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Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hat gestern Polen aufgefordert, unverzüglich die Abholzungen im Nationalpark Bialowieza einzustellen. Die Europäische Kommission hatte Polen im Juli vor dem EuGH verklagt, weil es der Aufforderung, die Abholzungen im Natura 2000-klassifizierte Waldgebiet einzustellen, nicht nachgekommen war[1]. Martin Häusling, agrarpolitischer Sprecher der Grünen und Mitglied im Umweltausschuss des Europäischen Parlaments, kommentiert:
 
‚Der Bialowieza-Nationalpark kann zu Recht als eine grüne Lunge Europas bezeichnet werden. Das ausgedehnte Waldgebiet an der Grenze zwischen Polen und Weißrussland steht unter Naturschutz und ist Heimat für mehr als 20.000 Tierarten. Seit 2007 ist der Wald Natura 2000 Gebiet und bietet Vögeln unter der Vogelschutzrichtlinie besonderen Schutz. Die polnische Regierung hat den Borkenkäfer-Befall einiger Bäume zur Rechtfertigung genommen in das natürliche Waldsystem einzugreifen. 188.000 Kubikmeter Holz will sie bis 2023 dort schlagen lassen. Eine ökologische Katastrophe für die dort lebenden Tier- und Vogelarten. Auch alte Bäume, teilweise Jahrhunderte alt, fallen den Fällungen zum Opfer. Es fällt schwer, den Versprechungen der polnischen Regierung zu glauben, dass nur Abholzungen aus Sicherheitsgründen wie der Vorbeugung von Waldbränden  und dem Schutz vor Borkenkäfern und Verkehrsbeeinträchtigungen geschähen. Vielmehr liegt auf der Hand, dass die Abholzungen um des schnöden Mammons willen passieren. Sowohl die  Europäische Kommission als auch der Europäische Gerichtshof tun recht daran, die Hunderte von Wissenschaftler und Umweltschützer zu unterstützen, die sich schon lange für diese einzigartige Naturoase einsetzen“.
 

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[1] sollte Polen dieser Aufforderung nicht nachkommen, so drohen für jeden Abholzungstag Strafgelder im Wert von 100 000€

 

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