Grüne Europagruppe Grüne EFA

Preiskampf zeigt, wie dringend Gentechnik-Kennzeichnung erweitert werden muss

Brüssel - Zur Rolle der Discounter beim Verzicht der Geflügelzüchter auf gentechnikfreies Futter erklärt der  Europaabgeordnete und agrarpolitische Sprecher der Grünen/EFA im Europäischen Parlament, Martin Häusling.

Es wird immer deutlicher, dass hinter der Absage großer Geflügel- und Eierproduzenten an die Verwendung von gentechnikfreiem Sojafutter aus Übersee überhaupt keine Knappheit  dieser besonderen Ware steckt. Es geht vielmehr allein ums Geld. Die Discounter nutzen jede Gelegenheit aus, um die Erzeuger  im Preis zu drücken.  Da sind die acht Cent, um die gentechnikfreies Futter je Hähnchen teurer ist, eine willkommene Gelegenheit, mal wieder an der Preisschraube zu drehen. Mit diesem ständigen Preisdruck sind sie die Hauptverantwortlichen für das Tierleid im Stall.
Aber auch die Hühnerbarone sparen nicht mit Falschaussagen. Denn es gibt genug  Gentec-freie Soja,  die Verfügbarkeit ist sogar gestiegen. Das bestätigen die Hersteller in Brasilien und der Landhandel in Europa. Damit wird der Verbraucher erneut zum Betrogenen.
Er kann im Supermarkt oft nicht einmal  unterscheiden, ob sein Hähnchenfleischprodukt mit oder ohne Gentechnik aufgezogen wurde. Es steht nicht auf der Verpackung drauf, wenn Gentechnik im Futter war.
Das ist aus meiner Sicht Verbrauchertäuschung. Dagegen helfen nur klare gesetzliche EU-Regelungen.  Die Kennzeichnungsvorschriften bei der Gentechnik müssen dringend erweitert, aber zugleich müssen auch die Tierschutzstandards erhöht werden. Windelweiche freiwillige Vereinbarungen und Kennzeichnungen führen nicht zu mehr Tierwohl. Das haben die letzten Jahre bewiesen.
Was drin ist, muss auch draufstehen. Wenn eine Henne, ein Schwein oder eine Kuh  gentechnisch modifiziertes Futter gefressen haben, dann muss das auf den daraus entstehenden Lebensmitteln deutlich vermerkt werden. Einige Händler machen das freiwillig und fahren offenbar gut damit.  

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