Grüne Europagruppe Grüne EFA

Tierhaltung und Tierschutz

01.09.2015

Deutsche Welle - Immer Ärger mit der Milch

Deutsche Welle - Landwirtschaft
Tausende Milchbauern in Deutschland protestieren gegen gesunkene Milchpreise. Aber die EU-Kommission will nicht zurück zum alten System der Marktregulierung.

"Die Milchquote ist verschwunden, und sie wird für immer verschwunden bleiben", stellte EU-Agrarkommissar Phil Hogan Ende August klar, als neue Proteste von Milchbauern angekündigt wurden. Gerade in diesem Frühjahr war die Quote abgeschafft worden, und jetzt sagt der aus Irland stammende Kommissar, er zögere, gleich wieder neue Interventionsmechanismen einzurichten. Lieber sollten die Erzeuger auf dem globalen Milchmarkt nach Export- und Expansionsmöglichkeiten suchen.

Über 30 Jahre lang hatte die EU mit der Milchquote festgelegt, welches Mitgliedsland wie viel produzieren durfte. Gerade deutsche Milchbauern rannten dagegen an und wollten Freiheit, um ihre Chancen auf dem Weltmarkt zu nutzen. Soll es jetzt eine agrarpolitische Rolle rückwärts geben? Die Vertreter der Milchbauern sprechen von einer Krise, aber Hogan fragt zurück."Was ist eine Krise? Wenn der Preis unter 30 Cent pro Liter rutscht?" So pauschal könne man das Problem nicht sehen, denn die Produktionskosten seien etwa in Osteuropa viel niedriger als in westeuropäischen Ländern, man könne also nicht ein Niveau für alle festlegen.

In der kommenden Woche treffen sich in Brüssel die Landwirtschaftsminister, und viele fordern, den klagenden Milchbauern wieder mit europäischem Geld unter die Arme zu greifen. Erwartet werden zumindest Ausgleichszahlungen aus EU-Mitteln, gespeist von der sogenannten Überschussabgabe. Abgesehen davon, betont der Kommissar, habe Brüssel bereits 350 Millionen Euro bereitgestellt, um Verluste durch die Russland-Sanktionen auszugleichen. Auch darüber klagen nämlich viele Milchhersteller: Sie seien schwer von den Importverboten gegen europäische Agrarprodukte betroffen, die Präsident Putin als Antwort auf die EU-Sanktionen verhängt hat. Unlängst ließ er einen kleinen Berg von französischem Käse unterbaggern: "Die Probleme mit Putin werden so bald nicht enden", sagt Phil Hogan dazu lapidar.

Es gibt einen Schweinezyklus auf dem Milchmarkt

Warum aber sind innerhalb kurzer Zeit die Milchpreise von rund 40 Cent pro Liter – eine Marge, die für die Bauern profitabel war – auf weit unter 30 Cent gesunken? Tatsächlich fluktuiert der Milchpreis schon seit Jahren. Auch auf diesem Markt gibt es, was Konjunkturforscher den "Schweinezyklus" nennen: 2009 wurden in Deutschland z.B. 22 Cent pro Liter gezahlt, also noch weniger, als die Bauern derzeit bekommen. 2011 stieg der Preis auf 35 Cent, dann ging es wieder bergab, und danach bis 2015 steil bergauf. Die Hersteller sind also durchaus an Schwankungen gewöhnt.

Verantwortlich sei diesmal sowohl der Weltmarkt als auch eine gewisse Überproduktion, sagt die EU-Kommission: Die Krise in China habe zu einem deutlichen Rückgang der Milchexporte dorthin geführt. "Auf dem globalen Markt gibt es 2 Prozent Überschuss bei Milchprodukten", schätzt Kommissar Hogan. Und er fordert die Bauern und die Molkereien auf, statt nach der EU zu rufen, lieber nach neuen Absatzmärkten Ausschau zu halten. Der Milchabsatz in Asien und Südamerika werde weiter wachsen, trotz der gegenwärtigen Probleme mit China.

Die ganze Strategie ist falsch

Martin Häusling ist selbst Bauer und kennt das Geschäft. Der Europaabgeordnete der Grünen hält die neue Milchmarkt-Strategie der EU-Kommission für falsch. "Die absolute Liberalisierung funktioniert auch nicht", das müsse man in Brüssel einsehen. Wenn es so weitergehe, würden immer mehr kleine Betriebe verschwinden. Am Ende werde es wieder Marktinterventionen geben, man erinnert sich an die berühmt-berüchtigten Butterberge und Milchseen der europäischen Vergangenheit.

Häusling glaubt, es sei falsch gewesen, die Milchproduktion am Weltmarkt auszurichten. "Es gibt einen Markt für fair produzierte Milch in Europa", und darauf sollten sich die Bauern in der EU konzentrieren. Hier sei nicht nur der neue Agrarkommissar in Brüssel in die falsche Richtung marschiert, weil er und seine Vorgänger die Milchbauern zu globalen Exporteuren hätten machen wollen. Was aber China angeht – da hätten sich viele Experten einfach geirrt. Inzwischen setze Peking auf eigene Milchproduktion und sei dabei, Stallanlagen für 100.000 Kühe zu bauen. Und zu Russland sagt der Europaabgeordnete nur: "Auf einen Freund wie Putin konnte man sich noch nie verlassen."

Unser Markt ist in Europa

Die Preise werden durch den Weltmarkt kaputtgemacht, erklärt Martin Häusling. Wir sollten uns lieber auf den Absatz in Europa konzentrieren, hier gebe es einen Markt für fair produzierte Milch, und die Verbraucher hätten Interesse an der bäuerlichen Erzeugung und der Herkunft. Dabei könnten dann auch kostendeckende Preise erzielt werden. Der Europaabgeordnete fordert eine Art "runden Tisch der Milchhersteller", wo sich die großen Molkereien mit den Vertretern der Erzeuger zusammensetzen müssten, um je nach Bedarf eine Produktionsobergrenze für Milch festzulegen. Wenn es dann zu Preiseinbrüchen komme wie derzeit, plädiert auch er für Ausgleichszahlungen, aber die sollten auf jeden Fall nur vorübergehend gezahlt werden.

29.07.2015

Europäischer Milchgipfel jetzt!

Brüssel
Milch: Europa kommt nur miteinander, nicht gegeneinander aus der Krise: Europäischer Milchgipfel jetzt!
 
Zur Debatte über die Proteste französischen Milchbauern an deutschen Grenzen kommentiert Martin Häusling, agrarpolitischer Sprecher der Grünen/EFA im Europäischen Parlament:
Der ruinöse Milch-Preiskampf trifft alle Milchbauern in Europa. Schuldzuweisungen und ein gegeneinander Ausspielen sind das Letzte, was sie jetzt gebrauchen können. Sie sind Verlierer einer Politik, die sehenden Auges in diese Krise gesteuert ist und sich seit Monaten aus der Verantwortung für zukunftsfähige Instrumente und Steuerungsmöglichkeiten für den europäischen Milchmarkt windet.
 
Viel zu lange haben vor allem der Bauernverband und die deutsche Ernährungsindustrie mit politischer Unterstützung auch den deutschen Milchbauern weis gemacht, dass Wettbewerbssteigerung und Exportmarktorientierung ihre Zukunft richten und sichern werden. Stattdessen finden sie sich jetzt in einem Dumping-Wettstreit mit ihren europäischen Kollegen wieder, der die Existenzen zahlreicher Milchbauern in ganz Europa akut bedroht.

Auch Agrarminister Schmidt stellt sich mit seiner Lehrmeisterei gegenüber französischen Bauern ein beschämendes Armutszeugnis über sein politisches Verständnis und Verantwortungsbewusstsein der Krise aus.
 
Hier hilft nur eins: ein europäischer Milchgipfel. Und zwar jetzt und nicht erst im September. Denn weder pausiert die Milchmarktkrise noch können die Probleme warten. Europas Milchbauern haben ein Recht darauf, dass die Krise in ihrer Dimension endlich wahrgenommen und europaweit solidarisch und politisch verantwortlich gehandelt wird.

09.07.2015

Rede zur Umsetzung des Milchpakets

06.07.15 Umsetzung des Milchpakets (Aussprache)      
Video des Beitrags   

"Herr Präsident, Herr Kommissar! Ich war eben ein klein wenig entsetzt, weil Sie immer noch nicht von einer Krise reden, sondern von Preisschwankungen auf dem Markt. Was sollen denn die 650 000 Milchbauern davon halten, wenn ihre Preise um 30 % zurückgehen? Preisschwankungen? Ich glaube, Sie sind fern von jeder Realität. Wir sind in einer richtigen Krise, und die hat mit der Liberalisierungspolitik der letzten Jahre zu tun. Das müssten Sie endlich einmal anerkennen.

Sie haben nicht den Mut oder Sie wollen es auch nicht, dass man wieder darüber nachdenkt, auch Marktregeln einzuführen. Was am Ende bleibt in dieser Politik, ist, dass wir wieder Exporterstattungen zahlen – der Steuerzahler finanziert den Export. Warum scheuen Sie eigentlich eine Diskussion, doch mal wieder darüber nachzudenken, wirklich eine Angebotsregulierung vorzunehmen?

Ich glaube, die Stärkung der Milcherzeuger gegenüber Molkereien und gegenüber dem Handel ist wirklich ein Instrument, das noch nicht gelungen ist. Da gibt es immer noch viel zu wenig Rechte für die Milchbauern, und wir haben eine kritische Situation von allen Milchbauern in den Bergregionen. Da müssen Sie endlich auch Nothilfen ins Auge fassen, da können wir nicht noch abwarten."

07.07.2015

Milchkrise - Realitätsverlust der Kommission

EU-Agrarkommissar Phil Hogan blendet die wahren Verhältnisse am Milchmarkt aus und nimmt den Exitus tausender Milcherzeuger in Kauf, kritisiert der agrarpolitische Sprecher der Grünen/EFA im Europäischen Parlament, Martin Häusling:

„Hogan hat in der Parlamentsdebatte über die Milchkrise gezeigt, dass er starrsinnig in seiner Ideologie eines liberalisierten Milchmarktes verharrt. Er nimmt nicht zur Kenntnis, dass bei einem anhaltenden Preisverfall die gängigen Instrumente wie Einlagerung zum Interventionspreis, Nothilfen oder Investitionskredite  sind nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Der Kommissar steht völlig blank da und ignoriert das Schicksal Tausender von Milchproduzenten, die mit Preisen, die 30 Prozent unter jenen des Vorjahres liegen, nicht einmal annähernd über die Runden kommen können.

Die Kommission ignoriert, dass wir in einer handfesten Krise stecken. Gleichzeitig sagt sie selbst, dass das Preistief diesmal länger anhalten werde als im Krisenjahr 2009. In einer solchen Situation zu behaupten, es handle sich analog zum Schweinezyklus um normale Preisschwankungen, entbehrt jeder Realitätsnähe.

Wie wenig Einblick der Agrarkommissar in die Situation der Milchbauern hat, zeigen Hogans Bemerkungen über die Exportchancen für Milch auf dem Weltmarkt. So hat der Kommissar allen Ernstes die Hoffnung verbreitet, dass, nachdem Russland und auch China als Exportmarkt weitgehend ausgefallen sind, nun eine entlastende Nachfrage aus dem Nahen Osten zu erwarten sei. Das macht sprachlos. Dahinter stecken Länder, aus denen wir in diesen Zeiten ganz andere Nachrichten hören. Solche Verlautbarungen verhöhnen die Menschen im Nahen Osten und verhöhnen die europäischen Milchbauern.“

25.06.2015

Neuartige Lebensmittel - Interessen der Industrie vor Verbraucherschutz gestellt

Brüssel - Die Grünen im Europäischen Parlament bedauern das Votum  des Umweltausschusses des Europäischen Parlaments, den Handel von Nano-Lebensmitteln und dem Fleisch der Nachkommen  geklonter Tiere zu erleichtern. Martin Häusling, Mitglied des Umweltausschusses, kommentiert das Ergebnis:

„Dieser Kompromiss ist eine Enttäuschung, ein Rückschritt und das Gegenteil dessen, was der Umweltausschuss selbst noch im November 2014 selbst beschlossen hatte. Auf Druck der Regierungen und der Lobbyisten haben die Vertreter  des EU-Parlaments alle Voten des Umweltausschusses zu den Akten gelegt. Es gibt kein Moratorium für Nano-Lebensmittel mehr. Nur mit einem Moratorium aber wäre gewährleistet, dass Lebensmittel, die mit Hilfe von Nanotechnologie hergestellt wurden, erst nach einer entsprechenden Unbedenklichkeitsüberprüfung in Umlauf gebracht werden dürfen.
Es ist zudem Verbraucher-feindlich, dass keine Kennzeichnungspflicht für Lebensmittel aus geklonten Tieren und deren Nachfahren vorgesehen ist. Diese Kennzeichnung ist aus meiner Sicht mindestens  solange zwingend, wie es  keine eigene Gesetzgebung zu Lebensmitteln aus geklonten Tieren gibt.

Wir müssen mit neuartigen Lebensmittel höchst umsichtig verfahren. Die Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit sowie die Gesundheit von Tieren und auf die Umwelt sind noch viel zu wenig bekannt. Niemand kann heute die Folgen dieser Lebensmittel auf die menschliche Gesundheit vorhersagen. Die Grünen/EFA-Fraktion wird deshalb dafür streiten, dass dieser Beschluss vom Europäischen Parlament wieder  gekippt wird."

17.06.2015

EU-Abgeordnete stimmen gegen Klonfood

Brüssel - Ausschussabstimmung zum Klonen

Der Agrarausschuss und der Ausschuss für Umwelt und Lebensmittelsicherheit des Europäischen Parlaments haben an diesem Mittwoch über neue Regeln für geklonte Tiere und Lebensmittel abgestimmt. Die Regeln sollen verbindlicher und strenger werden als von der EU-Kommission vorgeschlagen. Das Parlament will in diesem Bereich keine Richtlinie, die Regierungen der EU-Mitgliedsstaaten selbst ausgestalten können, sondern eine Verordnung mit den gleichen Vorgaben für alle. Dazu sagt Martin Häusling, agrarpolitischer Sprecher der Grünen/EFA-Fraktion im Europäischen Parlament:

"Diese Abstimmung ist eine gute Nachricht für die Verbraucherinnen und Verbraucher. Mit dem klaren Verbot können sie sich darauf verlassen, dass sich in ihren Lebensmitteln weder geklonte Tiere noch deren Nachkommen finden. Klonen widerspricht Tier- und Verbraucherschutz. Es ist wissenschaftlich nachgewiesen, dass bei geklonten Tieren große Probleme auftreten. Fehlgeburten und andere Komplikationen sind an der Tagesordnung. Außerdem ist noch ungeklärt, welche Auswirkungen geklonte Lebensmittel auf unsere Nahrungsmittelsicherheit haben können.

Die Grünen/EFA-Fraktion hat sich für ein klares Verbot von Lebensmitteln aus Klonen, deren Fortpflanzungsmaterial und Nachkommen sowie Regeln zur Rückverfolgbarkeit eingesetzt. Die beiden Ausschüsse sind diesen Forderungen gefolgt."

Nun müssen die Abgeordneten im Plenum sowie die Regierungen der EU-Mitgliedsstaaten dem klaren Votum der Ausschüsse folgen. Von der deutschen Bundesregierung erwarten wir, dass sie sich nun mindestens für eine Kennzeichnung von Produkten aus Nachkommen geklonter Tiere ausspricht, wie im Koalitionsvertrag versprochen.
 

17.06.2015

EU-Parlamentarier wollen umfassendes Klonfleisch-Verbot

epd - Gesetz soll auch für Klontier-Nachkommen gelten
Brüssel (epd). Zwei Fachausschüsse des Europaparlaments haben sich dafür ausgesprochen, in der Lebensmittelproduktion grundsätzlich keine geklonten Tiere einzusetzen. Weder das Klonen von Nutztieren noch der Verkauf von Klonfleisch oder -milch sollten künftig in Europa zulässig sein, verlangten der Gesundheits- und der Agrarausschuss des Parlaments am Mittwoch in Brüssel. Auch Lebensmittel von Nachfahren geklonter Tiere sollten verboten werden, ebenso wie der Import entsprechender Samenzellen und Embryonen, meinen die Abgeordneten.

Mit dieser Position gehen die Fachausschüsse weit über die von der EU-Kommission 2013 vorgelegten Gesetzesvorschläge hinaus. Die Kommission hatte sich dafür ausgesprochen, Lebensmittel aus geklonten Tieren nicht auf die Teller der europäischen Verbraucher zu lassen. Ein Verbot oder eine Kennzeichnung für Produkte aus Klon-Nachfahren lehnte sie jedoch ab. Damit bahnt sich Streit zwischen den drei großen EU-Institutionen an - auch einige EU-Regierungen im Ministerrat wollen keine sehr strengen Klon-Vorschriften.

Im Moment klonen hauptsächlich Firmen in den USA, Kanada und Argentinien Tiere für die Nahrungsmittelherstellung. Es geht darum, Tiere zu schaffen, die beispielsweise besonders viel Milch geben oder besonders kräftig sind. Die Klontiere selbst dienen allein der Zucht, während ihre Nachfahren und ihre Samenzellen für die weltweite Vermarktung interessant sind. Experten vermuten daher, dass die Europäer derzeit Lebensmittel auf den Tellern haben, die beispielsweise mit Hilfe international gehandeltem Klontier-Spermas hergestellt wurden.

Die Kritik an der Klon-Praxis ist hauptsächlich ethischer Natur. "Klontiere leiden sehr häufig an Missbildungen, Fehlfunktionen der Organe und Defiziten des Immunsystems", sagte die Berichterstatterin des Gesundheitsausschusses, Renate Sommer (CDU). "Die Erfolgsrate bei der Klontechnik liegt nur bei etwa zehn Prozent." Es wäre daher inkonsequent, bei einem Verbot die Nachkommen außer Acht zu lassen, unterstrich Sommer. "Die EU-Kommission hat wohl Angst vor Handelsproblemen, auch vor der Welthandelsorganisation. Das Parlament hatte dieses Problem aber noch nie", sagte sie.

Um ganz sicher zu sein, dass künftig keine Klon-Produkte mehr über die europäischen Grenzen kommen, wollen die Parlamentarier ein System der Rückverfolgbarkeit in der Importkette einrichten. Das Plenum des Parlaments stimmt voraussichtlich im Herbst ab, anschließend muss ein Kompromiss mit dem EU-Ministerrat und der EU-Kommission gefunden werden. "Von der deutschen Bundesregierung erwarten wir, dass sie sich nun mindestens für eine Kennzeichnung von Produkten aus Nachkommen geklonter Tiere ausspricht, wie im Koalitionsvertrag versprochen", sagte der Grünen-Europaabgeordnete Martin Häusling.

12.06.2015

NZZ - Umstrittene EU-Ferntransporte von Nutztieren: Von Krakau nach Beirut ins Schlachthaus

Neue Züricher Zeitung - Der Export von lebendem Vieh aus der EU boomt. Die Folge davon sind immer längere Routen, bei denen die Tiere tagelang auf Lastwagen und Schiffen ausharren müssen. Die Kritik an den Zuständen wächst.

[...] Für Martin Häusling, agrarpolitischer Sprecher der Grünen im EU-Parlament, sind diese Erkenntnisse nicht neu. Seit Jahren setzt sich der Deutsche mit dem Thema als Politiker und Bio-Landwirt auseinander. Mit Sorge betrachtet er deshalb den Trend innerhalb der EU, die Landwirtschaft zunehmend exportorientiert auszurichten und auf subventionierte Spezialisierungen zu setzen. Bei den Ferntransporten von Nutztieren zu Schlachtzwecken führt dies zu immer längeren Routen (siehe Karte), was die Kontrolle der Einhaltung der Tierschutzbestimmungen erschwert oder gar verunmöglicht. Letzteres trifft insbesondere auf die Schiffstransporte zu. «Im Frachtraum wird kein Platz verschenkt, die Tiere verfügen nicht über einen einzigen Zentimeter Bewegungsfreiheit», sagt Häusling. Die Zustände an Bord seien katastrophal, oft vegetierten die Tiere tagelang ohne Zugang zu Wasser vor sich hin. Eine Kontrolle an Bord durch die Behörden gibt es nicht, die Tiere sind der Willkür der Schiffsbesatzung ausgesetzt. Dass es sich dabei nicht um wenige Transporte handelt, geht aus EU-Statistiken zum Export lebender Tiere in Drittländer hervor: Allein nach Libanon werden pro Woche rund 3100 Rinder verschifft. «Bei diesem Massengeschäft geht der Verlust von Tieren, die während des Transportes sterben, unter», sagt Häusling. Einzig die Masse mache die Gewinnmarge aus. Dass es sich lohnt, lebende Tiere überhaupt derart weit zu befördern, hat mehrere Gründe: der steigende Fleischkonsum in Ländern, die aus wirtschaftlichen Überlegungen keine Nutztiere züchten, das rituelle Schlachten wie das Schächten, das in mehreren EU-Ländern verboten ist, die hohen Kosten für die Kühltechnik, die beim Transport von Gefrierfleisch anfallen würden.

Der steigende Export von Nutztieren sorgt auch innerhalb der EU für Kontroversen und fand als Thema Ende März Eingang in die von der EU herausgegebene Zeitschrift «The Parliament Magazine». In einem Meinungsbeitrag wird die Missachtung der EU-Gesetze bei Ferntransporten in Drittstaaten angeprangert. Die Bedingungen in diesen Ländern würden sich stark von den Vorschriften der EU unterscheiden, die Tiere litten nicht nur unter den langen Transporten, auch auf ihr Wohl und ihre Bedürfnisse werde keine Rücksicht genommen. Nicht zuletzt seien die Schlachtmethoden grausam. Der EU-Kommission werden kurzsichtige wirtschaftliche Interessen vorgeworfen, diesen Handel weiter zu gewähren.

Urteil «ein riesiger Schritt»
Die wachsende Kritik an den unhaltbaren Zuständen ist inzwischen nicht ohne Folge geblieben, zumindest auf juristischer Ebene. Am 23. April hat der Europäische Gerichtshof entschieden , dass der Tierschutz nicht an den Aussengrenzen der EU endet. In einem Verfahren gegen einen deutschen Zuchtviehexporteur wurde das Urteil gefällt, dass auch nach der Grenzüberquerung den EU-Tierschutzauflagen wie Transportzeiten oder Versorgungsintervallen mit Futter und Wasser nachzukommen sei.

«Dies ist ein riesiger Schritt in die richtige Richtung», gibt sich TSB-Präsident Ditfurth erleichtert. Nach diesem Entscheid könne künftig bei Verstössen eine Anzeige mit Erfolgsaussicht gegen die Verantwortlichen der Transporte in Drittstaaten erstattet werden. Einen grundlegenden Wandel bei den Exporten in Drittstaaten kann laut EU-Parlamentarier Häusling allerdings nur der Druck durch die Öffentlichkeit bewirken. Bis zur Abschaffung der Käfighaltung für Hühner habe es schliesslich auch 30 Jahre gedauert, sagt der Bio-Landwirt lakonisch.

28.05.2015

HNA - Preis fällt weiter: Milch ist oft billiger als Mineralwasser

HNA- Schwalm-Eder. Acht Wochen nach dem Fall der Milchquote herrscht Enttäuschung bei den Bauern, während die Verbraucher in den Märkten sich freuen können. Schon für 55 Cent pro Liter gibt es Milch im Handel zu kaufen.

Marktführer Aldi hat die Preise für Milch, Schlagsahne, Kondensmilch, Crème fraîche und Butter teilweise um mehr als zehn Prozent gesenkt.

Günther Koch, Biobauer aus Homberg, ist klar, warum das so kam: „Die Kollegen haben neue Stallkapazitäten geschaffen, geben Gas, produzieren Milch ohne Ende.“

Nur noch 30 Cent pro Kilo Milch zahlen die meisten Molkereien laut Koch, dabei koste die Erzeugung hierzulande mindestens 40 Cent. Die Preisspirale werde sich sogar noch weiter abwärts drehen auf demnächst nur noch 25 Cent, Koch: „Die Talsohle ist noch nicht erreicht“.

„Davon kann hier keiner leben“, sagte auf HNA-Anfrage Martin Häusling. Der agrarpolitische Sprecher der Grünen-Fraktion im Europaparlament geht ebenfalls davon aus, dass sich die Bedingungen für die Milchbauern noch verschlechtern, „denn die Milchmenge wird weiter ansteigen“, ein ruinöser Wettbewerb sei die Folge. In diesem könnten bald nur noch Höfe bestehen, die zwischen 150 und 300 Stück Milchvieh haben, wie es in Norddeutschland bereits oft der Fall sei.

Die Milchquote will trotzdem keiner zurück, meint der Europaabgeordnete (Bad Zwesten), ein freiwilliger Produktionsverzicht könnte hilfreicher sein, so Häusling. Es sei notwendig, sich an einem runden Tisch zusammenzufinden, wenn sich „der Markt nicht kannibalisieren soll“.

Der Handel nutze die Situation derzeit einfach aus, „Milch ist Ramschware geworden, wesentlich billiger als Mineralwasser“. Gegensteuern könne man mit „freiwilliger Marktsteuerung“.

Während Politiker und Landwirt Martin Häusling von einer Kannibalisierung des deutschen und des europäischen Milchmarktes spricht, winkt Hans-Richard Schneeweiß ab. Laut des Vorstandssprechers der Edeka Hessenring Gruppe (Melsungen) „gibt es immer ein Auf und Ab“. Der Ruf nach staatlicher Regulierung sei immer bedenklich, es gelte „intelligentere Lösungen zu finden“. Die Russlandkrise und das Vorhandensein riesiger Milchbestände in China seien nicht zu unterschätzende Faktoren für die Entwicklung des Milchpreises.

Dass man allerdings Übermengen zum Beispiel als Milchpulvern einlagern sollte, wie es der Bauernverband in Brüssel propagiere, hält Landwirt Günther Koch für eine schlechte Lösung. Er fordert „eine Anpassung der Produktion an den Verbrauch“. Auf den Export nach Fernost zu setzen, ist für Koch Unsinn, solange etwa die Neuseeländer aufgrund ihrer klimatischen Bedingungen und den Verzicht auf Stallungen das Kilo Milch für 23 Cent erzeugen können. Da könne man für die Berufskollegen in Hessen und in Deutschland einfach nur schwarzsehen.

„Die kleineren Betriebe in den benachteiligten Regionen kommen als erste unter Druck“, argumentiert Martin Häusling (Grünen-Europaabgeordneter). Auch er ist deshalb dafür, die Milchmenge zu begrenzen: „Die Erzeuger müssen selbst versuchen, Milchmengen zu drosseln.“

Am normalen Wettbewerbsverhalten im Handel lasse sich jedenfalls nicht drehen, sagt Hans-Richard Schneeweiß. Alle Ketten würden sich bei den Grundpreisen an Aldi orientieren. Er wünscht sich einfach mehr Achtung für die Landwirtschaft, ohne die es gar keine ursprünglichen Lebensmittel gebe. Bei Edeka finde der Kunde auch fair gehandelte Milch, „wir bieten viel mehr als die Discounter, rund 60 Milchprodukte verschiedener Molkereien“. Hinzu kämen laktosefreie und Milchersatzprodukte.

Von der konventionellen Produktion hat sich so Bauer Koch verabschiedet. Die 95 Kühe auf seinem 1888 gegründeten Betrieb werden seit 2012 nach Bio-Richtlinien gehalten, seine Bio-Milch wird direkt vermarktet - für derzeit 47 Cent pro Kilo für den Erzeuger.

13.05.2015

Wider jede Vernunft - Auswirkungen des Antibiotika-Verbrauchs in der Tierhaltung

pig 11245 1280Einladung

Wider jede Vernunft - Auswirkungen des Antibiotika-Verbrauchs in der Tierhaltung

Podiumsdebatte mit anschließender Publikumsdiskussion und Vorstellung der Studie „Masse statt Klasse – Eine Haltung, die krank macht“

Mittwoch, 13. Mai 2015, 18.00 bis 21.00 Uhr
Heinrich-Böll-Stiftung, Schumannstraße 8, 10117 Berlin

13.05.2015

Aktualisierte Neuauflage: Masse statt Klasse - Eine Haltung, die krank macht

130624 Titel AntibiotikaÜber den Antibiotikaeinsatz in der Tierhaltung und die Zunahme von resistenten Bakterien

Mai 2015 - Die aktualisierte Studie im Auftrag von Martin Häusling, MEP
Autor: Kathrin Birkel

Mitschnitt der Veranstaltung zur Studienvorstellung vom 13.05.15 in Berlin

„In den letzten Jahren ist es in Europa zu einem explosionsartigen Anstieg resistenter Mikroorganismen gekommen, die in der Humanmedizin nicht mehr durch eine Antibiotika-Therapie behandelbar sind. Eine der Hauptursachen ist der massenhafte Einsatz von Antibiotika in der Tiermast. Dieser Entwicklung muss dringend und konsequent etwas entgegengesetzt werden. In der Tierhaltung werden in Deutschland mehr als doppelt so viel Antibiotika eingesetzt – nämlich über 1700 Tonnen, wie im gesamten Humanbereich (hier sind es 800 Tonnen). Das fördert massiv die Entwicklung von Resistenzen. Wer sich nicht für einen deutlich stärkeren Rückgang des Antibiotika-Einsatzes in der Tierhaltung einsetzt, nimmt fahrlässig eine Gefährdung der Gesundheit der Bevölkerung in Kauf.
Unabhängig von der Ausgestaltung der Antibiotika-Politik in den einzelnen Mitgliedstaaten brauchen wir hier ein gesamteuropäisches Vorgehen.

20.04.2015

Briefing zu den Richtlinien zum Klonen von Tieren

150419 KlonenDie neue EU-Gesetzgebung zum Klonen kommt langsam in die interessante Phase. Die Vorschläge von der EU liegen auf dem Tisch. Die EU-Abgeordneten können zum entsprechenden Bericht bis Ende der Woche Änderungsanträge einreichen.
Weil das Thema kompliziert, aber interessant ist, haben wir ein Hintergrundbriefing mit Infos und natürlich auch der grünen Position erstellt.

Zum Dokument

20.04.2015

ARD Europamagazin: Keine Chance gegen Tierquälerei?

150419 ARD europamagazin Angorahasen19.04.15 | 04:49 Min. / O-Ton ab 2:20 und 3:30

Kinder lieben sie, als Haustiere stehen sie ganz oben auf der Rangliste der Deutschen: Kaninchen.

20.03.2015

Agrarministerkonferenz und BDM-Demo: Exportorientierung weder für Bauern noch für Verbraucher hilfreich

Wiesbaden -  Bei der Demonstration des Bundesverbands Deutscher Milchviehhalter (BDM) zur Agrarministerkonferenz in Bad Homburg hat der agrarpolitische Sprecher der Grünen/EFA im Europäischen Parlament, Martin Häusling, sich vehement gegen die Exportorientierung der EU-Milchpolitik ausgesprochen.

„EU-Agrarkommissar Phil Hogan ist mit Blindheit geschlagen, wenn er die Krise auf dem Milchmarkt ausblendet. Seine Devise, die Eroberung der Welt mit Milch aus europäischen Ställen werde den hiesigen Landwirten ein ausreichendes Einkommen verschaffen, geht an der Realität vorbei. Exportorientierung und Kostenreduktion um jeden Preis sind weder für die Bauern noch für die Verbraucher hilfreich. Denn die europäischen Verbraucher  wollen eine regional erzeugte Milch von gesunden, möglichst auf der Weide gehaltenen Kühen.
Wer aber allein auf die Exporttube drückt und von regionaler Herkunftsbezeichnung nichts wissen will, der ignoriert die Interessen von Bauern und Verbrauchern. Ich fordere Brüssel auf, die Milchproduktion am europäischen Bedarf auszurichten und darauf zu verzichten, ständig auf einen ungewissen, volatilen Weltmarkt zu schielen.“
Häusling kritisierte zugleich die Geschäftspolitik vieler Genossenschaften: „Leider ignoriert die EU-Kommission, dass die Genossenschaften häufig nicht im Interesse ihrer Mitglieder operieren. Sie machen große Gewinne, beteiligen aber die Bauern als ihre Träger nicht daran. Diese Tatsache wird in Brüssel weiter ignoriert, worin ich einen schlichten Skandal sehe.“
Der Europaabgeordnete Häusling, der Berichterstatter des Europäischen Parlaments zur Revision der EU-Öko-Verordnung ist, war am heutigen Freitag von der Agrarministerkonferenz  geladen worden. Er machte vor den Landesagrarministern die kritische Einstellung des Parlaments zur Revision der Öko-Verordnung deutlich.  
                        
Weitere Informationen:
Die Grünen/EFA im Europäischen Parlament - Martin Häusling
Tel. +32-2-284-5820, Fax +32-2-284-9820 Email: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

18.03.2015

Tierarzneimittel: Verbrauchergesundheit wichtiger als erleichterter Marktzugang!

Brüssel -  Die Vorschläge der EU-Kommission für ein neues  Tierarzneimittelrecht gehen nach Ansicht des agrarpolitischen Sprechers der Grünen/EFA im Europäischen Parlament, Martin Häusling, am Hauptproblem, der ausufernden Antibiotika-Anwendung, vorbei:
„Statt sich endlich um eine Eindämmung des Antibiotika-Verbrauchs zu kümmern und damit das aktuelle Kernproblem zu lösen, will die Kommission die Zulassungs-bestimmungen für neue Tierarzneimittel lockern. Die Behauptung, es gebe zu wenig Mittel, aber ist nicht belegt und trifft aus meiner Sicht auch gar nicht zu.
Die Probleme, die wir in der Tierhaltung haben, sind ganz anders gelagert und hängen fast immer mit den Antibiotika zusammen: Das völlig unambitionierte Tierarznei-mittelpaket der Kommission will zwar die Anwendung von Reserve-Antibiotika, die für die Behandlung von Menschen oft der letzte Rettungsanker sind, zurückdrängen. Aber die Vergabe dieser Mittel im Stall will die EU-Kommission nicht verbieten, sondern allenfalls einschränken. Ihre Vorschläge zu diesem Punkt sind schwammig, denn sie lassen jede Menge Ausnahmen zu. Reserve-Antibiotika haben aus meiner Sicht in der Tierhaltung nichts zu suchen und müssen allein der Behandlung kranker Menschen vorbehalten bleiben.
Ungelöst ist zudem das Problem der prophylaktischen Vergabe von Antibiotika. Denn das Verbot der vorbeugenden Anwendung wird in der Praxis kaum kontrolliert. Nach wie vor werden zwei Drittel der Antibiotika im Tierbereich, nur ein Drittel in der Humanmedizin eingesetzt. Allein dieses Missverhältnis zeigt, dass dringend gegengesteuert werden muss.
Dazu gehört das Ende der Metaphylaxe, wenn, weil ein Schwein krank ist, alle anderen 999 gesunden Tiere im Stall ebenfalls medikamentös behandelt werden, obwohl die Masse der Tiere die Arznei gar nicht benötigt. Mit dieser unnötigen Praxis muss Schluss sein. Es muss die individuelle Behandlung des Tiers auch in großen Ställen möglich sein. Denn die mögliche Massenbehandlung an sich gesunder Tiere ist das Einfallstor  für Missbrauch.“

12.03.2015

Bessere Berücksichtigung von Umweltrisiken im europäischen Tierarzneimittelrecht gefordert

Bericht von der Veranstaltung des Umweltbundesamtes in der NRW-Landesvertretung am 04.03.2015
Am 04.03.2015 fand in der NRW-Landesvertretung eine Veranstaltung des Um-weltbundesamtes und der Finnish Safety and Chemicals Agency zu Umweltrisiken von Tier-arzneimitteln statt. Damit wurde die Diskussion über die verstärkte Integration von Umweltas-pekten in die neue EU-Tierarzneimittel-Verordnung eröffnet.

150304 Umweltrisiken im Bereich Tierarzneimittel 8x

Von links nach rechts:
Mathilde Harvey (Rapporteur for European procedures, French National Agency for Veterinary Medecinal Products (Anses - ANMV); Thomas Heberer (BVL); Prof. Thomas Backhaus (University of Gothenburg); Martin Häusling (MdEP); Helen Clayton (EU Commission, Directorate-General for the Environment); Ariane van der Stappen (European Commission, Directorate-General for Health and Consumers); Dr. Wolfgang Seidel (UBA/German Environment Agency)

Kompletter Bericht(entnommen aus dem EU-Wochenbericht der NRW-Landesvertretung)

Präsentation von Martin Häusling: Umwelteinwirkungen von Tierarznei

03.03.2015

ARD - EU: Das Ende der Milchquote

150301 ARDMilchquoteEU: Das Ende der Milchquote

01.03.2015 | 04:22 Min. | UT | Verfügbar bis 29.02.2016 | Quelle: Das Erste

Nach über 30 Jahren ist am 01. April Schluss damit: Die Milchquote fällt. Eingeführt wurde sie in den 80er Jahren, um Butterberge und Milchseen in den Griff zu bekommen.

25.02.2015

Haltungsbedingungen verbessern anstatt Medikamentierung von Nutztieren vereinfachen!

Brüssel - Zum Reformpaket zum EU-Recht zu Tierarzneimitteln und Arzneifuttermitteln erklärt Martin Häusling, agrarpolitischer Sprecher der Grünen/EFA im Europäischen Parlament:

„Als Schattenberichterstatter im Agrarausschuss und im Umweltausschuss werde ich mich dafür einsetzen, dass die Verordnungsvorschläge die richtigen Prioritäten setzen. Bislang liegt der Schwerpunkt zu sehr auf den Verkaufsinteressen der Pharmaindustrie und nicht darauf, die Verabreichung von Arzneimitteln – auch Antibiotika - möglichst zu verringern.
Antibiotikaresistenzen sollen eingedämmt werden durch das Verbot, Arzneifuttermittel präventiv oder als Wachstumsförderer zu verwenden.
Die Verabreichung von Antibiotika als Futterzusatz, statt als Arzneimittel gezielt per Spritze oder Pille, erreicht immer größere Gruppen von Tieren und muss daher generell ausgeschlossen werden, denn sie beschleunigt die Resistenzbildung enorm. Arzneimittel haben im Futter als genereller Zusatz nichts verloren.
Die Einschränkung des Einsatzes von für die menschliche Behandlung wichtigen Reserveantibiotika reicht nicht, der Einsatz muss verboten werden.
Insgesamt muss viel mehr an den Ursachen für Erkrankungen gearbeitet werden: Einheitliche Genetik, Hochleistungszucht und zu enge Haltungsbedingungen.
Wir brauchen robuste Rassen statt maximaler Leistung, mehr Auslauf für die Tiere und eine Verringerung der Viehdichte.“


Briefing zum Reformpaket: hier.

24.02.2015

1. Briefing zum EU-Tierarzneimittelpaket

Was ist das EU-Tierarzneimittelpaket?
Das EU-Tierarzneimittelpaket besteht aus insgesamt drei Verordnungsvorschlägen der Europäischen Kommission. Das Europäische Parlament wird diese Gesetzesvorschläge 2015 diskutieren und weiterentwickeln. Das Augenmerk meiner Arbeit im Europäischen Parlament an den Verordnungsvorschlägen wird dabei besonders darauf liegen, wie der Einsatz von Antibiotika geregelt wird. Momentan werden Antibiotika sowohl in der Human- als auch in der Tiermedizin leider viel zu oft und falsch eingesetzt - mit verheerenden Auswirkungen auf die Gesundheit von Mensch und Tier sowie auch die Umwelt. Als Schattenberichterstatter für alle drei Verordnungsvorschläge werde ich mich dafür einsetzen, dass die Verordnungen die richtigen Prioritäten setzen.

Weiterlesen: Briefing zum EU-Tierarzneimittelpaket (pdf)

23.02.2015

Anhörung zu Klonen von Tieren für die landwirtschaftliche Nutzung

Cloning of animals for farming purposes (joint hearing) AGRI ENVI

On 23 February, 15h, the ENVI and AGRI Committees will host a joint public hearing on the cloning of animals for farming purposes. MEPs will debate with experts on issues related to the animal cloning technique and on the impact of the Commission proposals for two Directives on this matter.

Lage : European Parliament, József Antall - Room JAN 4Q2, Brussels