Grüne Europagruppe Grüne EFA

Brüssel - Jeder trägt es mit sich, die meisten ignorieren es, da es niemand spürt: Der Pestizid-Wirkstoff Glyphosat steckt in unseren Körpern. Wer es nicht glaubt, möge sich testen lassen. Dazu fordern die   Abgeordneten der Grünen  im Europäischen Parlament ihre parlamentarischen Kollegen auf. Martin Häusling, Agrarsprecher der Grünen/EFA im Europäischen Parlament und Mitglied des Umweltausschusses, kommentiert:


„Glyphosat hat sich zu einer Art Seuche entwickelt: Immer mehr Landwirte greifen auf das Totalherbizid zurück, dabei ist die Anwendung oft völlig überflüssig. Zudem schädigt der Wirkstoff die Gesundheit von Menschen und Tieren und reduziert  die Artenvielfalt. Wir Grünen sind deshalb gegen eine Neuzulassung dieses Breitbandherbizids.

Um zu zeigen, wie weit das Herbizid tatsächlich bei uns allen verbreitet ist, starten die  Grünen-Abgeordneten im Europäischen Parlament Martin Häusling,  Bart Staes (BE) und Michele Rivasi (FR) heute im Europäischen Parlament eine Kampagne: Sie appellieren an die Europaabgeordneten, sich doch mal selbst auf den Wirkstoff testen zu lassen.

Natürlich haben wir  in einem Brief auch EU-Gesundheitskommissar Vytenis Andriukaitis und EU-Kommissionspräsident Claude Juncker explizit gebeten,  sich an der Aktion zu beteiligen. In der Hoffnung, dass der Versuch am eigenen Körper sie dazu bewegen kann, ihre Haltung zur Wiederzulassung von Glyphosat zu überdenken. Als Lichtblick werten wir die Tatsache, dass Andriukaitis nun die Glyphosat Task Force zur Veröffentlichung aller Studien aufgefordert hat. Immerhin ein Anfang. “


Im Hintergrund:
Das Pestizid Glyphosat steht im Verdacht krebserregend zu sein. Die aktuelle Zulassung für Glyphosat läuft im Juni aus, die Neuzulassung entscheidet sich voraussichtlich in den kommenden Wochen.
Die Aktion „Urinale 2015“ hat gezeigt: Bei in Deutschland genommenen Urinproben von mehr als 2000 Probanden wiesen 79 Prozent der Proben Rückstandswerte von Glyphosat auf, die bis zu 24 Mal  über dem zugelassenen Rückstandshöchstwert in Trinkwasser liegen. Insgesamt wurden in 99,6 Prozent der Proben Glyphosat nachgewiesen. Ein Nebenaspekt der Studie: Probanden, die sich biologisch ernähren, bekommen weit weniger ab von dem Gift  als notorische Bio-Verweigerer.


- Kampagne 'Urinale 2015': http://www.urinale.org/
- Pressemitteilungen von Martin Häusling zu Glyphosat:
8. März 2016: http://www.martin-haeusling.eu/presse-medien/pressemitteilungen/1257-glyphosat-zulassung-vertagung-der-abstimmung-erster-erfolg-gegen-herbizid.html

7. März 2016: http://www.martin-haeusling.eu/presse-medien/pressemitteilungen/1250-neuzulassung-totalherbizid-glyphosat-vertagen.html
 
29. Februar 2016: http://www.martin-haeusling.eu/presse-medien/pressemitteilungen/1230-sieben-gute-gruende-gegen-glyphosat.html

sowie ältere Pressemitteilungen zum Thema unter: http://www.martin-haeusling.eu/presse-medien/pressemitteilungen.html

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