Heute, am Global Earth Day 2026 stellt Martin Häusling, Bioland-Landwirt und Abgeordneter im Europäischen Parlament für die Grünen im Ausschuss für Landwirtschaft, Umwelt und Gesundheit, ein neues Factsheet zur Ernährungssicherheit vor.
Ernährungssicherheit gehört zu den zentralen, bislang ungelösten globalen Herausforderungen. Sie steht in engem Zusammenhang mit dem Zustand von Klima, Böden und Biodiversität.
„Extreme Wetterereignisse wie Dürren und Überschwemmungen beeinflussen bereits heute landwirtschaftliche Erträge weltweit. Gleichzeitig führt der hohe Einsatz von Pestiziden und mineralischen Düngemitteln zu einem Verlust an Bodenfruchtbarkeit und biologischer Vielfalt“, so Häusling.
Ein zusätzlicher Belastungsfaktor ist die Abhängigkeit der industriellen Landwirtschaft von fossilen Energieträgern. Energiekrisen und geopolitische Konflikte führen regelmäßig zu starken Preisschwankungen bei Energie und Düngemitteln und erhöhen damit die Unsicherheit in der landwirtschaftlichen Produktion.
„Die konventionelle Landwirtschaft ist in hohem Maße von fossilen Energien abhängig. Diese Struktur macht unser Ernährungssystem anfällig für Krisen und Preisschocks“, so Häusling weiter.
Ernährungssicherheit bedeutet dabei mehr als die reine Verfügbarkeit von Lebensmitteln. Sie umfasst ebenso den Zugang zu Nahrung sowie die langfristige Fähigkeit, zukünftige Generationen zu ernähren. Notwendig ist daher eine umfassende Transformation des Ernährungssystems. Dazu gehören der Ausbau des ökologischen Landbaus, eine stärkere Nutzung von Eiweißpflanzen zur Reduktion des Bedarfs an importabhängigem Futtermitteln und mineralischem Stickstoffdünger, sowie die Verringerung von Lebensmittelverschwendung und des Fleischkonsums aus intensiver Tierhaltung.
Auch die EU-Agrarpolitik spielt dabei eine zentrale Rolle. Die ursprünglich mit der Farm-to-Fork-Strategie der EU verfolgten Ziele – insbesondere die Reduktion von Umweltbelastungen und der Ausbau nachhaltiger Produktionsweisen – geraten zunehmend unter Druck seitens der Konservativen und Rechten. Sie wurden von Anfang an aggressiv von der Agrarchemielobby torpediert. Das ist unvernünftig und wissenschaftlich nicht begründbar.
„Nur ein Ernährungssystem, das ökologisch, ressourcenschonend und unabhängiger von fossilen Energien ist, kann langfristig Ernährungssicherheit gewährleisten“, so Häusling.
Das neue Factsheet analysiert zentrale Einflussfaktoren auf Ernährungssicherheit und zeigt politische Handlungsoptionen für eine widerstandsfähige und nachhaltige Landwirtschaft auf.