Die heute von der EFSA vorgestellte Bewertung des Totalherbizids Glyphosat könnte auch aus dem Jahre 2017 stammen, kommentiert Martin Häusling, agrarpolitischer Sprecher der Grünen im Europäischen Parlament und Mitglied des Umwelt- und Gesundheitsausschusses:
„Es wirkt so als hätte man einfach die Bewertung von 2017 kopiert. Doch seitdem gibt es zig Veröffentlichungen, die klar zeigen, dass Glyphosat gefährlich ist. Für die Artenvielfalt, für Insekten und Bodenorganismen, für das menschliche Mikrobiom, für die embryonale Entwicklung, ja sogar direkt die Hirnschranke kann es überwinden und Schaden anrichten. Wissenschaftler*innen der Universität von Arizona haben 2022 erstmals im Tierversuch gezeigt, dass Glyphosat dort in den Stoffwechsel von Botenstoffen auf eine Art und Weise eingreifen kann, die Krankheiten wie Alzheimer begünstigen könne.
Die aktuelle Bewertung nimmt die Gesundheit der Anwender und Konsumenten nicht ernst genug und wirkt fahrlässig in Bezug auf die Biodiversitäts-Strategie.
Glyphosat Unbedenklichkeit zu attestieren, erfordert entweder ein Lesen mit Augenklappen oder ein Ignorieren wesentlicher Studien. Letzteres ist ein Dauerproblem dieser Behörde. Die Regeln, welche Studien abgefragt und welche als relevant eingestuft werden, müssen überarbeitet und vor allem transparent gemacht werden. Das, was hier als Bewertung abgegeben wird, ist einer sorgfältigen Risikobewertung nicht angemessen und würde wissenschaftlich gesehen an keiner weltweiten Fakultät auch nur als Masterarbeit durchgehen."
Weiterlesen im Briefing Hintergrund zum Thema: Das Ringen um die Glyphosat – Verlängerung