Grüne Europagruppe Grüne EFA

 Zum heute in Brüssel tagenden Rat der EU-Agrarminister erklärt der Abgeordnete des Europäischen Parlaments und Agrarpolitische Sprecher der GRÜNEN/EFA, Martin Häusling:

„Ich warne den Agrarrat  dringend davor, das Greening der europäischen Landwirtschaftspolitik weiter zu schwächen. Die Intervention von Bundeskanzlerin Angela Merkel, den Anteil der ökologischen  Vorrangflächen auf 3,5 Prozent des Ackerlands zu beschränken und diesen Punkt sogar zur Chefsache erklärt hat, ist Unfug.
 Merkel wie zuvor schon Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner ignoriert damit die Ergebnisse des Gesundheitschecks der Europäischen Agrarpolitik von 2008, die zeigen, dass in Europa sehr viel mehr für Ressourcenschutz, Klimaschutz und eben auch für den Erhalt der Artenvielfalt getan werden muss. Dazu hat sich auch die Bundesregierung bekannt. Der Vorgang ist schon deshalb brisant, weil schon der Agrarausschuss des Europaparlaments die ökologischen Vorrangflächen auf einen Stufenplan herunter gebrochen hat, der bei einem Anteil von 3,5 Prozent Vorrangflächen beginnt und erst 20xx und auch nur vielleicht bei sieben Prozent endet“ so Häusling.

„Schon heute liegt der Anteil der Landschaftselemente in Deutschland bei mehr als drei Prozent. Dass dieser Anteil viel zu wenig ist, hat der dennoch verheerende Rückgang der Artenvielfalt und Artendichte in unserer Agrarlandschaft hinreichend bewiesen. Eine höhere Artenvielfalt aber ist notwendig, um unsere landwirtschaftlichen Systeme stabiler und widerstandsfähiger zu machen. Je mehr Nützlinge es gibt – und viele von ihnen, zum Beispiel Vögel brauchen ökologische Vorrangflächen – desto besser können Schädlinge ökologisch in Schach gehalten werden, statt chemisch. Frau Aigner argumentiert wieder einmal nicht im Sinne einer nachhaltigen Landwirtschaft, sondern folgt einer Ideologie von Wachstumsfanatikern.

Damit zeigt sich, dass CDU und CSU die wahren Bremser einer ökologischer Ausgerichteten Agrarpolitik sind. Dass sie mit dieser rückwärts gewandten Form von Agrarpolitik auf Dauer nicht durchkommen werden, zeigt die Demonstration Tausender für eine Agrarwende in Berlin während der Grünen Woche und die von Rot-Grün gewonnene Niedersachsenwahl.“

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