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161006 bpa free deHormonverändernde Stoffe (endokrine Disruptoren) sind tückisch: Einmal in den Organismus gelangt, entfalten sie ihre Wirkung oft erst Jahre nach ihrer Aufnahme. Schon kleinste Mengen können genügen, um tiefgreifende Änderungen des Hormonsystems auszulösen. Höchste Zeit also, ihre Regulierung ressortübergreifend zu behandeln – bei Pestiziden, Bioziden, aber auch bei Spielzeug und Kosmetika.

Die Europäische Kommission will ihre aktuelle EU-Gesetzgebung zu endokrinen Disruptoren auf den Prüfstand stellen und hat diesbezüglich am 7. November 2018 eine Kommunikation herausgegeben. Die von der Europäischen Kommission beabsichtigte Überprüfung setzt zwar auf den ersten Blick die richtigen Akzente: Wir brauchen mehr Forschung zu den schädlichen Auswirkungen von endokrinen Disruptoren. Auch gegen die geplante öffentliche Konsultation ist nichts einzuwenden.

Doch damit schiebt die Kommission das Problem wieder einmal auf die lange Bank. Seit Jahren verzögert die Kommission eine allgemeingültige Definition der endokrinen Disruptoren. Im Sinne des vorbeugenden Verbraucherschutzes müssten viele Stoffe sofort vom Markt fliegen. Denn in Pestiziden, Bioziden, Kosmetik und in Kunststoff haben diese Stoffe nichts zu suchen! Diese schädlichen Substanzen müssen vom Markt, unseren Feldern und aus unseren Wohnungen. Umgehend. Und nicht irgendwann vielleicht in ferner Zukunft, nach einem mehrjährigen Fitness Check.

Weitere Infos zu endokrinen Disruptoren.

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