Grüne Europagruppe Grüne EFA

Die offenbar kurz vor dem Abschluss stehenden Verhandlungen über das erweiterte Freihandelsabkommen mit Mexiko, die damit verbundenen Folgen für die Landwirtschaft dies- und jenseits des Atlantiks kommentiert Martin Häusling, der agrarpolitische Sprecher der Fraktion Die Grünen/EFA im Europäischen Parlament:

„EU-Agrarkommissar Phil Hogan hat den falschen Job, denn er gefällt sich mehr und mehr in der Rolle des Geheimdiplomats. Es ist aber nicht die Aufgabe eines EU-Kommissars, am Parlament und damit auch an der Öffentlichkeit vorbei obskure Abschlüsse über Freihandelsabkommen vorzubereiten, die von weitreichenden Folgen für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucher sowohl hierzulande wie in Mexikos sind.

Diesen Raubbau an der Natur darf die EU nicht  unterstützen, nur damit die europäischen Schweinefleisch- und Milcherzeuger ihre hierzulande nicht immer absetzbaren Produkte nun zollfrei in das lateinamerikanische Land exportieren dürfen und in Gegenrichtung wir mit Billighähnchen aus Mexiko überschüttet werden.  Liberalistische Wirtschaftspolitik kontra Natur – diese Rechnung geht nicht auf. Diese Konsequenzen ignorieren Strahlemann Hogan und  EU-Handelskommissarin Cecilia Malmström, wenn sie das seit 2000 bestehende Abkommen erweitern und den Agrarhandel zollfrei machen.“

Zudem hat es keinen Sinn und greift viel zu kurz, reflexartig auf den protektionistischen Trump-Kurs mit  Wirtschaftsliberalismus zu reagieren. Eine solche Kurzschlusshandlung übersieht die Folgen etwa für die mexikanischen Kleinbauern und die Umwelt des Landes. Sie werden die Verlierer dieses Deals sein.

Der Anbau der Trendfrucht Avocado in Mexiko geht einher mit ständigen Waldrodungen, Verschmutzung und Verknappung des Trinkwassers wegen des Pestizideinsatzes und des horrenden Wasserbrauchs des Avocadoanbaus. Damit zahlen Mensch und Umwelt des weltweit führenden Exporteurs dieser Früchte einen hohen Preis.“


 

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