Grüne Europagruppe Grüne EFA

Brüssel - Zur heutigen gemeinsamen Anhörung des EU-Agrar- und des Umweltausschusses zum Thema Klonen erklärt Martin Häusling, agrarpolitischer Sprecher der Grünen/EFA im Europäischen Parlament:

„Das Verbot des Klonens von Nutztieren in der Landwirtschaft ist ein richtiger Schritt, den die Kommission mit ihrem Vorschlag auf den jahrelangen Druck des Parlamentes hin nun gegangen ist. Das Verbot muss allerdings aus ethischen Erwägungen grundsätzlich gelten und nicht nur als ein auf fünf Jahre befristetes Moratorium!
Konterkariert wird dieser richtige Schritt durch den Verordnungsvorschlag zur Vermarktung von Lebensmitteln von Nachkommen aus geklonten Tieren. Denn Fleisch, Käse oder Milch von nachfolgenden Generationen von geklonten Tieren sollen ungekennzeichnet als Lebensmittel vermarktet werden dürfen.
Dies zuzulassen hieße letztlich, die Missbildungen und geringen Lebenserwartungen der Tiere der ersten Generation und das damit einhergehende Tierleid dennoch zu billigen. Darauf hat der Umweltausschuss in seiner Entschließung von Anfang 2014 schon hingewiesen und ein klares Verbot der Vermarktung auch der Nachkommen von Klontieren gefordert.
Die Haltung: ‚Wir in Europa verbieten es, aber die importierten Produkte erlauben wir – auch ohne Kennzeichnung‘, nenne ich scheinheilig.
Es ist der Versuch eines vorauseilenden Freihandel-Spagates: Der europäische Verbraucher soll sich in Sicherheit wiegen, während hinter ihm der Markt für Produkte von Nachkommen von Tieren, die in den USA geklont wurden, geöffnet wird.
Diese beabsichtigte Unterwanderung des Lebensmittelmarktes mit Fleisch aus Klonlaboren widerspricht dem Verbraucherwillen und meinem Verständnis von Verbraucherschutz, wie er in Europa etabliert sein sollte.“

Studie zum Klonen und weitere Infos unter www.martin-haeusling.eu

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