Grüne Europagruppe Grüne EFA

Brüssel - Der G-7-Gipfel muss den Missbrach von Antibiotika in der Tiermast ernst nehmen und konkrete Schritte in die Wege leiten, verlangt der Europaabgeordnete und agrarpolitische Sprecher der Grünen/EFA im Europäischen Parlament, Martin Häusling.

„Ich begrüße, dass Kanzlerin Angela Merkel die Antibiotikaresistenzen zum Schwerpunktthema der deutschen G-7-Präsidentschaft machen will. Damit könnte sie ein Zeichen setzen, denn bisher haben gerade auch  die Bundesregierung und die europäische Politik die Bedeutung dieses Themas leider überhaupt nicht erkannt.

Statt allein den Aspekt auf die unnötige und falsche Verwendung der Antibiotika in der Humanmedizin  zu legen, muss der Tierbereich eine viel stärkere Gewichtung erfahren.  Denn der missbräuchliche Einsatz dieser Wirkstoffe in der Mast hat verheerende langfristige Folgen, die sich dann zeitversetzt in der Humanmedizin niederschlagen. Immer noch werden in der Tiermast doppelt so viele Antibiotika verabreicht wie im Humanbereich.

Was wir brauchen, sind Tierhaltungssysteme, die den prophylaktischen Einsatz überflüssig machen und die vor allem die Verwendung als Wachstumsförderer ein für alle mal stoppt. Auch der Einsatz der lebensrettenden Reserveantibiotika muss in der Tiermast untersagt werden. Das heißt: Massentierhaltung beenden und agrarpolitisch auf Klasse statt Masse setzen. Europa darf sich nicht weiter zum Billiglieferanten für fragwürdige Fleischexporte machen. Das schadet allen und nur so ist das Problem wachsender Resistenzen in den Griff zu bekommen. – in Europa und weltweit.“

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