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Einem Bericht der ARD-Sendung Monitor zufolge ist fast ein Viertel der Pestizide nur mit einer Ausnahmegenehmigung ohne ausreichende, dem Stand der Wissenschaft entsprechenden Zulassung auf dem Markt. Martin Häusling, agrarpolitischer Sprecher der Grünen und Mitglied des Umwelt- und Gesundheitsausschusses des Europäischen Parlaments, kommentiert:

„Es ist skandalös, wenn 23 Prozent der oftmals für die menschliche Gesundheit hochgefährlichen Pestizide in der EU nur deshalb auf dem Markt sind, weil Behörden zwei Jahre zur Überprüfung der etwaigen Verlängerung einer ausgelaufenen Genehmigung brauchen. Die aufgrund dieser Verzögerung ausgesprochene technische Verlängerung, die neues Wissen über die Gefährlichkeit ausblendet, mag formal der EU-Pflanzenschutzverordnung entsprechen. Tatsächlich aber scheint System dahinter zu stecken, wenn vor allem an diesem Prozess beteiligte deutsche Behörden nicht in der Lage der sind, rechtzeitig aktuelle Kenntnisse um diese brisanten Stoffe für Acker und Gärten abzufragen.

Es schleicht sich der Verdacht auf, dass diese Verzögerung ganz im Sinne der Industrie und der chemiebasierten Landwirtschaft ist. Denn eine blockierte Genehmigung vermiest das Geschäft. Behörden scheinen dieses Spiel mitzumachen, wenn sie mitunter mehr als zwei Jahre für die Überprüfung von Wirksamkeit und Toxizität der Mittel benötigen, an deren Ende auch ein Verbot der Mittel stehen kann. Ich vermute, dass in diesem Fall die Interessen der Industrie über den Gesundheitsschutz der Bevölkerung gestellt werden.“

 

Hintergrund:
Die ARD-Sendung Monitor berichtete über den Skandal am 15.November 2018.
https://www1.wdr.de/daserste/monitor/videos/video-hochgiftig-und-trotzdem-zugelassen-pestizide-in-der-eu-100.html

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