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Bisphenol A

25.06.2018

ARD PlusMiuns zu Bisphenol A

180221 plusminus bpaPlusMinus - Bisphenol A: Warum die umstrittene Chemikalie nicht verboten wurde

25.06.2018

DNR - Lebensmittelverpackungen: Weichmacher Bisphenol A bleibt erlaubt

Deutscher Naturschutzring  - Der Umweltausschuss des EU-Parlaments hat am Donnerstag gegen ein Verbot von Bisphenol A (BPA) in Lebensmittelverpackungen gestimmt und damit einen Entwurf der Kommission angenommen, der eine bloße Verringerung der Grenzwerte vorsieht.

Nur 17 der 60 Parlamentarier*innen des Umweltausschusses stimmten für den Antrag, den Weichmacher Bisphenol A in Materialien mit Lebensmittelkontakt zu verbieten. BPA wurde von der Europäischen Chemikalienagentur ECHA als hormonverändernd und als schädlich für die Fortpflanzung eingestuft und gilt als besonders besorgniserregender Stoff (SVHC) (s. EU-Umweltnews vom 22.06.2017).

Stattdessen stimmte der Umweltausschuss für den Gesetzesentwurf der Kommission. Dieser sieht vor, die Grenzwerte für BPA in Materialien, die mit Lebensmitteln in Kontakt kommen, von 0,6 mg auf 0,05 mg pro kg zu senken.

EU-Parlamentarier Martin Häusling hatte den Verbotsantrag mitinitiiert und ist enttäuscht vom Abstimmungsergebnis: „Bisphenol A muss aus Lebensmittelverpackungen verbannt werden. Nur dann kann sichergestellt werden, dass die Chemikalie nicht von der Verpackung in das Lebensmittel und von diesem in unseren Körper übergeht […] Selbst kleinste Mengen des Stoffes können in unser empfindliches Hormonsystem eingreifen und dort zu dauerhaften Veränderungen führen.“

Die Umweltorganisation HEAL (Health and Environment Alliance) sieht die EU in der Pflicht, die Gesundheit der Bürger*innen zu schützen und verweist auf bereits bekannte Alternativen zum schädlichen BPA und positive Erfahrungen in Frankreich, wo der Weichmacher in Lebensmittelverpackungen seit 2015 verboten ist. [km]

Entwurf der Kommission

25.06.2018

EU-Plastikstrategie veröffentlicht: Weg mit dem Plastik - oder Mehrweg

Die Europäische Kommission hat heute Nachmittag ihre EU-Plastikstrategie veröffentlicht. Martin Häusling, agrarpolitischer Sprecher der Grünen und Mitglied des Umweltausschusses des Europäischen Parlaments, kommentiert

„Die inflationäre Verwendung von Plastik ist zunehmend mehr Fluch als Segen. Meerestiere mit Plastik im Magen sind ein Armutszeugnis unserer Wegwerfgesellschaft. Es ist begrüßenswert, dass die Europäische Kommission mit ihrer Strategie das Plastikproblem jetzt endlich angehen will und Einweg-Verpackungen wie Plastikflaschen und Plastikbecher reduzieren will. Sicher nicht ganz zufällig, dass diese Strategie nach dem chinesischen Importverbot für europäische Plastikabfälle kommt. Unseren Plastikmüll einfach auszulagern, wird künftig schwieriger sein. Wichtig ist nun, dass klare und nachvollziehbare Reduktionsziele vorgelegt und auch entsprechend umgesetzt werden.
Die Reduktion, die Wiederverwendung und das Recycling von Plastik sind essentielle Schritte um die schädlichen Umweltauswirkungen der Plastikherstellung und -verwendung zu reduzieren, und es ist gut, dass die Plastikstrategie diese in den Fokus nimmt. Die Europäische Kommission versäumt es aber, auch das Problem der Schadstoffbelastung von Plastik zu adressieren. Die gesundheitsgefährdenden Zusatz- oder Inhaltsstoffen von Plastikartikeln hätten dringend angepackt gehört. Flammenverzögerungsmittel, Weichmacher, Polycarbonate aus Bisphenol Aund viele andere gelangen bei der Verbrennung bzw. der Zersetzung des Plastiks in Luft, Boden und Wasser und schädigen Natur und Gesundheit. Hier muss dringend nachgebessert werden um das Plastikproblem im Sinne der Kreislaufwirtschaft umfassend angehen zu können“.

Weitere Informationen:
ZDF Mo.Ma: https://www.zdf.de/nachrichten/zdf-morgenmagazin/plastikmuell-116.html

25.06.2018

Euractiv - Bisphenol A in unserem Essen

Euractiv - Gastbeitrag Martin Häusling

Dosen leerSie steckt  in den inneren Beschichtungen von Konservendosen,  in Deckeldichtungen oder Plastikverpackungen:  die Chemikalie Bisphenol A. Dabei können selbst kleinste Mengen des Stoffes ins menschliche Hormonsystem eingreifen und zu dauerhaften Veränderungen führen. Dennoch bleibt die Substanz – vorerst – erlaubt.

Zwar wird der Grenzwert nach einer Abstimmung  im Umwelt- und Gesundheitsausschuss des Europäischen Parlaments deutlich gesenkt. Doch für das von zahlreichen Parlamentariern angestrebte Verbot fand sich keine Mehrheit, womit es Bisphenol A dann nicht mehr auf die Tagesordnung des Europäischen Parlaments schaffte. Dort sollte eigentlich über eine Entschließung abgestimmt werden, um die Verwendung der Chemikalie Bisphenol A (BPA) in Lebensmittelkontaktmaterialien zu untersagen. Ohne Behandlung im Plenum aber nahm außerhalb des EU-Zirkels kaum jemand Notiz von dem brisanten Thema. Nur wenige NGOs bekamen von der Debatte etwas mit.

Bisphenol A – worum geht es?

25.06.2018

Grüne bleiben dran: Bisphenol A hat in Lebensmitteln nichts zu suchen!

161006 bpa free deAm 11. Januar 2018 hat der Umwelt- und Gesundheitsausschuss des Europaparlaments (ENVI) über ein mögliches Verbot von Bisphenol A in Lebensmittelverpackungen /z.B. Dosen oder Plastikflaschen) abgestimmt. Obwohl die Chemikalie als 'besonders besorgniserregende Substanz' klassifiziert worden ist, haben Konservative und Sozialdemokraten ein Verbot abgelehnt und lediglich für geringere Grenzwerte votiert. Das reicht nicht, um Ungeborene, Kinder, Schwangere und Kranke ausreichend zu schützen.

Mehr Informationen:
•    Briefing mit Hintergrundinformationen zur Initiative, Verwendung und Regelung von Bisphenol A
•    Süddeutsche Zeitung „Außenrum weniger Gift“ vom 11.1.2018

25.06.2018

Herber Rückschlag für den Verbraucherschutz: Mehrheit des EU-Umweltausschuss ist gegen Totalverbot von Bisphenol A in Lebensmittelverpackungen

Der Umwelt- und Gesundheitsausschuss des Europäischen Parlaments hat heute über eine Gesetzesvorlage zur Regelung der Chemikalie Bisphenol A (BPA) in Lebensmittelkontaktmaterialien abgestimmt. Martin Häusling, Mitglied des Umweltausschusses, der den Einspruch gegen die Gesetzesvorlage initiiert hat, kommentiert:

Das ist ein herber Rückschlag für den vorsorgenden Verbraucherschutz. Der  Europäischen Kommission und der Lebensmittelindustrie ist es gelungen, die Abgeordneten des Europäischen Parlaments mit falschen Versprechungen in trügerischer Sicherheit zu wiegen.
Ich bedauere zutiefst, dass die Mehrheit der Abgeordneten des Umwelt- und Gesundheitsausschusses ihrer Verantwortung zum Schutz der Bevölkerung nicht gerecht worden ist. Bisphenol A muss aus Lebensmittelverpackungen verbannt werden. Nur dann kann sichergestellt werden, dass die Chemikalie nicht von der Verpackung in das Lebensmittel und von diesem in unseren Körper übergeht. Eine Reduzierung der Grenzwerte reicht nicht. Selbst kleinste Mengen des Stoffes können in unser empfindliches Hormonsystem eingreifen und dort zu dauerhaften Veränderungen führen. Eine Fülle wissenschaftlicher Studien zeigt die Gefährlichkeit von Bisphenol A seit Jahren auf und wurde 2017 im Ergebnis von der Europäischen Chemikalienagentur ECHA als ‚besonders besorgniserregender Stoff‘ klassifiziert. Einen solchen nicht komplett zu verbieten, ist unverantwortlich gegenüber den Schwächsten unserer Gesellschaft: Föten, Babys und Kleinkindern, deren gesundheitliche Unbeschwertheit durch eine Dosis Bisphenol A in einem wichtigen Entwicklungsstadium unwiderruflich beeinträchtigt werden kann.
Wir Grüne werden nicht aufgeben, uns für chemiefreie Lebensmittel einzusetzen. Die Fakten sprechen für sich und werden hoffentlich auch bald von den Sozialisten und Konservativen zur Kenntnis genommen werden“.

Weitere Informationen finden Sie in meinem Briefingdazu.

Hintergrund:
Ein aktueller Gesetzesvorschlag der Europäischen Kommission sieht vor, die momentanen Migrationsgrenzwerte für Bisphenol A in Lebensmittelkontaktmaterialien zu senken: von 0.6 mg auf 0.05mg/kg Lebensmittel. Martin Häusling und Abgeordnete anderer politischer Fraktionen haben dagegen Einsprucherhoben: sie sprechen sich dafür aus, BPA komplett aus Lebensmittelkontaktmaterialien zu verbannen.
Die Chemikalie Bisphenol A (BPA) wird in der Lebensmittelindustrie für die Innenbeschichtung von Konservendosen und Deckeldichtungen sowie für Plastikverpackungen verwendet.
BPA wurde kürzlich von der ECHA als endokriner Disruptor (wirkt also auf das Hormonsystem) und als ‚besonders besorgniserregender Stoff‘ klassifiziert. Allerlei gesundheitliche Auswirkungen werden mit BPA in Verbindung gebracht (Unfruchtbarkeit, hormonell bedingte Krebsarten wie Hoden-, Brust-, Prostatakrebs, Herz-Kreislauferkrankungen, Lern- und Verhaltensstörungen bei Kindern...).
Dabei macht nicht die Dosis das Gift wie bei gewöhnlichen Giften, sondern das Zeitfenster der Exposition ist entscheidend. Besonders gefährdet sind die schwangere Frauen, Babies, Kleinkinder und Teenager. Die Migrationsgrenzwerte abzusenken, wie die Kommission es in ihrem Verordnungs-Vorschlag tut, bringt also gar nichts, auch weil es zu ‚Cocktail-Effekten‘ kommen kann, d.h. chemische Reaktionen im Körper, die eintreten, wenn verschiedene Chemikalien aufeinander treffen.
In Frankreich ist Bisphenol A seit 2015 komplett verboten in Lebensmittelkontaktmaterialien - was beweist, dass man auch Lebensmittelverpackungen ohne diese Chemikalie herstellen kann.

25.06.2018

Süddeutsche Ztg. - Bisphenol A: Außenrum weniger Gift

Süddeutsche Zeitung- Chemikalien im Essen will niemand. Die EU-Kommission versucht deswegen, für die Chemikalie Bisphenol A (BPA) einen strengeren Grenzwert vorzuschreiben/ Von Thomas Kirchner, Brüssel

Die EU-Kommission trifft auf Widerstand mit ihrem Plan, für die Verwendung der Chemikalie Bisphenol A (BPA) in Lebensmittelverpackungen lediglich einen strengeren Grenzwert vorzuschreiben. Ein parteiübergreifende Gruppe im Europäischen Parlament fordert, den Stoff für Materialien, die mit Lebensmitteln in Kontakt kommen, komplett zu verbieten. Die Abgeordneten haben gegen den Vorschlag der Kommission einen Einspruch eingelegt, über den an diesem Donnerstag der Umweltausschuss des Parlaments abstimmt. Wird er angenommen und erhält auch im Plenum die Zustimmung von zwei Dritteln der Abgeordneten, muss die Kommission ihren Plan überarbeiten.
Über Lebensmittel kann der Stoff in den Körper gelangen

BPA wird genutzt, um Kunststoffe wie Polycarbonate oder Epoxidharz herzustellen. Daraus werden Verpackungen, Trinkflaschen, Spielzeug, Brillengläser, Thermopapiere, und auch bei der Innenbeschichtung von Konservendosen kommt BPA zum Einsatz. Über die Lebensmittel kann der Stoff in den menschlichen Körper gelangen und der Gesundheit schaden. BPA gilt als "endokriner Disruptor", der auf das Hormonsystem einwirkt. Er wird mit Herz- und Kreislauferkrankungen, Unfruchtbarkeit oder Fettleibigkeit in Verbindung gebracht. Der deutsche Hersteller Covestro (früher Bayer) hält die Verwendung von BPA im Lebensmittelbereich für unbedenklich. Weltweit werden jährlich etwa sechs Millionen Tonnen BPA produziert.

In Babyflaschen ist BPA seit 2011 verboten. Dies soll nun auch für Schnabeltassen gelten. Außerdem will die EU-Kommission die Menge, die höchstens in ein Lebensmittel gelangen darf, unter Hinweis auf neuere Erkenntnisse zu möglichen Gefahren stark begrenzen. Der Wert soll von 0,6 Milligramm pro Kilogramm Lebensmittel auf 0,05 Milligramm sinken.

Risikofreies Essen könne es aber nur bei einem BPA-Verbot geben, meint der EU-Abgeordnete Martin Häusling (Grüne). Gefährdet seien auch Schwangere und Teenager. Der chemischen Industrie stünden genügend Ersatzstoffe zur Verfügung, wie Frankreich zeige, das Bisphenol A 2015 aus der Lebensmittelproduktion verbannte. "Dass die Industrie Betriebsabläufe umstellen muss, rechtfertigt keine Gesundheitsrisiken."

25.06.2018

Weg mit Einweg-Plastik! Richtlinien-Vorschlag der Kommission noch lückenhaft

Die Europäische Kommission gibt heute ihren Vorschlag für eine neue EU-Richtlinie zur Reduzierung von Einweg-Plastik heraus. Martin Häusling, agrarpolitischer Sprecher der Grünen und Mitglied im Umweltausschuss des Europäischen Parlaments, kommentiert:

„Wen lassen sie nicht schaudern - die Fotos verendeter Meerestiere, den Bauch voller Plastikmüll? Wie kann es sein, dass wir die riesigen Plastik-Teppiche auf den Meeren und Stränden der Welt dulden? Deshalb ist es nur folgerichtig und höchste Zeit, dass die Europäische Kommission nun einen Vorschlag zur Reduzierung von Einweg-Plastik auf den Tisch legt, um den Plastik-Müll zu reduzieren[1].

Der voraussichtliche Vorschlag hat allerdings Mängel, da er zu viel Symbolpolitik wie das Verbot von Plastikgeschirr, aber zu wenig ernsthafte Maßnahmen gegen Verpackungsmüll enthält.
Die Reduktion von Plastik muss oberste Priorität haben. Es gibt längst ökologischere Alternativen. Wenn schon Plastik, dann wenigstens gift-frei. Weichmacher und hormonverändernde Stoffe, wie zum Beispiel Bisphenol A, haben darin nichts zu suchen!
Um eine deutliche Verringerung unserer Plastikberge zu erreichen, müssen Hersteller und Handel in die Pflicht genommen werden. Für unverzichtbar halte ich deshalb eine Plastiksteuer auf die Herstellung. Eine solche Steuer fördert die Umstellung auf plastikfreie Alternativen. An diesem Punkt muss der Kommissions-Vorschlag mit seiner sogenannten ‚Erweiterten Herstellerverantwortung’ noch verschärft werden. Dafür werden wir Grüne uns in den kommenden Wochen hier im Europäischen Parlament einsetzen.“

 

[1] Dazu gehören z.B. Einwegbesteck, Strohhalme, Q-Tips und Umverpackungen von Take away Essen.