Grüne Europagruppe Grüne EFA

Brüssel - Zu den gestern im Ständigen Ausschuss für Pflanzen, Tiere, Nahrung- und Futtermittel (PAFF) beschlossenen Anwendungsbeschränkungen der 28 EU-Mitgliedsstaaten erklärt Martin Häusling, agrarpolitischer Sprecher der Grünen/EFA-Fraktion im Europaparlament und Mitglied des Umweltausschuss:

"Mit den gestern beschlossenen windelweichen Anwendungsbeschränkungen haben die EU-Mitgliedsstaaten dem weiteren ungezügelten Einsatz von Glyphosat ihre Zustimmung erteilt.
So ist zwar künftig die Beimischung von Tallowaminen verboten. Dieses Netzmittel wird zugefügt, um eine bessere Haftung des Mittels an den Pflanzen zu erreichen. Doch dieses Mittel ist zum Beispiel in Deutschland längst verboten und durch andere Netzmittel, die die Wirksamkeit und damit die Giftigkeit verstärken, ersetzt. Das Verbot also greift ins Leere und ist Augenwischerei.
Völlig unverständlich erscheint, dass andere, durchaus sinnvolle Auflagen nur empfehlenden Charakter haben: So bleibt auch die Vorerntebehandlung mit Glyphosat, um ein schnelles und gleichmäßiges Abreifen etwa des Getreides zu erreichen, weiter prinzipiell erlaubt. Es gibt zudem keine ernsthaften Beschränkungen zum Schutz der Artenvielfalt auf dem Acker, und selbst der Verkauf an Privatleute im Baumarkt sowie das Versprühen der Gifte an öffentlichen Orten wie Spielplätzen ist ins Belieben der Mitgliedsstaaten gestellt. Die Anwendung soll lediglich minimiert werden. Beschlüsse dieser Art, getragen von einer großen Mehrheit der Staaten, sind ein Schlag ins Gesicht der Bevölkerung, die einen Anspruch auf giftfreies Essen und eine giftfreie Umwelt hat.
Aus diesem Grund kann es nur ein Ziel geben: Den Einsatz von Glyphosat massiv zu beschränken und schnellstmöglich zu verbieten."

Schlagwörter:

Video

Newsletter