Grüne Europagruppe Grüne EFA

Gegen Investitionen in grausame Tierhaltungsformen, die zwar außerhalb der EU stattfinden, aber mit Geldern der Union gefördert werden, haben sich bei der Debatte „Investing in animal suffering“ (Investitionen in Leiden von Tieren) die Europaabgeordneten Martin Häusling (Greens/EFA, Deutschland) und Isabella de Monte (S&D, Italien) ausgesprochen. Bei der am heutigen Mittwoch gemeinsam mit Human Society International HSI arrangierten Podiumsdiskussion stellte die Organisation einen aktualisierten Bericht vor, der auf weiterhin bestehende Defizite in der Investitionsförderung und Anlagenpolitik internationaler Finanzinstitute und Exportkredit-agenturen der EU-Mitgliedstaaten hinweist. Martin Häusling, agrarpolitischer Sprecher der Grünen/EFA im Europäischen Parlament und Mitglied im Umweltausschuss, kommentiert die Veranstaltung:

„Der Folgebericht von Human Society International zeigt deutlich, dass Tierschutznormen als Kriterien für Investitionen in die Tierhaltung außerhalb der EU gelten müssen. Trotz einiger Fortschritte finanzieren immer noch die Steuerzahler landwirtschaftliche Betriebe außerhalb der EU, deren Tierhaltungsanlagen fatale Defizite ausweisen. Es darf nicht sein, dass öffentliche EU-Gelder in Drittländern eine grausame Tierhaltung unterstützen, die in der EU längst strafbar ist. Batteriekäfige für Legehennen und andere Haltungsmethoden, die nicht den Tierschutzstandards entsprechen, dürfen nicht mit EU-Geldern finanziert werden.
Die EU-Kommission und alle EU-Mitgliedstaaten sollten dem Beispiel der österreichischen Regierung folgen. Österreich hat klare Leitlinien verfasst, um die Förderung ausländischer Agrarprojekte an europäische Tierschutzstandards zu koppeln. Aufgabe internationaler Finanzinstitute muss sein, Anreize für Tierschutzstandards im Agrarsektor auch außerhalb der EU zu schaffen. Dabei ist für unsere Landwirte ebenfalls von Bedeutung, dass sie nicht mit Herstellern konkurrieren müssen, die Nutztiere unter unzumutbaren Bedingungen halten. Ein einheitlicher Umgang mit öffentlichen Geldern wäre ein wichtiger Schritt, um der prekären Lage von Nutztieren in Nicht-EU Ländern den Garaus zu machen.“

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