Heute hat das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat die jährliche Waldzustandserhebung für 2025 veröffentlicht. Martin Häusling, Abgeordneter im EU-Parlament für die Grünen in den Ausschüssen für Landwirtschaft, Umwelt und Gesundheit kommentiert:

„Wenn der deutsche Wald ein Patient wäre, müsste ihm ein Arzt die Diagnose „kritisch“ verpassen und ihm alle verfügbaren lebensrettenden Maßnahmen verschreiben. Denn weiter ist nur jeder fünfte Baum in Deutschland gesund. Die mittlere Kronenverlichtung liegt bei 25,2%; im Vergleich zu 2024 (25,7%) ist das unverändert. Über die Hälfte der Eichen weisen eine deutliche Kronenverlichtung auf und mittlerweile gilt bereits für 36% eine Warnstufe. Auch die Kronenverlichtung der Fichten sank nur minimal von 39% auf 38%.

Doch Agrarminister Rainer, der vor allem für seine Untätigkeit bekannt ist, lobt den beunruhigenden Zustand der Wälder zum Erfolg aus. Er freue sich, dass jeder fünfte Baum gesund sei. Das grenzt an Realitätsverweigerung: Was wir im Wald erleben, ist Ausdruck einer tiefen ökologischen Krise.

2025 war geprägt von Trockenheit und Hitzewellen – genau die Klimafolgen, vor denen die Wissenschaft seit Jahren warnt. Und auch 2026 weist in vielen Regionen bereits alle Anzeichen auf, zum Dürrejahr zu werden.

Natürlich ist Waldumbau wichtig, und viele Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer leisten enorme Arbeit. Aber wir kommen viel zu langsam voran. Wer ernsthaft für stabile zukunftsfähige Wälder eintreten will, muss endlich aktive Waldpolitik betreiben: Förderung klimaresilienter Mischwälder, konsequenten Schutz besonders artenreicher, wertvoller Wälder, eine konstante Erfüllung von Jagdquoten, bessere Finanzierung für naturnahe Bewirtschaftung und vor allem eine entschlossene Klimapolitik. Denn der größte Feind des Waldes bleibt die Klimakrise.

Unsere Wälder sind nicht nur Wirtschaftsfaktor und Erholungsraum. Sie sind Wasserspeicher, Klimaschützer und Lebensraum für tausende Arten. Wir dürfen nicht akzeptieren, dass sich ihr schlechter Zustand einfach verstetigt.“