Grüne Europagruppe Grüne EFA

Brüssel - Zum morgigen Welternährungstag erklärt der Europaabgeordnete und agrarpolitische Sprecher der Grünen/EFA, Martin Häusling:

„Die Botschaft, dass nur eine angeblich moderne, industrielle Landwirtschaft das Problem des Hungers in den Griff bekommen könnte, wird zwar gebetsmühlenartig wiederholt, aber sie ist längst widerlegt.
Nicht zuletzt seit der Veröffentlichung des Weltagrarberichtes ist eins klar: Diese Form des Agrar-Unwesens, das auf Monokulturen und auf dem intensiven Einsatz von Kunstdünger und Pestiziden beruht, ist nicht nur unerschwinglich für die Landbevölkerung armer Länder ist, sondern treibt diese Mensch zudem in eine Abhängigkeit von Konzernen.
Die „Neue Allianz für Ernährungssicherung“ in Afrika ist das beste Beispiel dafür. Hier arbeiten die Länder der G8 mit den weltweit größten und mächtigsten Agrarkonzernen zusammen. Austausch von Saatgut unter Kleinbauern wird in den Zielländern unterbunden und Saatgutpatente durchgedrückt. Konzerne wie G8-Staaten setzen auf den massiven Einsatz von patentierten Hochertragssaaten, Pestiziden und synthetischen Düngemitteln.
Diese als Entwicklungshilfe getarnte Wirtschaftsförderung untergräbt das Recht auf Nahrung, das als Menschenrecht völkerrechtlich im UN-Sozialpakt verankert  ist. Es wurde 2004 von allen FAO-Mitgliedern (187 Staaten) einstimmig angenommen. Der Zugang zu Land und Boden wie auch die Freiheit, die Art der Produktion der Nahrung wählen zu können, sind Menschenrechte!
Ein Liberalisierungsmodell, das nur den Mächtigen in Produktion und Handel in die Kassen spielt, wird unsere Welt nicht vom Hunger befreien. Es wird weder in Entwicklungsländern noch hier in Europa zu fairen Preisen für Bauern führen, und es wird den Raubbau an der Natur nicht stoppen!“

Weitere Infos unter:
http://www.martin-haeusling.eu/themen/welthandel-und-welternaehrung.html

Schlagwörter:

Video

Newsletter