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topagrar online - Letzten Endes geht es laut den Grünen um die Entscheidung zwischen leben- und todbringenden Prozessen
Eine Gruppe von Abgeordneten des EU-Parlamentes verschärft den Ton in der Glyphosat Debatte. In einem Schreiben, dass 70 Abgeordnete unterzeichnet haben, rufen sie die Regierungen ihrer Länder auf, ein anderes Landwirtschaftsmodell einzuführen. Deshalb sollen sie sich gegen eine Wiederzulassung von Glyphosat einsetzen.

Wörtlich heißt es in der Mitteilung:

„Glyphosat tötet wahllos alle Pflanzen. Es tötet Bakterien, Algen und Pilze. Es steht für eine Steigerung der Erträge und Senkung der Betriebskosten um jeden Preis – auf Kosten der menschlichen Gesundheit, der Tiergesundheit, der Biodiversität und der Bodengesundheit. Wir können die massive Verlagerung der Kosten auf die Gesellschaft nicht länger ignorieren, die die industrielle Landwirtschaft verursacht, die auf dem Einsatz von Substanzen wie Glyphosat basiert.“
 
Für Deutschland appellieren die EP-Abgeordneten der Grünen Maria Heubuch und Martin Häusling, „den Weg für ein neues Modell einer nachhaltigen, nicht toxischen Landwirtschaft frei zu machen“. Man stehe heute an einem Wendepunkt. Die Politiker verweisen dazu auf das jahrzehntealte Buch Silent Spring (der stumme Frühling) von Rachel Carson. Wie zu der Zeit gehe es auch heute nicht um einen Konflikt zwischen der Wissenschaft und einer wissenschaftlichen Politik, sondern um einen Konflikt innerhalb der Wissenschaften: „Zwischen der Chemie - und den unternehmerischen Interessen von Konzernen, die die Infrastruktur kontrollieren und verständlicherweise ihr Geschäftsmodell verteidigen – und der Ökologie.“ Letzten Endes aber würde es in dieser Frage um die Entscheidung zwischen leben- und todbringenden Prozessen gehen, so die Grünen-Politiker.

Sie fordern daher, die Diskussion nicht um eine technische Verlängerung der Zulassung von Glyphosat zu führen, sondern um ein dauerhaftes Verbot.
Hintergrund

Am Freitag beraten im Berufungsausschuss EU-Kommission und Mitgliedstaaten über den Vorschlag der Kommission, die aktuelle Zulassung von Glyphosat um weitere 12 bis 18 Monate zu verlängern.


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