Wie sehen die Wälder aus, die die Wildkatze zum Überleben braucht? Mit dieser Frage beschäftigten sich am Freitag die 7. Klassen des gymnasialen Zweigs der Christophorusschule in Oberurff.

Gemeinsam mit dem Europaabgeordneten Martin Häusling und Wildkatzenexpertin Susanne Schneider vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) ging es nach einem theoretischen Einstieg in den Kellerwald. Dort erkundeten die Schülerinnen und Schüler in Gruppen den Wald und identifizierten Strukturen, die der Wildkatze als Rückzugsraum dienen – wie dichtes Unterholz oder Totholz – aber auch Gefahren wie zerschnittene Lebensräume und eingezäunte Waldstücke mit Knotendraht.

„Unsere Landschaft ist oft zu aufgeräumt – zu wenig Schutz für die scheue Wildkatze“, so Susanne Schneider vom BUND.

Artenschutz ist kein Selbstläufer: Intensive Landnutzung und die Klimakrise setzen viele Arten und auch unsere Wälder zunehmend unter Druck. Projekte des BUND zeigen jedoch, dass sich durch die gezielte Vernetzung von Lebensräumen neue Perspektiven für bedrohte Arten eröffnen.

„Deshalb setze ich mich politisch dafür ein, dass Biodiversität endlich den Stellenwert bekommt, den sie verdient. Denn klar ist: Gesunde Ökosysteme schützen Arten – und uns“, betont Martin Häusling, Mitglied im Umwelt-, Agrar- und Gesundheitsausschuss des Europäischen Parlaments.

Die Eindrücke des Tages können die Schülerinnen und Schüler in der Projektwoche am Ende des Schuljahres vertiefen. Dabei werden sie auch von HessenForst unterstützt, die das Projekt fachlich begleiten, eine wertvolle Zusammenarbeit für die Wildkatze. Ihre Ergebnisse präsentieren die Schülerinnen und Schüler auf der Waldtagung am 20. November 2026 in Bad Zwesten.

„Das Engagement der jungen Menschen ist beeindruckend. Es zeigt, wie wichtig praktische Naturerfahrungen sind – denn nur was man kennt, schützt man“, so Häusling.