Grüne Europagruppe Grüne EFA

Brüssel - Zum morgigen Weltbodentag mahnt Martin Häusling, agrarpolitischer Sprecher der Grünen/EFA im Europäischen Parlament zu mehr Bodenschutz in der landwirtschaftlichen Praxis:

„Die Böden sind Grundlage unserer Ernährung. Sie zu schützen und ihre Fruchtbarkeit zu erhalten müsste wichtigstes Prinzip der Landwirtschaft sein.
Der aktuelle Umgang mit unseren Böden sieht allerdings ganz anders aus. Schwermetallhaltige Dünger, Pestizide, ein exzessiver Stickstoffeintrag, Rückstände von Antibiotika und anderen Medikamenten belasten unsere Böden. Kein Mensch weiß genau, was dieser Cocktail in den Böden - auf denen unsere Nahrung wächst - eigentlich anrichtet.
Die indirekten Auswirkungen sind allerdings offensichtlich und alarmierend: Belastetes Grundwasser, Rückgang der Bodenfruchtbarkeit, Bodenverdichtung und Erosion.
Besonders bedrohlich: Die Verbreitung von antibiotikaresistenten Keimen im Boden – und damit eine potentielle Verbreitung auf jedem Nahrungsmittel, das dort wächst.
Wir können es uns nicht leisten, Böden weiter als Black-Box eines industriellen Landwirtschaftsmodells zu behandeln, als Durchgangssubstrat für die chemisch-synthetische Ernährung unserer Nutzpflanzen und als Entsorgungssubstrat für die Hinterlassenschaften der Massentierhaltung.
Es ist ein Skandal, dass ausgerechnet die Landwirtschaftsbranche in Deutschland wieder und wieder dafür gesorgt hat, dass Deutschland sich gegen die Europäische Bodenschutzrichtlinie stellt und sie so letztendlich verhindert hat. Wir brauchen einen einheitlichen Bodenschutz in Europa. Und wir brauchen eine Landwirtschaft, in der die nachhaltige Nutzung der Böden oberstes Prinzip ist. Der Ökolandbau macht es vor.“

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