Grüne Europagruppe Grüne EFA

EU-Agrarkommissar Phil Hogan blendet die wahren Verhältnisse am Milchmarkt aus und nimmt den Exitus tausender Milcherzeuger in Kauf, kritisiert der agrarpolitische Sprecher der Grünen/EFA im Europäischen Parlament, Martin Häusling:

„Hogan hat in der Parlamentsdebatte über die Milchkrise gezeigt, dass er starrsinnig in seiner Ideologie eines liberalisierten Milchmarktes verharrt. Er nimmt nicht zur Kenntnis, dass bei einem anhaltenden Preisverfall die gängigen Instrumente wie Einlagerung zum Interventionspreis, Nothilfen oder Investitionskredite  sind nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Der Kommissar steht völlig blank da und ignoriert das Schicksal Tausender von Milchproduzenten, die mit Preisen, die 30 Prozent unter jenen des Vorjahres liegen, nicht einmal annähernd über die Runden kommen können.

Die Kommission ignoriert, dass wir in einer handfesten Krise stecken. Gleichzeitig sagt sie selbst, dass das Preistief diesmal länger anhalten werde als im Krisenjahr 2009. In einer solchen Situation zu behaupten, es handle sich analog zum Schweinezyklus um normale Preisschwankungen, entbehrt jeder Realitätsnähe.

Wie wenig Einblick der Agrarkommissar in die Situation der Milchbauern hat, zeigen Hogans Bemerkungen über die Exportchancen für Milch auf dem Weltmarkt. So hat der Kommissar allen Ernstes die Hoffnung verbreitet, dass, nachdem Russland und auch China als Exportmarkt weitgehend ausgefallen sind, nun eine entlastende Nachfrage aus dem Nahen Osten zu erwarten sei. Das macht sprachlos. Dahinter stecken Länder, aus denen wir in diesen Zeiten ganz andere Nachrichten hören. Solche Verlautbarungen verhöhnen die Menschen im Nahen Osten und verhöhnen die europäischen Milchbauern.“

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