfristig produktiv genug? Wie viel Artenvielfalt brauchen wir für ein stabiles System?

Wie es nicht weitergehen kann wissen wir heute. Aber warum ändert sich nichts? Die Autoren beschreiben nicht nur, was schief läuft im gegenwärtigen Agrarsystem. Sondern sie benennen auch, wer von den heutigen Zuständen profitiert - und wer nicht! Interessanterweise sind das fast immer die Gleichen….

Doch was ist unter einer ökologischen Intensivierung zu verstehen? Mit welchen Herausforderungen ist die Abkehr vom Denken im Sinne von Größer und Mehr auch für den Ökolandbau verbunden? Welche Veränderungen fordern diese sowohl in der Praxis als auch Forschung und Entwicklung? Nicht zuletzt haben es aber auch die Verbraucher in der Hand, durch ihr Verhalten zum Erhalt unsere Lebensgrundlagen beizutragen.

Informationen zu den Autoren:

DR. ANDREA BESTE ist Diplomgeografin und Agrarwissenschaftlerin. 2001 gründete sie das Büro für Bodenschutz und Ökologische Agrarkultur, das international Analysen und Beratung in Bodenschutz und nachhaltiger Landwirtschaft anbietet.

STEPHAN BÖRNECKE war mehr als 30 Jahre Redakteur der Frankfurter Rundschau, zunächst als Reporter, zuletzt fünf Jahre als Wirtschaftsredakteur. Als freier Journalist befasst er sich mit Agrar- und Naturschutzthemen. Der Autor ist in West-Berlin aufgewachsen und lebt heute im Spessart.

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