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Nach der Deregulierung der Neuen Gentechnik bei Pflanzen steht bereits der nächste weitreichende Eingriff in das europäische Gentechnikrecht auf der politischen Agenda: die geplante Lockerung der Regeln für gentechnisch veränderte Mikroorganismen (GVM). Ein riskanter Schritt für den Umwelt-, Verbraucher- und Gesundheitsschutz in Europa!

Gentechnisch veränderte Mikroorganismen sollen künftig in einer Vielzahl von Bereichen eingesetzt werden – von der Tierhaltung und Lebensmittelproduktion über Pflanzenschutz und Düngung bis hin zu medizinischen Anwendungen. Bestehende Anforderungen an Risikobewertung, Genehmigung und Umweltüberwachung für bestimmte Anwendungen sollen reduziert werden.

Gerade bei Organismen, die sich vermehren, ausbreiten und mit natürlichen Ökosystemen interagieren können, lassen sich langfristige Auswirkungen auf Umwelt, Biodiversität und Gesundheit häufig nur schwer vorhersagen. Umso wichtiger ist es, am europäischen Vorsorgeprinzip festzuhalten und sicherzustellen, dass Innovationen nicht zulasten von Umwelt- und Sicherheitsstandards vorangetrieben werden.
Bereits am 16. Juni wird der EU-Ministerrat seine Position festlegen.

Das Briefing fasst den aktuellen Stand der Verhandlungen auf EU-Ebene zusammen, erläutert die zentralen Kritikpunkte am Kommissionsvorschlag und skizziert mögliche grüne Schwerpunkte für die weitere parlamentarische Debatte.