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Rumänien hat einen letzten Warnschuss der Europäischen Kommission erhalten: Stoppt das Land nicht unverzüglich die illegalen Abholzungen, ist die Klage vor dem Europäischen Gerichtshofs unausweichlich. Martin Häusling, agrarpolitischer Sprecher der Grünen im Europäischen Parlament und Mitglied im Umweltausschuss, kommentiert:
„Viele Jahre hat die Kommission dem Raubbau im Weltnaturerbe der rumänischen Karpaten zugesehen, obwohl Umweltorganisationen wie EuroNatur, Agent Green und ClientEarth sehr früh und detailliert den Nachweis des illegalen Vorgehens in den Natura-2000-Gebieten brachten. Der massive Druck der Naturschützer hat jetzt endlich Erfolg, denn nun scheint die Kommission tatsächlich durchzugreifen, und das ist gut so.
Erst sandte Brüssel ein Mahnschreiben nach Bukarest, jetzt folgte mit der begründeten Stellungnahme die letzte Warnung vor der Einleitung des Verfahrens vor dem Europäischen Gerichtshof. In dem Schreiben weist die Kommission systematisches und andauerndes Versagen der Behörden nach, die wertvollsten Wälder innerhalb der EU, naturbelassenen und häufig Urwald, nicht zu schützen.
Darauf muss Rumänien innerhalb eines Monats antworten. Pariert die dortige Regierung jetzt nicht, kann es teuer werden für das osteuropäische Land. Denn angesichts der erdrückenden Beweislage wird Rumänien eine Verurteilung zu erwarten haben.
Ich appelliere nochmals an die rumänische Regierung, sich endlich dem Naturschutzgedanken und dem Klimaschutz zu verpflichten: Die unsäglichen Abholzungen müssen sofort und für immer eingestellt werden.
Es geht hier nicht um x-beliebige Wälder, sondern um die verbliebenen Reste ursprünglicher Buchenwälder, die es an anderen Orten längst nicht mehr gibt. Zwei Drittel der Ur- und Naturwälder, die es heute noch in der gemäßigten Klimazone Europas gibt, befinden sich in Rumänien. Der Verantwortung, die dem Land als Mitglied der Europäischen Union damit zufällt, ist sich die Regierung in Bukarest offenbar nicht bewusst. Diese Wälder müssen bedingungslos geschützt werden, dass sind wir dem Erdball schuldig.“

 

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