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Brüssel - Europäische Kreditvergabe-Institutionen dürfen nicht länger tierschutzwidrige Produktionsanlagen außerhalb der EU fördern!

Zur Vorstellung des von Humane Society International erstellten Berichtes zu Exportkrediten und Tierschutzstandards heute in Berlin, erklärt Martin Häusling, agrarpolitischer Sprecher der Grünen/EFA im Europäischen Parlament und Mitglied im Umweltausschuss:

„Der hier von Humane Society International zusammen mit dem DNR und der Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt vorgestellte Bericht „Internationale Finanzinstitutionen, Exportkreditagenturen und Tierwohl in der Landwirtschaft“ belegt neben der ethischen Fragwürdigkeit ein weiteres Mal auch die strukturelle Unvernunft solcher Finanzierungs-mechanismen.

Kreditvergaben außerhalb der EU, die Massentierhaltungen fördern, die nicht einmal den EU-Tierschutz-Standard einhalten, bedeuten viel Leid für Tiere. Darüber hinaus kommen Produkte aus solchen Anlagen zu uns nach Europa zurück, was unsere Tierschutzregeln unterläuft und europäische Landwirte, die hohe Standards einhalten, unter enormen Konkurrenzdruck setzt.“

Anteilseigner der Finanzinstitutionen sind die Mitgliedstaaten. Diese müssen jetzt endlich dafür sorgen, dass Kredite und Bürgschaften nur noch für Ställe bereitgestellt werden, die europäischen Tierschutzstandards entsprechen. Von der EU-Kommission fordere ich, dass sie eine koordinierende Funktion übernimmt, um eine einheitliche Politik ihrer Mitgliedstaaten sicherzustellen, damit die Ziele der EU-Tierschutzstrategie nicht länger durch diese Geldvergabepraxis unterlaufen und für europäische Landwirte erschwert werden.“


Beispiel:
In der EU sind nicht-ausgestaltete Käfige verboten, in Deutschland auch ausgestaltete. Die
Herstellung dieser Systeme ist davon aber nicht betroffen und einige große Hersteller befinden sich in Deutschland, den Niederlanden, Italien und anderen EU-Staaten. Bei großen Exporten solcher Käfigsysteme in Drittstaaten müssen die Käfighersteller nicht einmal ihr wirtschaftliches Risiko tragen, sondern können es dank Exportkreditgarantien („Hermesbürgschaften“) auf die Allgemeinheit überwälzen.  

Siehe auch:
Rückblick auf die Veranstaltung „Europäische Investitionen in Tierhaltungsanlagen in Nicht-EU-Ländern“

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