Grüne Europagruppe Grüne EFA

Brüssel - Die deutsche Antibiotika-Resistenzstrategie hinkt, was den Agrarbereich anbelangt, im europäischen Vergleich den tatsächlichen Erfordernissen hinterher und wird auch kaum Erfolg haben, prophezeit der agrarpolitische Sprecher der Grünen/EFA im Europäischen Parlament, Martin Häusling:

„Melden, forschen, überwachen - wenn das alles ist, was der Bundesregierung zum drängenden Problem der Resistenzen von Antibiotika in der Tierhaltung einfällt, dann wird sich bald zeigen, dass dieses Paket  bei weitem nicht ausreichen wird. Was fehlt, sind klare Reduktionsziele. Nur so, und das zeigt sich in anderen EU-Ländern deutlich, lässt sich der überbordende Verbrauch in den Griff bekommen.

Andere EU-Länder machen es in der Nutztierhaltung vor: In Schweden gelang es, innerhalb acht Jahren den Verbrauch von Antibiotika im Stall um 40 Prozent zu verringern, und in den Niederlanden wurde er in den vergangenen fünf Jahren sogar halbiert.  Die Beispiele belegen, dass nur klar formulierte Ziele helfen, aber keine auf Freiwilligkeit basierenden blassen Erklärungen, den Missbrauch erfolgreich einzudämmen. 

Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) hat aus meiner Sicht die Brisanz überhaupt nicht erkannt. Heute werden in Deutschland mehr Antibiotika an gesunde Tiere verabreicht als an kranke Menschen.  Die Tierhaltung ist nach wie vor das zentrale Problembereich bei der Antibiotika-Resistenz. Hier muss man hart durchgreifen, statt sich auf gutes Zureden zu verlassen.“

 


Veranstaltungshinweis:
„Wider Wider jede Vernunft - Auswirkungen des Antibiotika-Verbrauchs in der Tierhaltung“
am 13. Mai 2015, 18 Uhr, Heinrich-Böll-Stiftung Berlin (Livestream)

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