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Wetzlarer Neue Zeitung - UMWELT Nabu wirbt auf dem Weinberg für die Beibehaltung der Naturschutzgesetze

150529 005 nabu wzWETZLAR Als ein Paradebeispiel für den Naturschutz hat der Europaabgeordnete Martin Häusling (Grüne) am Freitag den Wetzlarer Weinberg bezeichnet. Der Politiker warb bei seinem Besuch dafür, sich gegen die Verwässerung der Naturschutzgesetze in Europa einzusetzen.

Derzeit gibt es in der Europäischen Union Bestrebungen, die Natruschutzgesetzgebung auf den Prüfstand zu stellen. Häusling und Nabu-Landesvorsitzender Erhard Eppler, die sich auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz Magdalenenhausen getroffen hatten, befürchten, dass durch eine "Modernisierung" der beiden wichtigsten EU-Gesetze für den Natur- und Artenschutz, der Fauna-Flora-Habitat- (FFH-) und der Vogelschutzrichtlinie, der Naturschutz verwässert werden könnte.

Zwar sei der Weinberg, der ein bedeutendes Naturreservat sei, nicht gefährdet, weil er Eigentum des Nabu ist, wie Mark Harthun vom Nabu erklärte; es gelte aber, auch den Schutz der weiteren rund 500 FFH-Gebiete in Hessen sicherzustellen. Erhard Eppler machte deutlich, dass der Zustand der Natur auch in Hessen durchaus kritisch sei. Die Artenvielfalt nehme weiter ab. Darüber könnten Sichtungen von Wolf, Luchs und Biber nicht hinwegtäuschen. Gerade die Vielfalt und die Menge der Insekten nehme dramatisch ab. Es sei wichtig, dass die systematische Vorgehensweise im Naturschutz, wie sie die Europäische Union gebracht habe, jetzt nicht gestört werde. Er warnte davor, auf halbem Weg der Umsetzung des "Natura 2000"-Programms die Gesetze zu lockern.

Häusling und Eppler warben dafür, sich an der Online-Befragung zum Naturschutz zu beteiligen, die die Europäische Union organisiert habe. Bis zum 24. Juli haben alle Bürgerinnen und Bürger in den Mitgliedstaaten die Gelegenheit, sich im Internet zur Bedeutung und zu einer möglichen "Modernisierung" der Gesetze zu äußern.

Naturschutz, extensive Landwirtschaft und Erholung passen zusammen

Naturschutz, Erholung und Landwirtschaft seien kein Gegensatz", sagte Häusling. Vielmehr sei die extensive Landwirtschaft der Garant für den Erhalt des Weinbergs, der auch bedeutendes Naherholungsgebiet sei. Die Schäferei sei aber ohne Naturschutz-Fördermittel nicht mehr aufrechtzuerhalten. Die Vermarktung von Lämmern erbringe nur 36 Prozent des Umsatzes. 60 Prozent hingegen kommen aus der landwirtschaftlichen Betriebsprämie und Naturschutzmitteln, rechnete er vor. Die braucht auch Schäfer Wolfgang Konhäuser aus Laufdorf, der den Weinberg mit seinen 400 Schafen beweidet.

Neben einigen Kommunalpolitikern waren auch die Schutzgebietsbetreuer Bernhard Feth und Günter Ott sowie einige der 25 "Weinberg-Ranger" von der Kindergruppe des Nabu-Steindorf am Freitag mit von der Partie. Während sich die Nachwuchs-Naturschützer, die 2012 den Naturschutzpreis der Stadt Wetzlar bekommen haben, um Laichgewässer, Vogelnistkästen und mehr kümmern, bieten die Betreuer regelmäßig Fachführungen an.

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