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Brüssel -   Jedes Jahr sterben in der EU etwa 400 000 Menschen einen verfrühten Tod, der durch das Einatmen von Feinstaubartikeln oder Ozon ausgelöst wird. Auch Natur und Artenvielfalt leiden unter der Luftverschmutzung. Dennoch sind die Hauptverursacher bislang nicht bereit, die Luftverschmutzung adäquat zu reduzieren. Martin Häusling, Mitglied im Umweltausschuss, kommentiert:

„Auch hier scheint die Maxime zu sein: Erst der Profit, dann die Moral. Mit der EU-Richtlinie zur Luftreinhaltung (NEC) gibt es eine verbindliche Möglichkeit, die Luftverpester zur Rechenschaft zu ziehen. Der Umweltausschuss des Europäischen Parlaments hat heute eine entsprechend deutliche Haltung formuliert, wie das heutige Abstimmungsergebnis zeigt.
Ich habe mich erfolgreich dafür eingesetzt, dass auch Verfahren nachhaltiger Landbewirtschaftung in die nationalen Luftreinhalte-Programme aufgenommen werden. Es gibt Alternativen zur vorherrschenden industriellen Landwirtschaft, die Luft und Klima verpestet. Der Luftschadstoff Ammoniak verursacht große Probleme - er versauert den Boden, schädigt Pflanzen und Wälder und belastet das Klima. 95 Prozent der Ammoniak-Emissionen entstehen in der Landwirtschaft, v.a. in der hoch konzentrierten Tierhaltung. Deutschland überschreitet seit Jahren die erlaubten Höchstgrenzen. Mit dem heutigen Abstimmungsergebnis werden die Mitgliedsstaaten nun zu deutlichen Reduzierungen ihrer Ammoniakemissionen genötigt.
Entgegen der Empfehlungen des Landwirtschaftsausschuss hat der Umweltausschuss heute auch ehrgeizigere Ziele zur Methanreduzierung befürwortet. Methan ist ein äußerst klimaschädliches Klimagas, das auch zur Bildung von Bodenozon beiträgt - ein Stoff, der das Atemsystem schädigt. Ein Drittel des freigesetzten Methans stammt direkt oder indirekt aus der Tierhaltung. Das muss nicht so sein - es gibt sowohl technische als auch Managementmaßnahmen, die es Landwirten ermöglichen, den Methanausstoß zu reduzieren. Meine Vorschläge hierzu wurden vom Umweltausschuss weitestgehend aufgegriffen.“


Hintergrund:
Der Umweltausschuss des Europäischen Parlaments hat heute seine Position zur Richtlinie über die Verringerung der nationalen Emissionen bestimmter Luftschadstoffe abgestimmt. Der Vorschlag soll die bisherige EU-Regelung zur jährlichen Begrenzung der nationalen Luftschadstoffemissionen ersetzen. Den einzelnen EU-Mitgliedsstaaten werden Einsparungsziele der Hauptproblemstoffe vorgegeben. So sollen Ammoniak, Feinstaub, Ruß, Methan, Schwermetalle, Dioxine und weitere Stoffe bis 2020 und 2030 reduziert werden. Die Grünen haben sich dafür eingesetzt, auch Einsparungsziele bis 2025 zu definieren - dies wurde mit der Ausnahme von Methan und Quecksilber angenommen.
Neben der Landwirtschaft sind auch alle anderen Industriezweige, die Luftverschmutzung verursachen aufgefordert, ihre Schadstoffe zu reduzieren, so z.B. der Schiffs- und Straßenverkehr und Baumaschinen sowie häusliche Feuerungsanlagen.
Das Plenum des Europäischen Parlaments wird im Oktober über die Richtlinie abstimmen.

Link zum Briefing von Martin Häusling zur Richtlinie zur Verringerung der nationalen Emissionen bestimmter Luftschadstoffe:

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