Grüne Europagruppe Grüne EFA

Zur heutigen Verabschiedung einer Resolution zur Kreislaufwirtschaft durch das Europäische Parlament kommentiert Martin Häusling, agrarpolitischer Sprecher der Grünen/EFA im Europäischen Parlament und Mitglied im Umweltausschuss:

„Die EU ist bisher mit dem Aufbau einer Kreislaufwirtschaft, die Ressourceneffizienz verstärkt und die Umwelt schützt gescheitert. Zu diesem Schluss kommt die Europäische Umweltagentur (EEA) in ihrem Bericht zu Stand und Ausblick zur Umwelt in Europa. Anstatt die Anstrengungen in dieser Richtung zu verstärken und trotz ihrer Mitteilung „Hin zu einer Kreislaufwirtschaft: Ein Null-Abfallprogramm für Europa“, die sie vor einem Jahr vorlegte, strich die Kommission das bisherige Paket zur Kreislaufwirtschaft bei ihrem Kahlschlag der Umweltmaßnahmen für die sogenannte "bessere Regulierung" mit dem Argument der Entbürokratisierung Anfang dieses Jahres gleich mit. Hier wurde Ressourcenschutz für eine überholte Vorstellung von Wettbewerbsfähigkeit geopfert.“, so Häusling.

„Europa ist wie keine andere Region der Welt von importierten Ressourcen abhängig, seien es nun technische Rohstoffe oder agrarische. Viele dieser Rohstoffe sind endlich, nur wenige erneuerbar und viele landen viel zu früh im Abfall.
Die OECD hat in ihrem Umweltprogramm festgestellt, dass freiwillige Maßnahmen in den Bereichen Effizienz, Ressourcen- und Umweltschutz nicht besonders erfolgreich sind.
Daher fordert das Parlament die Kommission heute in einer Resolution zur Kreislaufwirtschaft auf, Behinderungen für ressourcenschonenderes Wirtschaften in einem Bericht bis 2018 aufzudecken und einen Vorschlag für die Verankerung verbindlicher Ziele und Regeln für mehr Ressourceneffizienz in Europa vorzulegen.

Dies gilt zum Einen für das Recycling und die Kaskadennutzung technischer Stoffe, wie zum Beispiel Plastik – denn nur 40 Prozent des anfallendes Mülls in Europa wird recycelt. Andererseits gilt dies auch für die dringend notwendige Verringerung von Lebensmittelabfällen. Etwa 100 kg Lebensmittel werfen europäische Verbraucher im Schnitt im Jahr weg. Die Resolution fordert, diese Menge bis zum Jahr 2025 mindestens um 30 Prozent zu verringern.“

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