Grüne Europagruppe Grüne EFA

Für Obergrenzen bei der Verwendung von Industriefetten (sogenannte Transfettsäuren) in Lebensmitteln hat sich der Umweltausschuss des Europäischen Parlaments ausgesprochen. Martin Häusling, agrarpolitischer Sprecher der Grünen/EFA im Europäischen Parlament und Mitglied im Umweltausschuss ist Berichterstatter für die Grünen/EFA Fraktion und kommentiert die Abstimmung:

„Industriefette, wie die Lebensmittelindustrie sie in Donuts, Croissants oder Popcorn mixt, gehören zu den unerwünschten Bestandteilen unserer Nahrung, denn sie machen krank: Wer viel davon isst, steigert sein Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Die Industrie weiß, wie gefährlich Industriefette sein können, nutzt sie aber immer noch als billige Zutat in Fertigprodukten. Aus meiner Sicht reicht es nicht, die Industriefette in Lebensmitteln durch freiwillige Angaben zu beschränken, wie es bisher in Deutschland und vielen anderen EU-Staaten praktiziert wird.

Langfristig aber müssen Transfettsäuren in der EU ganz aus der Lebensmittelkette genommen werden. Bis dahin ist eine gesetzliche Obergrenze für den Anteil an Industriefetten in Lebensmitteln notwendig, wie sie nun der Umweltausschuss fordert. Hingegen ist die von der EVP-Fraktion geforderte Folgenabschätzung der Gesundheits-risiken von Industriefetten unnötig. Es gibt genug Beweise dafür, wie schädlich diese Fette sind.“

Im Hintergrund: Im Dezember 2015 legte die EU-Kommission dem Rat und EU-Parlament einen Bericht über Transfettsäuren in Lebensmitteln vor, in dem sie den Mitgliedstaaten die Option zur Begrenzung des Anteils industrieller Transfette in Nahrungsmitteln unterbreitete. Zwar haben manche EU-Länder bereits rechtliche Höchstwerte für Transfette in Nahrungsmitteln definiert, ein EU-weiter Beschluss fehlt aber bisher.

Weitere Informationen:

Briefing zu Transfettsäuren

Bericht der EU-Kommission über Transfettsäuren in Lebensmitteln und in der generellen Ernährung der Bevölkerung der Union

Video

Pressemitteilungen