Grüne Europagruppe Grüne EFA

Die agrarindustrielle Landwirtschaft versagt bei der Bekämpfung des Hungers, erklärt der Europaabgeordnete und agrarpolitische Sprecher der Grünen/EFA, Martin Häusling, zum morgigen Welternährungstag:

„Die schrecklichen Ereignisse vor Lampedusa werfen erneut ein Schlaglicht auf die unzureichenden Methoden, mit denen die Politik versucht,  den Hunger und die Fehlernährung in den armen Ländern Afrikas zu bekämpfen. Die Menschen fliehen nach Europa, auch deshalb, weil man ihnen die Möglichkeit nimmt, mit ihren eigenen, traditionellen Methoden für eine ausreichende Ernährung in ihrer Heimat zu sorgen.
Die Botschaften, dass nur eine angeblich moderne, industrielle Landwirtschaft das Problem des Hungers in den Griff bekommen könnte, sind genauso häufig wie leicht widerlegbar.

Denn diese Form des Agrarunwesens, das nur auf Monokulturen und auf dem intensiven Einsatz von Kunstdünger und Pestiziden beruht, ist nicht nur unerschwinglich für die Landbevölkerung armer Länder. Es treibt sie zugleich in eine Abhängigkeit von Konzernen,  es zerstört Böden und Wasser und ist damit keine Option für eine nachhaltige Lebensweise. Der Weltagrarbericht hat klar gezeigt, was schief läuft und wohin die Richtung gehen muss.
Wir müssen das Recht auf Nahrung in unserer Politik ernster nehmen. Der Zugang zu Land und Boden, wie auch die Freiheit, die Art der Produktion der Nahrung wählen zu können, sind Menschenrechte!  Gerade Freihandelsabkommen sind hier oft kontraproduktiv, weil sie die Abhängigkeiten von einem neoliberalen Wirtschaftsmodell und von Konzernen verstärken. Hinter die vollmundigen  Wachstumsversprechen der Freihandelsabkommen müssen wir ein großes Fragezeichen setzen. Sie können allenfalls dann eingelöst werden, wenn Umwelt- und Nachhaltigkeitsstandards besser werden statt schlechter!.“

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