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plastik

19.12.2018

EU-Plastikstrategie veröffentlicht: Weg mit dem Plastik - oder Mehrweg

Die Europäische Kommission hat heute Nachmittag ihre EU-Plastikstrategie veröffentlicht. Martin Häusling, agrarpolitischer Sprecher der Grünen und Mitglied des Umweltausschusses des Europäischen Parlaments, kommentiert

„Die inflationäre Verwendung von Plastik ist zunehmend mehr Fluch als Segen. Meerestiere mit Plastik im Magen sind ein Armutszeugnis unserer Wegwerfgesellschaft. Es ist begrüßenswert, dass die Europäische Kommission mit ihrer Strategie das Plastikproblem jetzt endlich angehen will und Einweg-Verpackungen wie Plastikflaschen und Plastikbecher reduzieren will. Sicher nicht ganz zufällig, dass diese Strategie nach dem chinesischen Importverbot für europäische Plastikabfälle kommt. Unseren Plastikmüll einfach auszulagern, wird künftig schwieriger sein. Wichtig ist nun, dass klare und nachvollziehbare Reduktionsziele vorgelegt und auch entsprechend umgesetzt werden.
Die Reduktion, die Wiederverwendung und das Recycling von Plastik sind essentielle Schritte um die schädlichen Umweltauswirkungen der Plastikherstellung und -verwendung zu reduzieren, und es ist gut, dass die Plastikstrategie diese in den Fokus nimmt. Die Europäische Kommission versäumt es aber, auch das Problem der Schadstoffbelastung von Plastik zu adressieren. Die gesundheitsgefährdenden Zusatz- oder Inhaltsstoffen von Plastikartikeln hätten dringend angepackt gehört. Flammenverzögerungsmittel, Weichmacher, Polycarbonate aus Bisphenol Aund viele andere gelangen bei der Verbrennung bzw. der Zersetzung des Plastiks in Luft, Boden und Wasser und schädigen Natur und Gesundheit. Hier muss dringend nachgebessert werden um das Plastikproblem im Sinne der Kreislaufwirtschaft umfassend angehen zu können“.

Weitere Informationen:
ZDF Mo.Ma: https://www.zdf.de/nachrichten/zdf-morgenmagazin/plastikmuell-116.html

19.12.2018

EU-Strategie für Kreislaufwirtschaft: „Plastikpest“ bekämpft man nicht mit Symbolpolitik

Das Europäische Parlament hat heute seine Europäische Strategie für Kunststoffe in der Kreislaufwirtschaft verabschiedet. Die Strategie hat zum Ziel, Plastikabfälle einzudämmen, sowie die Recyclingrate von Plastik zu erhöhen. Martin Häusling, Mitglied des Umwelt- und Gesundheitsausschusses des Europäischen Parlaments, kommentiert:

„Die Kunststoffstrategie nimmt sich eines augenscheinlichen Problems an: Viel zu viel Plastikmüll landet in der Umwelt - sei es in unseren Weltmeeren oder unseren Böden. Die Wiederverwendung und das Recycling von Plastik ist sehr gering. Weniger als 30% unseres Plastikabfalls werden recycelt. Über ein Drittel unserer Plastikabfälle landet auf Müllhalden oder wird verbrannt.

Plastik von vornherein zu vermeiden ist daher besser als Plastik wiederzuverwenden.  Zumal nicht jeder Kunststoff recycelt werden kann. Wenn aber schon Plastik, dann muss dieses frei von gesundheitsschädigenden Stoffen, wie beispielsweise hormonverändernden Stoffen sein. Auch das umwelt- und gesundheitszerstörende Mikroplastik muss schnellstens aus Kosmetika und Reinigungsprodukten herausgenommen werden. Auch Wegwerfartikel aus Plastik, wie Picknickbesteck oder Strohhalme, müssen aus dem Verkehr gezogen werden bzw. durch ökologischere Varianten ersetzt werden. Der entsprechende Vorschlag der Europäischen Kommission bestimmtes Einweg-Plastik zu verbieten, geht aber noch lange nicht weit genug. Statt symbolträchtig 10 Produkte zu verbieten, brauchen wir einen Mix aus Regulierungen, Steuern und kreativen Alternativen um der Plastikpest Herr zu werden.“

19.12.2018

STERN: Studie weist teils große Plastikpartikel-Mengen in Wasser in Plastikflaschen nach

Stern- Eine zum Teil erhebliche Konzentration von Mikro-Plastikpartikeln in Trinkwasser aus Plastikflaschen hat eine US-Studie nachgewiesen. Die Plastikteilchen gelangen offenbar beim Abfüllprozess ins Wasser, wie es in der am Mittwoch veröffentlichten Studie der State University of New York heißt. Gefunden wurden Rückstände in Produkten führender Abfüller.

Wissenschaftler testeten 250 Flaschen in den USA, Brasilien, China, Indien, Indonesien, Kenia, Mexiko, Thailand und dem Libanon. Darunter waren Produkte namhafter Marken wie Evian, Nestlé Pure Life, San Pellegrino, Aqua, Aquafina und Desani sowie Gerolsteiner, Epura, Bisleri, Minalba und Wahaha.

Demnach wurden in 93 Prozent der Wasserproben Plastikrückstände wie Polypropylen, Nylon und Polyethylenterephthalat (PET) gefunden. Die Konzentration reichte demnach von null bis über 10.000 Partikel in einer einzigen Flasche. Durchschnittlich wurden 10,4 Mikro- Plastikteilchen (0,10 Millimeter) pro Liter nachgewiesen; noch kleinere Partikel fanden sich in noch größeren Mengen von durchschnittlich 325 pro Liter.

Die Gesundheitsrisiken seien zwar unklar, sie stünden aber möglicherweise in Zusammenhang mit einem erhöhten Risiko bei bestimmten Krebserkrankungen, der Verstärkung der Symptomatik bei ADHS und Autismus sowie einer geringeren Spermienproduktion, hieß es weiter. Die Studie wurde von Orb Media, einem gemeinnützigen Medienverbund, veröffentlicht.

65 Prozent der gefundenen Partikel seien "Fragmente und keine Fasern" gewesen, sagte Mikroplastik-Experte Sherri Mason von der State University of New York. Das lasse den Schluss zu, dass sie offenbar aus dem industriellen Abfüllprozess stammten - von den Flaschen selbst oder deren Verschlüssen.

"Mikroplastik ist kein Thema der Meere oder der Kosmetik allein", erklärte Martin Häusling, Agrarexperte der Grünen-Fraktion im Europaparlament. "Wir nehmen diese Mini-Partikel auch mit der Nahrung auf, in diesem Fall mit dem Wasser aus Plastikflaschen", das "uns als Premiumprodukt verkauft wird" - produziert von Nestlé, Coca-Cola, Gerolsteiner, Pepsi oder Danone. Häusling forderte die EU-Kommission auf, Untersuchungen zur Belastung der Lebensmittel in Europa sowie zu den möglichen Ursachen und gesundheitlichen Folgen anstellen zu lassen.

Eine weitere am Donnerstag veröffentlichte Studie zur Mikroplastik-Belastung deutscher Gewässer kommt zu dem Schluss, dass Plastikpartikel praktisch in allen west- und süddeutschen Flüssen zu finden sind. In allen 52 Proben aus 25 Flüssen waren demnach kleine Kunststofffragmente nachweisbar, heißt es in der großangelegten Untersuchung der Umweltämter von fünf Bundesländern.

Hauptsächlich handelte es sich demnach um unregelmäßig geformte Partikel mit Durchmessern zwischen 0,3 und 0,002 Millimetern, die von größeren Plastikobjekten stammen könnten. Zu fast 90 Prozent bestanden sie aus den Kunststoffsorten Polyethylen und Polypropylen. Aus diesen bestehen die meisten Verpackungen und andere verbreitete Gebrauchsgegenstände aus Plastik.

"Es kann von einer zivilisatorischen Grundlast von Kunststoffpartikeln in den Gewässern ausgegangen werden", erklärten die Umweltämter von Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz. Ihre Ergebnisse deckten sich mit denen anderer vergleichbarer Untersuchungen von Flüssen in Europa und Nordamerika.

"Im Sinne des Vorsorgeprinzips" sollten daher "frühzeitig Maßnahmen zur Reduktion weiterer Einträge eingeleitet werden", betonten die Ämter. Wissenschaftliche Erkenntnisse der ökologischen Folgen fehlten bislang aber noch weitgehend. Es seien weitere großangelegte Forschungsvorhaben notwendig.

Die Untersuchung war nach Angaben der Beteiligten die erste ihrer Art. Ziel war es, einen umfassenden Datensatz zur Mikroplastikbelastung über ein größeres Gebiet zu erhalten. Analysiert wurden daher zahlreiche Flüsse im Einzugsbereich von Rhein und Donau. Die Proben wurden an der Universität Bayreuth mit einem Infrarotspektrometer untersucht.
AFP

19.12.2018

Süddeutsche Ztg. - Kunststoffe: Leicht verpackt

Süddeutsche Ztg/ Von Janis Beenen und Silvia Liebrich

Die EU will das Problem mit dem Plastikabfall vor allem durch mehr Recycling lösen. Das allein wird jedoch nicht reichen, meinen Kritiker.

Immer mehr Menschen verzichten beim Einkaufen auf die Plastiktüte. Auch an der Frischetheke muss nicht jedes Teil ins Beutelchen. In der Gesellschaft ist ein Bewusstsein für ein globales Problem entstanden: Kunststoffabfälle. Mittlerweile hat auch die Europäische Kommission das Thema für sich entdeckt. Ein Strategiepapier soll Auftakt einer groß angelegten Initiative sein. Die Zeit drängt: Seit 1960 hat sich die Plastikproduktion verzwanzigfacht. Zuletzt exportierte die EU die Hälfte des eingesammelten Plastikabfalls ins Ausland, 85 Prozent davon nach China. Doch die Chinesen wollen das Zeug nicht mehr. Die Antwort der Kommission lautet in Kurzform: Mehr Recyceln, alle Verpackungen sollen bis 2030 mehrmals verwendbar sein. Doch was taugen die Ideen konkret? Und werden damit auch alle Problemfelder angegangen, die damit verbunden sind?

Defizite in Sachen Verbraucherschutz im EU-Paket bemängeln die Grünen. "Gefährliche Weichmacher, hormonell schädigende Stoffe wie Bispenol A werden zwar andiskutiert, aber es werden keine speziellen Maßnahmen vorgelegt", kritisiert Martin Häusling, der für die Grünen im EU-Parlament sitzt. Tatsächlich wird seit Jahren über mögliche Gesundheitsschäden diskutiert, die von Plastikprodukten und -verpackungen ausgehen. Das gilt etwa für Lebensmittel wie Mineralwasser in Plastikflaschen oder Milchflaschen aus Kunststoff für Babys.

Mehr Klarheit für Verbraucher bei der Kennzeichnung von Kunststoffen fordert der Europa-Abgeordnete der CDU Karl-Heinz Florenz. "Wenn Kunststoffe aus nachwachsenden Rohstoffen wie Mais oder Zuckerrüben produziert werden, sagt das noch nichts über ihre Abbaubarkeit aus." Er verlangt deshalb eine eindeutige Definition und Kennzeichnung von kompostierbaren und biologisch abbaubaren Kunststoffen. "Wir stehen hier noch am Anfang", ergänzt Florenz.

Trotz dieser Kritikpunkte stößt das EU-Vorhaben bei den Parteien der beiden Politiker im Großen und Ganzen auf Zuspruch. "Wir haben lange auf diesen Vorschlag gewartet", sagt Florenz von der CDU. "Grundsätzlich ist das ein guter Schritt nach vorn", meint auch der Grünen-Politiker Häusling. Tatsächlich gehe es nun aber darum, konkrete Maßnahmen auszuarbeiten und zu beschließen. Die EU will dabei auf einen Mix von unterschiedlichen Instrumenten setzen, eine wichtige Rolle sollen unter anderem freiwillige Selbstverpflichtungen der Industrie beim Abbau des Kunststoffverbrauchs spielen.

 
Noch ein weiterer Punkt beunruhigt Umweltschützer: Neben dem Müllproblem sorgt Plastik schon bei seiner Produktion für Umweltschäden. In der Regel entstehen Kunststoffe aus Rohöl. Bei der energieintensiven Herstellung wird das klimaschädliche Kohlenstoffdioxid (CO₂) ausgestoßen, weltweit rund 400 Millionen Tonnen jedes Jahr. Die Kommission hofft, dass mehr Recycling Abhilfe schafft. Dabei wird weniger Kohlenstoffdioxid freigesetzt als bei der Neuproduktion. Die Rechnung der Kommission: Werden eine Million Tonnen Plastik wiederverwendet, ist der Umweltschutz-Effekt vergleichbar mit der Stilllegung von einer Million Autos. Mit dem Emissionshandel existiert bereits eine Möglichkeit, um auf mehr Recycling zu drängen. Friedrich Heinemann vom Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung spricht von einem "sehr zielgenauen Instrument". Dennoch kommt es im Papier der Kommission nicht vor.

Verkürzt bedeutet Emissionshandel, dass Unternehmen sich Rechte zur Luftverschmutzung mit CO₂ kaufen. Der Ausstoß von Kohlenstoffdioxid wird also belastet. "So kann einer negativen Auswirkung von Kunststoffen konkret entgegengewirkt werden", sagt Heinemann. Schließlich gehe es nicht darum, das Material generell zu bekämpfen. Damit der Emissionshandel spürbare Effekte erzielt, müsse er "umfassend" sein, so Heinemann. Kritiker bemängeln, dass Zertifikate zu billig und die Ausnahmen zu zahlreich sind. Gerade die Chemieindustrie profitiert von Sonderregelungen, die ihre internationale Wettbewerbsfähigkeit erhalten sollen. Eine Verschärfung der Regeln birgt daher eine Gefahr: Die Konzerne könnten aus der EU abwandern.

Überraschend beteiligte sich Haushaltskommissar Günther Oettinger an der Debatte und brachte eine europaweite Plastiksteuer ins Spiel. Sicher auch, weil er das finanzielle Loch, das durch den Brexit entsteht, schließen muss. Die Idee wird es schwer haben. Sowohl Kommissionsvize Jyrki Katainen als auch Forscher zweifeln an der Lenkungswirkung und der Umsetzbarkeit. Doch ein Blick in die Fußnoten des Strategiepapiers zeigt: Ein Hintertürchen lässt sich die Kommission dennoch offen. Die Entscheidungen der Mitgliedsländer über Steuern würden eine wichtige Rolle spielen, heißt es da im Kleingedruckten.

19.12.2018

ZDF heute - Strategie gegen Abfall - Der Plastikmüll, das Meer und die EU

ZDF heute/ von  Anne Gellinek, Straßburg  

Die Plastikmüllmenge wird immer größer. Nun will die EU-Kommission mit einer neuen Strategie die Flut von Plastikabfällen bis 2030 eindämmen und die Umwelt besser schützen.

Wenn wir weiter so viel Plastik produzieren und wegwerfen wie bisher, heißt es aus der EU-Kommission, dann schwimmt in 25 Jahren mehr Müll in unseren Meeren als Fisch. Eine Horrorvorstellung - und Deutschland ist ganz vorne mit dabei beim Produzieren von Plastikmüll.

Im Jahr 2015 warf jeder Deutsche  37,4 Kilogramm Plastikverpackungen weg. Die Bundesrepublik liegt damit EU-weit nur hinter Estland (46,5 kg), Luxemburg (51,9 kg) und Irland (60,7 kg) — und alle vier Mitgliedsstaaten liegen weit über dem EU-Durchschnitt von 31,1 Kilogramm pro Kopf.

Nur knapp 30 Prozent pro Jahr recycelt

Die Plastikmüllmenge wird also immer größer, trotz deutschen Sammelns, Trennens und Recycelns. In Deutschland wuchs sie um 33 Prozent, um immerhin 12 Prozent in der gesamten EU (im Vergleich zum Zeitraum 2005 - 2015).

Höchste Zeit also für europäisches Handeln, für eine EU-weite Plastikvermeidungsstrategie, die Vize-Kommissionspräsident Frans Timmermanns in Straßburg vorstellt. Die Zahlen sind dramatisch: von 25 Tonnen Plastikmüll jährlich in der EU werden nur knapp 30 Prozent recycelt, der Rest landet auf legalen und illegalen Mülldeponien oder wird verbrannt.

Einwegverpackungen im Visier

Zuerst will die EU-Kommission die Einwegverpackungen ins Visier nehmen. Der Becher für den Smoothie-to-go, der in Plastik verpackte Salat in der Mittagspause, die Gurke in Cellophan. So sollen bis 2030 möglichst keine Plastikbecher und -flaschen mehr auf Deponien landen, sondern alle Verpackungen recycelt oder wiederbenutzt werden. Dabei setzt die EU nicht auf Verbote, sondern auf neue Umweltstandards, die stärker auf wiederverwertbare Komponenten setzen, auf bessere Recycling- Methoden, die hochwertiges Plastik herstellen können und auf die Industrie, die sich freiwillig verpflichten möge den Prozentsatz von recyceltem Plastik bei Neuverpackungen zu erhöhen.

Ob das klappen kann, bezweifelt der grüne Europaabgeordnete Martin Häusling: "Die Zeit der Freiwilligkeit ist jetzt vorbei. Seit 30 Jahren reden wir über Müllvermeidung und die Industrie hat längst alle Verfahren, da brauchen wir jetzt auch mal politischen Druck!"

Kosmetikindustrie unter Beobachtung

Zweites Ziel der Müllvermeidung: Reduzierung oder Verbot von Mikroplastik. Diese Teilchen von unter fünf Millimeter Größe werden in der Kosmetikindustrie zum Beispiel bei  Körperpeelings und Zahnpasta verwendet oder sie entstehen durch Abrieb von Autoreifen und dem Waschen von Textilien. Sie gelangen ins Meer, werden von Fischen und Kleinstlebewesen gefressen und enden so wieder in der Nahrungskette des Menschen. Nach dem Willen der Kommission soll künftig der "absichtliche" Zusatz von Mikroplastik  in Kosmetika ganz verboten werden.

Zu spät, zu langsam kritisiert auch der Europaabgeordnete der CDU, Karl-Heinz Florenz, die EU-Kommission: "Sie hätte das schon viel eher machen sollen. Weil wir seit vielen Jahren sehen, wie sich die Kunststoffindustrie durchfummelt. Da weiß man nie, wer der Ansprechpartner ist, der Produzent, der Rohstoffhersteller, der Verpackungsproduzent? Da sind noch viele Fragen offen, und die Debatten darüber werden noch lange dauern."

Erfolg der EU-Strategie von Verbrauchern abhängig

Dritter Punkt der Plastikmüllstrategie: kein Schiffsabfall mehr in die Meere. Ab sofort sollen alle Häfen in der EU, egal ob Industrie-, Fischerei- oder Freizeithäfen, verpflichtet werden den Müll von Schiffen anzunehmen und zu entsorgen. Die Hoffnung ist, dass Kapitänen so die Entscheidung leichter fällt, den Müll nicht ins Meer zu verklappen, sondern an Land zu recyceln.

Auch die gute alte Plastiktüte bleibt nicht unerwähnt – sie bekämpft die EU schon seit einiger Zeit mit einigem Erfolg. So ist das Ziel der "Plastiktüten-Direktive" den Gebrauch von leichten Einmal-Tüten bis 2017 um 50 Prozent und bis 2019 um 80 Prozent zu reduzieren. Immerhin gaben bei einer Eurobarometer-Umfrage zwei Drittel aller EU-Bürger an, dass sie weniger oder keine Plastiktüten mehr benutzten.

Eine europäische Steuer auf Plastikverpackungen, die der deutsche EU-Haushaltskommissar Günter Oettinger in den letzten Tagen immer wieder ins Gespräch bringt, hat es offenbar nicht in den Kommissionsvorschlag geschafft. Die Pläne sind noch unausgegoren und wieder ist die Frage, wo setzt man an, beim Produzenten oder dem Verbraucher?

Die Plastikstrategie der EU-Kommission ist nur ein Anfang, umsetzen müssen sie die europäischen Mitgliedsstaaten und vor allem wir. Die Verbraucher.