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topagrar -  Alfons Deter  

Der Agrarsprecher der Grünen im EU-Parlament, Martin Häusling, fühlt bei der langjährigen Kritik seiner Partei an Monsanto durch die Anhörung am Mittwoch im Parlament bestätigt. Er ist überzeugt, dass bei der Unbedenklichkeitsprüfung für Glyphosat nicht alles mit rechten Dingen zugegangen ist.
 
„Die Podiumsteilnehmer aus Forschung, investigativem Journalismus und Politikbeobachtung haben bestätigt, dass die momentanen Verfahren zur Risikobewertung von Glyphosat nicht als Entscheidungsgrundlage für eine Zulassung ernst genommen werden können. Zudem hat die Vertreterin von ‚US Right to know‘ schwarz auf weiß dargestellt, wie Monsanto direkten Einfluss auf die positive Klassifizierung des Wirkstoffs Glyphosat genommen hat“, so Häusling.
 
Er fordert daher, „dieses skrupellose, rein an profitinteressen getriebene Verhalten“ zu untersuchen, genauso wie das Verhalten des BfR. Das Bundesinstitut habe laut Häusling in seinem Bewertungsbericht zu Glyphosat nachweislich ganze Textpassagen aus dem Zulassungsantrag des Herstellers Monsanto übernommen. „Wir Grüne im Europäischen Parlament unterstützen deshalb die Einführung eines Untersuchungsausschusses zu Monsanto und Glyphosat.“
 
Linke fordert wissenschaftliche Neubewertung
 
Inzwischen wird berichtet, dass offenbar Glyphosatrückstände in Speiseeis gefunden wurden. Für Linken-Agrarsprecherin Kirsten Tackmann nicht überraschend. Es sei nur ein Beweis für die Vielzahl potenzieller Eintragsquellen des Totalherbizids in die Lebensmittelkette.
 
Seit Langem fordere die Partei laut Tackmann daher eine wissenschaftliche Neubewertung sowohl der Eintragsquellen über Nahrungsmittel, Baumwollartikel etc. als auch - mittels Biomonitoring - der realen Gefahr für die Bevölkerung, unwissentlich über die Nahrung Glyphosat aufzunehmen. Beides verweigere die Bundesregierung bisher.
 
„Das ist unverantwortlich, beweisen die erneuten Glyphosatfunde in Lebensmitteln einmal mehr“, kommentiert die Politikerin weiter. „Wenn jetzt nicht endlich gehandelt wird, bleibt der Verdacht, dass die Gefahr absichtsvoll vertuscht werden soll um die erneute Zulassung des Wirkstoffs in Brüssel nicht zu gefährden. Das ist aus Sicht der Linken inakzeptabel.“


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