Die Wälder in NRW stehen unter massivem Veränderungsdruck. Klimakrise, Dürre, Borkenkäfer und Waldbrände verändern unsere Wälder. Gleichzeitig wachsen die Erwartungen an den Wald: er soll Sauerstoff und Holz liefern, CO2 binden, sowie Wasserhaushalt, Erosionsschutz und Biodiversität verbessern. Wälder sollen auch weiterhin der Erholung, dem Tourismus, dem Sport dienen.

Waldpolitik ist damit längst zu einer zentralen Zukunftsfrage geworden.

Rund 27% der Landesfläche sind bewaldet, knapp eine Million Hektar, ca. 4x so groß wie das gesamte Saarland. Doch der Wald steht vor großen Herausforderungen. Viele Bäume sind geschädigt, der Klimawandel begünstigt Borkenkäfer und andere Schadinsekten Zu hohe Wilddichten behindern vielerorts die natürliche Waldverjüngung. WaldbesitzerInnen und Sägewerke fragen, wie sie ihre wirtschaftlichen Existenzen erhalten können. Zudem nehmen die Kenntnisse der Gesellschaft über den Wald, Forstwirtschaft und ökologische Zusammenhänge   immer mehr ab. Dabei werden die Zielkonflikte größer: Wir brauchen mehr Schutz für Biodiversität und natürliche Waldentwicklung. Gleichzeitig brauchen wir mehr Holz als klimafreundlichen Rohstoff für den Gebäudebau. Die Frage ist nicht mehr, ob wir den Wald nutzen oder schützen, sondern wie wir beides zukünftig besser zusammen bekommen.

Dazu gehört auch die Frage, wie Ökosystemleistungen des Waldes besser anerkannt, bzw. vergütet werden können. Wälder liefern uns Leistungen, die gesellschaftlich unverzichtbar sind, die wir durch unsere Art der Waldwirtschaft stark beeinflussen können. Wenn wir klimaresiliente Wälder wollen, müssen wir auch über neue Formen der Finanzierung und Inwertsetzung von Ökosystemleistungen sprechen.

In NRW haben wir in den vergangenen Jahren einiges für den Wald erreicht:

  • Viele Millionen Euro sind in die Wiederbewaldung geflossen, die in der Verwendung jedoch nicht immer zielführend eingesetzt wurden, was nicht nur aus Grüner Sicht zu kritisieren ist.
  • die Strukturunterstützung für die Forstlichen Zusammenschlüsse, die wir direkt nach Regierungsübernahme im Herbst 2022 eingeführt haben.
  • 5000 ha weitere Wildnisgebiete werden landesweit ausgewiesen, damit Natur Natur sein kann und wir von der natürlichen Waldentwicklung auf diesen Referenzflächen lernen können.
  • Zu diesem Lernen trägt auch das Hochschulinstitut für Waldforschung bei, dass auf Grüne Initiative geschaffen wurde und nun weiter ausgebaut werden muss.
  • Ein neues Landeswaldgesetz, welches in einer ersten Kabinettsfassung derzeit diskutiert wird, um die Erkenntnisse der Waldstrategie in die Praxis zu übertragen und die Wälder NRWs und ihre Bewirtschaftung den Herausforderungen des Klimawandels anzupassen.

Gleichzeitig bleiben große Fragen offen:

  • Wie können wir in NRW, aber auch in der EU klimaresiliente Wälder gestalten?
  • Welche Chancen bieten Digitalisierung, Fernerkundung und KI für den Waldumbau und das Waldmonitoring?
  • Wie verändern sich Wald-Wertschöpfungsketten – und welche Rolle spielt Holz künftig in einer klimaneutralen Wirtschaft?
  • Wie stärken wir Waldpädagogik, Waldkitas und gesellschaftliches Wissen über den Wald?
  • Wie bringen wir Naturschutz, Wasserhaushalt, Holznutzung und Waldentwicklung besser zusammen?
  • Wie gehen wir mit Nutzungskonflikten im Wald um – etwa bei Windenergie, Jagd, Erholung oder Naturschutz?
  • Wie setzen wir die geltende Wiederherstellungs-Verordnung der EU in Wäldern um?
  • Wie schaffen wir Akzeptanz für notwendige Veränderungen?

Auf unserem Waldkongress wollen wir diese Debatten führen und neue Impulse für die Waldpolitik in NRW setzen. Gemeinsam mit Wissenschaft, Praxis, Waldbesitz, Naturschutz, Verwaltung und Politik wollen wir diskutieren, welche Leitplanken der Wald der Zukunft braucht.

Denn klar ist: Die Wälder brauchen Wissen, gesellschaftliche Debatten, politische Entscheidungen und Menschen, die Verantwortung übernehmen.

Wälder wollen wachsen – wir müssen die richtigen Rahmenbedingungen dafür schaffen.


Moderation des Kongresses: Tanja Busse

Veranstalter*innen: AG Wald der LAG Wald/Landwirtschaft/ländlicher Raum sowie LAG Ökologie

Unterstützer*innen: Bündnis 90/Die Grünen NRW, Kreisverbände Märkischer Kreis, Hochsauerlandkreis, Hamm, Coesfeld, Warendorf, Münster, Olpe, Unna

 Anmeldung hier

Programm Samstag: 

Uhrzeit Programmpunkt
11:00 Uhr Exkursion im Stadtwald Schwerte mit Adrian Mork (Grüne Unna). Treffpunkt: Parkplatz Freischütz (Hörder Str 131; Bus 430)
14:00 Uhr Ankommen im Tagungshaus, Kaffee & Kuchen
14:30 Uhr Begrüßung Jutta Velte (AG Wald GRÜNE NRW)

Grußwort KV Unna / OV Schwerte

Grußwort Tim Achtermeyer (Landesvorsitzender GRÜNE NRW)

14:45–15:45 Uhr Keynote & Diskussion mit Pierre Ibisch (FH Eberswalde): „Im Wald von Morgen: Naturschutz, Wertschöpfung und Bytes?“
16:00–18:00 Uhr Workshop-Sessions
  1. NRW und EU gemeinsam zu nachhaltigen Wäldern (mit u.a. Martin Häusling, MdEP)
  2. Fernerkundung und KI im Wald (mit u.a. Pierre Ibisch & Dominik Sperlich (Uni Freiburg))
  3. Wald-Wertschöpfungsketten im Wandel bis 2075 (mit u.a.  Lukas Sieberth (TBRemscheid) & Gesche Schifferdecker (European Forest Institute)
  4. Kids in the Forest for FutureForest! (mit u.a. Norika Creuzmann MdL)
  5. Wald, Wasser und Naturschutz (mit u.a. Astrid Vogelheim, MdL und Volkhard Wille, MdL)
18:00–18:30 Uhr Wrap up Workshops und Vorstellung Wald-Hochschulinstitut (Gerrit Bub, FH Südwestfalen)
18:30–19:30 Uhr Abendessen
19:30 Uhr Abend-Keynote: Thomas Wälter, Leiter Zentrum für Holzwirtschaft, Landesbetrieb Wald und Holz NRW:
Naturschutz und Klimawandel

 

 

Prorgamm Sonntag:

Uhrzeit Programmpunkt
7:30–8:45 Uhr Frühstück
9:00–10:00 Uhr Keynote „Wildnisminister“ Oliver Krischer (Landesminister für Umwelt, Naturschutz und Verkehr)

Anschließend Diskussion mit Torsten Dörmbach (Waldbesitzer des Jahres 2025), Britta Linnemann (NABU Station Münsterland), Dorothea Epperlein (Naturwald Akademie), u.a.

Thema: Naturschutz – Walderhalt – Holznutzung – Jagd

10:10–10:45 Uhr Offene Diskussion
11:15–12:15 Uhr Gemeinsamkeiten in der Waldpolitik: ein Blick auf die Grünen durch die Waldbesitzenden: u.a. Eberhard von Wrede (WBV), Lucas von Fürstenberg (ANW), Christoph Ewers (Kommunalwaldbesitzerverband), Norbert Asche (Forstverein NRW)
12:30 Uhr Abschlussstatement Gregor Kaiser MdL

Gemeinsames Mittagessen

Abreise

 

Anmeldung hier