Um Klima und Umwelt zu schützen, wächst der Bedarf an pflanzlichen Proteinen – für Mensch und Tier. Deshalb gewinnen heimische Eiweißpflanzen wie Ackerbohnen, Erbsen oder Lupinen an Bedeutung: Sie schonen Ressourcen, fördern die Bodenfruchtbarkeit und können zu einer krisenfesten und nachhaltigen Ernährung beitragen.

Die Bundesregierung strebt eine ambitionierte nationale Eiweißpflanzenstrategie an, möchte den heimischen Anbau von Eiweißpflanzen stärken, den Import verringern und die Entwicklung und Markteinführung nachhaltiger alternativer Proteine fördern. Aus Dänemark kommen für diese Ziele derzeit starke Impulse. Auch in der Lebensmittelwirtschaft ist angesichts des dynamischen Marktes für alternative Proteine viel Aufbruchstimmung zu spüren. Gleichzeitig sieht die Zivilgesellschaft Chancen, mit einer ambitionierten Eiweißpflanzenstrategie endlich den Wandel hin zu einem Ernährungssystem im Sinne der Planetary Health Diet voranzubringen. Doch noch gibt es in Deutschland deutlich mehr Abnehmer für Futtergetreide, Fleisch und Milch. Nun kommt es auf eine politische Weichenstellung für mehr heimische Eiweißpflanzen für Teller und Trog an.

Im Rahmen der Veranstaltung diskutierten Expert*innen aus Forschung, Behörden, Zivilgesellschaft, Landwirtschaft und Lebensmittelwirtschaft, wie konkrete Beispiele aus der Praxis und politische Strategien zusammengedacht werden können. Ziel ist es, Wege aufzuzeigen, wie eine ambitionierte Eiweißpflanzenstrategie gelingen und breit wirksam werden kann.

In unserer Diskussion orientierten wir uns an folgenden Fragen:

  • Welche ökologische und ökonomische Bedeutung tragen heimische Eiweißpflanzen im Agrar- und Ernährungssystem?
  • Wie können innovative und traditionelle Kräfte in Dialog gebracht werden?
  • Welche politischen und ökonomischen Rahmenbedingungen sind nötig, um attraktive Bedingungen für den Anbau und die Verarbeitung von heimischen Eiweißpflanzen zu schaffen?
  •  Wie kann der Schwung im Markt für alternative Proteine aufgenommen und erfolgreich mit Strategien und Förderprogrammen verstärkt werden? Was können wir aus anderen EU-Ländern lernen?

Es diskutierten:

  • Martin Häusling, Grüne/Freie Europäische Allianz, Mitglied des Europäischen Parlaments
  • Ingrid Bunker, Expertin für nachhaltige Landwirtschaft und Ernährungssysteme, ehem. EPICO
  • Ivo Rzegotta, Senior Public Affairs Manager Deutschland, Good Food Institute Europe
  • Reinhild Benning, Politische Leitung Landnutzung und Agrarökologie, Deutsche Umwelthilfe
  • William Trautmann, Public Affairs Officer, Bundesverband für Alternative Proteinquellen e. V.