Grüne Europagruppe Grüne EFA

Brüssel - EU-Kommissar Phil Hogan brüstet sich mit einem Anstieg der Milch-Exporte um 20 Prozent binnen eines Jahres. Doch dieser Anstieg ist eine reine Luftnummer und keinesfalls von Dauer, kommentiert  der Europaabgeordnete und agrarpolitischer Sprecher der Grünen/EFA Martin Häusling:

„Dass der Export angesprungen ist - das ist kein Wunder, sondern allein eine Folge der drastisch gesunkenen Preise. Heute verschleudert die EU den Rohstoff zu Billigstpreisen auf dem Weltmarkt. Denn nun ist die europäische Milch preislich konkurrenzfähig. Dahinter verbergen sich also keinesfalls die Folgen von Hogans Milch-Werbetouren um den Globus, sondern es handelt sich um einen vorübergehenden Effekt, hinter dem keine langfristige, nachhaltige Strategie steckt. Selbst dieser Effekt bringt nur einen Teil der überschüssigen Milchmenge am Weltmarkt unter: Die staatlichen und privaten Lager für Milchpulver sind voll.
Zudem werden sich die Exporterfolge in Luft auflösen, wenn die Preise wieder steigen sollten. Das wird spätestens dann der Fall sein, wenn das derzeit zu beobachtende beschleunigte Sterben der Höfe eine kritische Größe erreicht hat. Hogan sieht diesem unheilvollen Prozess tatenlos zu.
Wenn der Kommissar sich wundert, dass nur die Hälfte der von der EU in 2015 bereitgestellten Liquiditätskredite abgerufen wurden, dann sollte er sich fragen, wie sinnvoll denn diese waren. Tatsache ist, dass die abzusichernden Kredite gar nicht mehr im vollen Umfang abgerufen werden können, da viele Bauern keine Kreditwürdigkeit mehr besitzen.
 Statt sich vermeintlicher Exporterfolge zu rühmen, sollte auch Hogan erkennen, dass nur ein radikaler Kurswechsel mit vorgegebener Mengensteuerung in dieser Situation noch hilft.“

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