Grüne Europagruppe Grüne EFA

Brüssel - Der Umweltausschuss des Europäischen Parlaments hat heute seinen 'Bericht über die Zwischenbewertung der Strategie der EU zur Erhaltung der biologischen Vielfalt' abgestimmt. Der Bericht gilt als Beitrag des Europäischen Parlaments zum Fitness Check der EU-Naturschutzrichtlinien. Martin Häusling, agrarpolitischer Sprecher der Fraktion die Grünen/EFA und Mitglied des Umweltausschusses des Europäischen Parlaments, kommentiert:
 
„Mehr als eine halbe Million Menschen in der EU haben in diesem Jahr die Kampagne 'Naturealert' von europäischen Natur- und Umweltschutzorganisationen unterstützt.  Damit haben diese Menschen klar gemacht, dass die Bedeutung der Artenvielfalt für unser aller Leben immer mehr ins Bewusstsein der Bevölkerung dringt. Doch der Verlust von Biodiversität geht derweil in dramatischer Weise weiter.

Der Umweltausschuss weist in seinem heute abgestimmten Bericht darauf hin, dass ein gestärkter politischer Wille nötig ist, um den weiteren Verlust von Artenvielfalt aufzuhalten. Er bekräftigt auch, dass nicht die Richtlinien, sondern ihre Umsetzung und Kontrolle mangelhaft sind.

Die Europäische Kommission und die EU-Mitgliedsländer sind dringend dazu aufgerufen, für eine bessere Umsetzung der Richtlinie zu sorgen. Passiert dies entgegen der Gesetzeslage nicht, bleiben nur Sanktionen, um den Schutz der Natur durchzusetzen.

Wie der Umweltausschuss in seinem Bericht aufführt, liegen die sozio-ökonomischen Kosten, die durch das Verfehlen der Biodiversitätsziele entstehen, bei etwa 50 Milliarden Euro im Jahr. Wem die Natur einerlei ist, der sollte doch schon allein aus Kostengründen einsehen, wie dringend der Handlungsbedarf ist.

Naturschutz und wirtschaftliche Entwicklung müssen sich dabei nicht gegenseitig im Wege stehen, sondern können Hand in Hand gehen. Von der Europäischen Kommission erwarte ich, dass sie bei ihren für Anfang 2016 angekündigten Schlussfolgerungen zum Fitness Check die Meinung der Bürger, der Natur- und Umweltschutzverbände sowie den Bericht des Umweltausschusses berücksichtigt. Die Kommission muss ihre Anstrengungen im Bereich Artenvielfalt intensivieren. Nur dann kann Europa 2016 die immer wieder verschobene  Wende für den Naturschutz einleiten.“

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