Grüne Europagruppe Grüne EFA

Die Kritik des Europäischen Rechnungshofs an den EU-Bestimmungen zur Ökologisierung der Landwirtschaft (Greening) kommentiert Martin Häusling, agrarpolitischer Sprecher der Fraktion Die Grünen/EFA im Europäischen Parlament:

„Die Analyse des Europäischen Rechnungshofs, wonach die Greening-Vorgaben zur Ökologisierung der europäischen Landwirtschaft „unwirksam“ sind, trifft völlig zu. Darauf weisen zahlreiche Studien, auch des bundeseigenen Thünen-Instituts, hin. Unter dem Deckmantel der in diesem Fall euphemistisch verwendeten Begriffe „Ökologisierung“ und „Greening“ wird für die Natur und die Bewahrung der Artenvielfalt kein Gewinn erzielt. Auch eine von mir beauftragte Studie kam zum selben Ergebnis.
Dazu hat maßgeblich die Verwässerung der Rahmenbedingungen des Greenings durch die Mitgliedsstaaten beigetragen, bescheinigt nun auch der Rechnungshof. Die Flächen sind viel kleiner als einst gedacht und von der Wissenschaft gefordert. Jahrelang durften auf den sogenannten ökologischen Vorrangflächen sogar Pestizide ausgebracht werden, die angeblich dem Schutz der Artenvielfalt dienen sollen. Zudem dürfen Landwirte die ökologischen Vorrangflächen großzügig mit dem Anbau von Leguminosen oder Zwischenfrüchten verrechnen. Einiges davon mag der Erosion vorbeugen. Aber mit der Bewahrung und vor allem der Wiederherstellung der Biodiversität, auf die wir alle, und erst recht die Landwirte angewiesen sind, hat das nichts zu tun.
Die Ankündigung von EU-Agrarkommissar Phil Hogan, das Greening nun abzuschaffen, aber geht genau in die falsche Richtung. Es braucht mehr und vor allem verbindlichere Vorgaben für eine tatsächliche Ökologisierung und nicht weniger, wie von Phil Hogan Ende November in seinen Reformvorschlägen für die nächste GAP-Reform vorgeschlagen.“


Mehr Informationen:
-    Bewertung und Positionspapier zu GAP-Reform 2020: Weder Reform noch Vision!
-    Standpunkt zur Erneuerung der EU - Agrarpolitik (GAP) von Martin Häusling
-    GAP-Studie Häusling: „Fundamente statt Säulen: Vorschläge für eine Neuausrichtung der europäischen Agrarpolitik"

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