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topagrar online -  Der für Direktzahlungen zuständige Abteilungsleiter in der Kommission, Pierre Bascou, räumt ein, dass die Vorschriften zur Umsetzung der Agrarreform schon sehr komplex sind.
 Zahlreiche Agrarexperten im Europaparlament haben in scharfer Form die Umsetzung des Greenings in der neuen Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) kritisiert.

Anlässlich einer Diskussion mit Vertretern der Brüsseler Generaldirektion Landwirtschaft und Ländliche Entwicklung riefen die Abgeordneten vergangene Woche in Brüssel dazu auf, die Regeln bei der für 2017 geplanten Halbzeitreform auf den Prüfstand zu stellen.

Der agrarpolitische Sprecher der christdemokratischen EVP-Fraktion, Albert Deß, zeigte sich „schockiert über das Ergebnis dieser Agrarreform“. Die Regeln für die Direktbeihilfen seien für die Landwirte vor Ort nicht umsetzbar. Die Büros der Europaabgeordneten würden mit Anrufen von Bauern bombardiert. „Das Ganze ist vom Ansatz her falsch. Man hätte einen Katalog von Maßnahmen vorschlagen müssen, die dann regionalbezogen umgesetzt werden können“, so Deß. Leider hätten sich dafür keine Mehrheiten gefunden. Er bekräftigte seine Forderung, das Greening um ein weiteres Jahr zu verschieben, um erst einmal Klarheit zu schaffen.

Auch der Agrarsprecher der britischen Konservativen, James Nicholson, und die irische Christdemokratin Mairead McGuinness sprachen sich dafür aus, mit der Ökologisierung ein Jahr später zu beginnen. „Ja, das Greening ist eine wichtige Innovation, aber die Weise, auf die wir es durchführen, wird nicht die gewünschten Ergebnisse bringen“, monierte McGuinness. Sie verlangte für die Zukunft eine beträchtliche Überarbeitung der Regeln. In der derzeitigen Form seien die Vorschriften eine Einladung an den Europäischen Rechnungshof (EuRH), Fehler und Verstöße zu finden.
Mehrheitlich angenommen

Der agrarpolitische Sprecher der Sozialdemokraten, Paolo De Castro, schloss sich der Kritik in etwas milderer Form an. Man habe die Ökologisierung der GAP zwar gestärkt, aber um den Preis einer höheren Komplexität - dabei sei man doch ausgezogen, die GAP zu vereinfachen. De Castro plädierte ebenfalls für eine genaue Überprüfung des Greenings.

Der agrarpolitische Sprecher der Grünen, Martin Häusling, erinnerte daran, dass die Reform vom Parlament mehrheitlich angenommen worden sei. Wenn die Texte komplizierter ausgefallen seien als von der Europäischen Kommission vorgeschlagen, liege das auch an den im Hohen Haus eingebrachten Änderungsanträgen.

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