Grüne Europagruppe Grüne EFA

Brüssel - Zum heutigen Welttag der freilebenden Tiere und Pflanzen (World Wildlife Day)  appelliert der Europaabgeordnete und agrarpolitische Sprecher der Grünen/EFA im Europäischen Parlament, Martin Häusling, an die EU-Kommission, nicht weiter die Augen vor dem rapiden Artenschwund in der Kulturlandschaft zu verschließen.

„Die Veröffentlichung des ersten Berichts des Weltbiodiversitätsrates (IPBES), dessen Auftrag sich an den Weltklimaberichten des IPCC orientiert, hat die Sensibilität unserer Natur erneut drastisch beschrieben: Würden zwei winzige Mückenarten aussterben, dann gäbe es keine Schokolade. Denn diese Mücken bestäuben Kakaopflanzen und ermöglichen so ihre Vermehrung. Dieses Beispiel beschreibt, dass die Menschheit gehörig aufpassen muss, diese enge Interaktion nicht zu zerstören.

Ich möchte auch an diesem Tag, an dem es zunächst um den Schutz bedrohter wildlebender Arten  geht, die durch Handelsinteressen gefährdet werden, daran erinnern, dass die Gefährdung des wilden Lebens bei uns vor der Haustür beginnt.  Eine blind auf Wachstum und Eroberung der Weltmärkte gepolte Landwirtschaftsindustrie ignoriert die Artenvielfalt, auf die wir aber angewiesen sind.

Es trifft den örtlich bereits ausgerotteten Feldgrashüpfer genauso wie den Feldhasen, den Feldhamster oder das Rebhuhn. Arten, die früher in großen Zahlen auf unseren Feldern lebten, sind verdrängt, vergiftet und verfolgt. Europa verfügt über ein in seiner Konstruktion vorbildhaftes Naturschutzsystem. Doch dieses Netzwerk Natura 2000 wird von vielen Mitgliedsstaaten, darunter auch Deutschland, nur schleppend  angewendet.

Vor allem aber der Mangel, dass die Feldflur in dem Netzwerk praktisch nicht auftaucht, sorgt dafür, dass unser Frühling immer leiser wird. Diese Lücke muss geschlossen werden. Die europäische Agrarpolitik muss ökologischer werden, sie muss den Pestizidverbrauch drastisch einschränken, denn sie darf nicht länger die Augen vor dem rapiden Artenschwund in der europäischen Kulturlandschaft verschließen. Unser aller Leben hängt daran.“

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