Unsere Landwirtschaft steht vor immensen Herausforderungen: Klimabedingte Ernteausfälle aufgrund von Dürren, Überschwemmungen und Rekordhitze. Schwankende Preise, steigende Ausgaben und eine immer höhere Konzentration der Marktmacht entlang der Kette. Sie befeuern den Strukturwandel und erschweren den Generationenwechsel. Gleichzeitig erwarten Verbraucherinnen und Verbraucher zu Recht den Schutz von Böden, Wasser, Klima und Tieren. Die Antwort darauf darf nicht der Abbau von Umwelt-, Klima-, Tierschutz- und sozialen Standards sein. Das würde Krisen weiter verstärken, anstatt Zukunftsperspektiven für landwirtschaftliche Betriebe zu schaffen. Die Vorschläge aus Brüssel zur Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) nach 2027 bereiten die Betriebe nicht auf die Zukunft vor, sondern setzen eine resiliente Landwirtschaft aufs Spiel. Die Rückkehr zu einer pauschalen Flächenförderung ist ein falsches Signal. Eine Politik nach dem Motto "mehr Hektar – mehr Geld" ignoriert die Realität der Klimakrise und macht landwirtschaftliche Einkommen langfristig unsicher. Wir brauchen stattdessen eine eigenständige, starke Gemeinsame Agrarpolitik, die Landwirtinnen und Landwirten ein verlässliches Einkommen ermöglicht, indem sie die Leistungen honoriert, die unsere Gesellschaft dringend braucht: Wasserrückhalt, gesunde Böden, Artenvielfalt, Klimaschutz und Tierwohl. Umweltleistungen müssen zu einem eigenständigen wirtschaftlichen Standbein landwirtschaftlicher Betriebe werden.

10 Forderungen für die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) nach 2027 (pdf)