Grüne Europagruppe Grüne EFA

Tierhaltung und Tierschutz

18.08.2017

Frontal21 - Edelfisch oder Ekelfisch? – Lachs in der Massentierhaltung

140805 Fraontl21 EthoxyquinO-Ton ab ca. 2:00 min.

Fast ausschließlich kommt der Lachs in deutschen Tiefkühltheken aus Aquakulturen. Doch die Massentierhaltung unter Wasser hat Schattenseiten: verödete Meeresböden, Parasiten, Krankheiten. Und über das Fischfutter gerät ein umstrittener Stoff in die Nahrungskette: Ethoxyquin. Damit soll das Fischfutter länger haltbar gemacht werden. Als Pflanzenschutzmittel ist Ethoxyquin nicht erlaubt, als Futtermittelzusatz dagegen schon.

Frontal21 beleuchtet widersprüchliches EU-Vorgehen, bei dem Verbraucherschutz an zweiter Stelle steht

18.08.2017

1. Briefing zum EU-Tierarzneimittelpaket

Was ist das EU-Tierarzneimittelpaket?
Das EU-Tierarzneimittelpaket besteht aus insgesamt drei Verordnungsvorschlägen der Europäischen Kommission. Das Europäische Parlament wird diese Gesetzesvorschläge 2015 diskutieren und weiterentwickeln. Das Augenmerk meiner Arbeit im Europäischen Parlament an den Verordnungsvorschlägen wird dabei besonders darauf liegen, wie der Einsatz von Antibiotika geregelt wird. Momentan werden Antibiotika sowohl in der Human- als auch in der Tiermedizin leider viel zu oft und falsch eingesetzt - mit verheerenden Auswirkungen auf die Gesundheit von Mensch und Tier sowie auch die Umwelt. Als Schattenberichterstatter für alle drei Verordnungsvorschläge werde ich mich dafür einsetzen, dass die Verordnungen die richtigen Prioritäten setzen.

Weiterlesen: Briefing zum EU-Tierarzneimittelpaket (pdf)

18.08.2017

Agrarministerkonferenz und BDM-Demo: Exportorientierung weder für Bauern noch für Verbraucher hilfreich

Wiesbaden -  Bei der Demonstration des Bundesverbands Deutscher Milchviehhalter (BDM) zur Agrarministerkonferenz in Bad Homburg hat der agrarpolitische Sprecher der Grünen/EFA im Europäischen Parlament, Martin Häusling, sich vehement gegen die Exportorientierung der EU-Milchpolitik ausgesprochen.

„EU-Agrarkommissar Phil Hogan ist mit Blindheit geschlagen, wenn er die Krise auf dem Milchmarkt ausblendet. Seine Devise, die Eroberung der Welt mit Milch aus europäischen Ställen werde den hiesigen Landwirten ein ausreichendes Einkommen verschaffen, geht an der Realität vorbei. Exportorientierung und Kostenreduktion um jeden Preis sind weder für die Bauern noch für die Verbraucher hilfreich. Denn die europäischen Verbraucher  wollen eine regional erzeugte Milch von gesunden, möglichst auf der Weide gehaltenen Kühen.
Wer aber allein auf die Exporttube drückt und von regionaler Herkunftsbezeichnung nichts wissen will, der ignoriert die Interessen von Bauern und Verbrauchern. Ich fordere Brüssel auf, die Milchproduktion am europäischen Bedarf auszurichten und darauf zu verzichten, ständig auf einen ungewissen, volatilen Weltmarkt zu schielen.“
Häusling kritisierte zugleich die Geschäftspolitik vieler Genossenschaften: „Leider ignoriert die EU-Kommission, dass die Genossenschaften häufig nicht im Interesse ihrer Mitglieder operieren. Sie machen große Gewinne, beteiligen aber die Bauern als ihre Träger nicht daran. Diese Tatsache wird in Brüssel weiter ignoriert, worin ich einen schlichten Skandal sehe.“
Der Europaabgeordnete Häusling, der Berichterstatter des Europäischen Parlaments zur Revision der EU-Öko-Verordnung ist, war am heutigen Freitag von der Agrarministerkonferenz  geladen worden. Er machte vor den Landesagrarministern die kritische Einstellung des Parlaments zur Revision der Öko-Verordnung deutlich.  
                        
Weitere Informationen:
Die Grünen/EFA im Europäischen Parlament - Martin Häusling
Tel. +32-2-284-5820, Fax +32-2-284-9820 Email: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

18.08.2017

Aktualisierte Neuauflage: Masse statt Klasse - Eine Haltung, die krank macht

130624 Titel AntibiotikaÜber den Antibiotikaeinsatz in der Tierhaltung und die Zunahme von resistenten Bakterien

Mai 2015 - Die aktualisierte Studie im Auftrag von Martin Häusling, MEP
Autor: Kathrin Birkel

Mitschnitt der Veranstaltung zur Studienvorstellung vom 13.05.15 in Berlin

„In den letzten Jahren ist es in Europa zu einem explosionsartigen Anstieg resistenter Mikroorganismen gekommen, die in der Humanmedizin nicht mehr durch eine Antibiotika-Therapie behandelbar sind. Eine der Hauptursachen ist der massenhafte Einsatz von Antibiotika in der Tiermast. Dieser Entwicklung muss dringend und konsequent etwas entgegengesetzt werden. In der Tierhaltung werden in Deutschland mehr als doppelt so viel Antibiotika eingesetzt – nämlich über 1700 Tonnen, wie im gesamten Humanbereich (hier sind es 800 Tonnen). Das fördert massiv die Entwicklung von Resistenzen. Wer sich nicht für einen deutlich stärkeren Rückgang des Antibiotika-Einsatzes in der Tierhaltung einsetzt, nimmt fahrlässig eine Gefährdung der Gesundheit der Bevölkerung in Kauf.
Unabhängig von der Ausgestaltung der Antibiotika-Politik in den einzelnen Mitgliedstaaten brauchen wir hier ein gesamteuropäisches Vorgehen.

18.08.2017

Anhörung zu Klonen von Tieren für die landwirtschaftliche Nutzung

Cloning of animals for farming purposes (joint hearing) AGRI ENVI

On 23 February, 15h, the ENVI and AGRI Committees will host a joint public hearing on the cloning of animals for farming purposes. MEPs will debate with experts on issues related to the animal cloning technique and on the impact of the Commission proposals for two Directives on this matter.

Lage : European Parliament, József Antall - Room JAN 4Q2, Brussels

18.08.2017

Antibiotika-Boom in der Mast riskiert Menschenleben!

Brüssel - Zum morgigen Europäischen Antibiotika-Tag erklärt Martin Häusling, agrar-politischer Sprecher der Grünen/EFA im Europäischen Parlament:

„In Europa sterben Jahr für Jahr mindestens 25.000 Menschen aufgrund von Antibiotikaresistenzen. Die Weltgesundheitsorganisation warnt in ihrem Bericht vor der `postantibiotischen Ära` als einer der größten aktuellen Bedrohungen für die Menschheit. Das ist alarmierend! Die Gefährdung unserer Gesundheit entsteht nicht allein dadurch, dass Antibiotika in der Humanmedizin häufig zu leichtfertig verschrieben werden. Die meisten Risiken entstehen, weil in Deutschland doppelt so viele Antibiotika in der Tiermast verabreicht werden wie in der Humanmedizin.

Wie groß das Risiko geworden ist, zeigt die vorsorgliche Praxis mancher Kliniken: In einigen Landstrichen ist es bereits Routine, Landwirte in Quarantäne zu nehmen, wenn sie ins Krankenhaus kommen, und zwar wegen der vielen antibiotikaresistenten Keime, die sie in sich tragen. Dieses Beispiel zeigt, dass die Entwicklung unseres Landwirtschaftsmodells in die völlig falsche Richtung läuft!“, so Häusling.

Die Europäische Kommission hat nun zwei Vorschläge vorgelegt, die das Recht für Tierarzneimittel und Arzneifuttermittel modernisieren und harmonisieren sollen. Der Kommission geht es vor allem um Erleichterungen der Entwicklung und Vermarktung von Tierarzneimitteln. Europa ist nach Nordamerika der zweitwichtigste Tierarzneimittelmarkt der Welt.

„Die Gabe von Arzneifuttermitteln zur generellen Vorbeugung von Krankheiten oder als Wachstumsförderer ist in der EU bereits verboten. Die Kommission will dieses Verbot nun auch dann durchsetzen, wenn die Verschreibung des Tierarztes theoretisch möglich wäre. Das ist alles ein Herumschrauben an kleinen Rädchen. Solange das Verbot der prophylaktischen Antibiotika-Verabreichung nicht konsequent in der EU kontrolliert und durchgesetzt wird, nützen legislative Verschärfungen wenig. Die Kommission muss die Mitgliedstaaten dazu bringen, dass das Verbot auch eingehalten wird!“, kritisiert Häusling.
„Außerdem brauchen wir eine Ausrichtung auf ein europäisches Landwirtschaftsmodell, dessen Ziel es sein muss, weitgehend ohne Antibiotika auszukommen.“

Weitere Informationen:
Die Grünen/EFA im Europäischen Parlament - Martin Häusling
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18.08.2017

ARD - EU: Das Ende der Milchquote

150301 ARDMilchquoteEU: Das Ende der Milchquote

01.03.2015 | 04:22 Min. | UT | Verfügbar bis 29.02.2016 | Quelle: Das Erste

Nach über 30 Jahren ist am 01. April Schluss damit: Die Milchquote fällt. Eingeführt wurde sie in den 80er Jahren, um Butterberge und Milchseen in den Griff zu bekommen.

18.08.2017

ARD - Tierschutz egal: Wie die EU ihre eigenen Regeln torpediert

160710 ARD Europamagazin KäfigeierARD Europamagazin: 10.07.16 | 06:04 Min. - Käfighaltung bei Hühnern ist in der EU so gut wie verboten. Nach und nach haben die Landwirte ihre Betriebe auf Freiland- und Bodenhaltung umgestellt. Eigentlich eine gute Idee.
O-Ton ab 5:00 min.

18.08.2017

ARD Europamagazin: Keine Chance gegen Tierquälerei?

150419 ARD europamagazin Angorahasen19.04.15 | 04:49 Min. / O-Ton ab 2:20 und 3:30

Kinder lieben sie, als Haustiere stehen sie ganz oben auf der Rangliste der Deutschen: Kaninchen.

18.08.2017

Bericht belegt: Das Käfig-Ei kommt als Bumerang zurück!

Brüssel - Europäische Kreditvergabe-Institutionen dürfen nicht länger tierschutzwidrige Produktionsanlagen außerhalb der EU fördern!

Zur Vorstellung des von Humane Society International erstellten Berichtes zu Exportkrediten und Tierschutzstandards heute in Berlin, erklärt Martin Häusling, agrarpolitischer Sprecher der Grünen/EFA im Europäischen Parlament und Mitglied im Umweltausschuss:

„Der hier von Humane Society International zusammen mit dem DNR und der Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt vorgestellte Bericht „Internationale Finanzinstitutionen, Exportkreditagenturen und Tierwohl in der Landwirtschaft“ belegt neben der ethischen Fragwürdigkeit ein weiteres Mal auch die strukturelle Unvernunft solcher Finanzierungs-mechanismen.

Kreditvergaben außerhalb der EU, die Massentierhaltungen fördern, die nicht einmal den EU-Tierschutz-Standard einhalten, bedeuten viel Leid für Tiere. Darüber hinaus kommen Produkte aus solchen Anlagen zu uns nach Europa zurück, was unsere Tierschutzregeln unterläuft und europäische Landwirte, die hohe Standards einhalten, unter enormen Konkurrenzdruck setzt.“

Anteilseigner der Finanzinstitutionen sind die Mitgliedstaaten. Diese müssen jetzt endlich dafür sorgen, dass Kredite und Bürgschaften nur noch für Ställe bereitgestellt werden, die europäischen Tierschutzstandards entsprechen. Von der EU-Kommission fordere ich, dass sie eine koordinierende Funktion übernimmt, um eine einheitliche Politik ihrer Mitgliedstaaten sicherzustellen, damit die Ziele der EU-Tierschutzstrategie nicht länger durch diese Geldvergabepraxis unterlaufen und für europäische Landwirte erschwert werden.“


Beispiel:
In der EU sind nicht-ausgestaltete Käfige verboten, in Deutschland auch ausgestaltete. Die
Herstellung dieser Systeme ist davon aber nicht betroffen und einige große Hersteller befinden sich in Deutschland, den Niederlanden, Italien und anderen EU-Staaten. Bei großen Exporten solcher Käfigsysteme in Drittstaaten müssen die Käfighersteller nicht einmal ihr wirtschaftliches Risiko tragen, sondern können es dank Exportkreditgarantien („Hermesbürgschaften“) auf die Allgemeinheit überwälzen.  

Siehe auch:
Rückblick auf die Veranstaltung „Europäische Investitionen in Tierhaltungsanlagen in Nicht-EU-Ländern“

18.08.2017

Bessere Berücksichtigung von Umweltrisiken im europäischen Tierarzneimittelrecht gefordert

Bericht von der Veranstaltung des Umweltbundesamtes in der NRW-Landesvertretung am 04.03.2015
Am 04.03.2015 fand in der NRW-Landesvertretung eine Veranstaltung des Um-weltbundesamtes und der Finnish Safety and Chemicals Agency zu Umweltrisiken von Tier-arzneimitteln statt. Damit wurde die Diskussion über die verstärkte Integration von Umweltas-pekten in die neue EU-Tierarzneimittel-Verordnung eröffnet.

150304 Umweltrisiken im Bereich Tierarzneimittel 8x

Von links nach rechts:
Mathilde Harvey (Rapporteur for European procedures, French National Agency for Veterinary Medecinal Products (Anses - ANMV); Thomas Heberer (BVL); Prof. Thomas Backhaus (University of Gothenburg); Martin Häusling (MdEP); Helen Clayton (EU Commission, Directorate-General for the Environment); Ariane van der Stappen (European Commission, Directorate-General for Health and Consumers); Dr. Wolfgang Seidel (UBA/German Environment Agency)

Kompletter Bericht(entnommen aus dem EU-Wochenbericht der NRW-Landesvertretung)

Präsentation von Martin Häusling: Umwelteinwirkungen von Tierarznei

18.08.2017

Briefing Revision EU-Öko-Verordnung Januar 2014

Im März 2014 will die EU-Kommission einen Revisionsentwurf für die EU-Ökoverordnung vorstellen. Sie strebt eine „prinzipiengelenkte“ Neufassung der Verordnung an und will damit die Regeln für den ökologischen Landbau deutlich verschärfen. Die bisher bekannt gewordenen Entwürfe enthalten zwar ein paar positive Verbesserungen, sie enthalten zum Teil aber auch paraxisferne Neuerungen, die sich für den Ökologischen Landbau in Europa kontraproduktiv auswirken würden.

Komplettes Briefing mit Zusammenfassung der bisherigen Abläufe, Themen, Kritikpunkten und Ausblick.

18.08.2017

Briefing zu den Richtlinien zum Klonen von Tieren

150419 KlonenDie neue EU-Gesetzgebung zum Klonen kommt langsam in die interessante Phase. Die Vorschläge von der EU liegen auf dem Tisch. Die EU-Abgeordneten können zum entsprechenden Bericht bis Ende der Woche Änderungsanträge einreichen.
Weil das Thema kompliziert, aber interessant ist, haben wir ein Hintergrundbriefing mit Infos und natürlich auch der grünen Position erstellt.

Zum Dokument

18.08.2017

DENN SIE WISSEN, WAS SIE TUN

Wie nachhaltige Landwirtschaft aussehen könnte und warum wir sie noch nicht praktizieren“

14. August 2013 - Eine Studieim Auftrag von Martin Häusling, MdEP

Autoren: Dr. Andrea Beste und Stephan Börnecke

Weltweit nimmt der Druck auf die Fläche zu: Schon bald müssen Bauern neun Milliarden Menschen weltweit ernähren. Immer drängender werden die Fragen, welche Systeme der Land- und Bodennutzung dazu in der Lage sind, ohne die Grundlagen der Natur, auf der alle Ernährung beruht, zu zerstören.

Im Weltenretter-Gewand predigen Agrarfunktionäre seit Jahren das Wort von der Alternativlosigkeit zu maximierender Erträge, um dem Hunger in der Welt entgegen zu treten. Vielmehr sei zu hinterfragen, wie lange wir uns den Ökolandbau mit seinem angeblich unterlegenen Verhältnis von Flächenverbrauch zu Ertrag noch leisten können. In der Tat brauchen wir eine Intensivierung der Landwirtschaft, jedoch eine ökologische.

18.08.2017

Deutsche Welle - Immer Ärger mit der Milch

Deutsche Welle - Landwirtschaft
Tausende Milchbauern in Deutschland protestieren gegen gesunkene Milchpreise. Aber die EU-Kommission will nicht zurück zum alten System der Marktregulierung.

"Die Milchquote ist verschwunden, und sie wird für immer verschwunden bleiben", stellte EU-Agrarkommissar Phil Hogan Ende August klar, als neue Proteste von Milchbauern angekündigt wurden. Gerade in diesem Frühjahr war die Quote abgeschafft worden, und jetzt sagt der aus Irland stammende Kommissar, er zögere, gleich wieder neue Interventionsmechanismen einzurichten. Lieber sollten die Erzeuger auf dem globalen Milchmarkt nach Export- und Expansionsmöglichkeiten suchen.

Über 30 Jahre lang hatte die EU mit der Milchquote festgelegt, welches Mitgliedsland wie viel produzieren durfte. Gerade deutsche Milchbauern rannten dagegen an und wollten Freiheit, um ihre Chancen auf dem Weltmarkt zu nutzen. Soll es jetzt eine agrarpolitische Rolle rückwärts geben? Die Vertreter der Milchbauern sprechen von einer Krise, aber Hogan fragt zurück."Was ist eine Krise? Wenn der Preis unter 30 Cent pro Liter rutscht?" So pauschal könne man das Problem nicht sehen, denn die Produktionskosten seien etwa in Osteuropa viel niedriger als in westeuropäischen Ländern, man könne also nicht ein Niveau für alle festlegen.

In der kommenden Woche treffen sich in Brüssel die Landwirtschaftsminister, und viele fordern, den klagenden Milchbauern wieder mit europäischem Geld unter die Arme zu greifen. Erwartet werden zumindest Ausgleichszahlungen aus EU-Mitteln, gespeist von der sogenannten Überschussabgabe. Abgesehen davon, betont der Kommissar, habe Brüssel bereits 350 Millionen Euro bereitgestellt, um Verluste durch die Russland-Sanktionen auszugleichen. Auch darüber klagen nämlich viele Milchhersteller: Sie seien schwer von den Importverboten gegen europäische Agrarprodukte betroffen, die Präsident Putin als Antwort auf die EU-Sanktionen verhängt hat. Unlängst ließ er einen kleinen Berg von französischem Käse unterbaggern: "Die Probleme mit Putin werden so bald nicht enden", sagt Phil Hogan dazu lapidar.

Es gibt einen Schweinezyklus auf dem Milchmarkt

Warum aber sind innerhalb kurzer Zeit die Milchpreise von rund 40 Cent pro Liter – eine Marge, die für die Bauern profitabel war – auf weit unter 30 Cent gesunken? Tatsächlich fluktuiert der Milchpreis schon seit Jahren. Auch auf diesem Markt gibt es, was Konjunkturforscher den "Schweinezyklus" nennen: 2009 wurden in Deutschland z.B. 22 Cent pro Liter gezahlt, also noch weniger, als die Bauern derzeit bekommen. 2011 stieg der Preis auf 35 Cent, dann ging es wieder bergab, und danach bis 2015 steil bergauf. Die Hersteller sind also durchaus an Schwankungen gewöhnt.

Verantwortlich sei diesmal sowohl der Weltmarkt als auch eine gewisse Überproduktion, sagt die EU-Kommission: Die Krise in China habe zu einem deutlichen Rückgang der Milchexporte dorthin geführt. "Auf dem globalen Markt gibt es 2 Prozent Überschuss bei Milchprodukten", schätzt Kommissar Hogan. Und er fordert die Bauern und die Molkereien auf, statt nach der EU zu rufen, lieber nach neuen Absatzmärkten Ausschau zu halten. Der Milchabsatz in Asien und Südamerika werde weiter wachsen, trotz der gegenwärtigen Probleme mit China.

Die ganze Strategie ist falsch

Martin Häusling ist selbst Bauer und kennt das Geschäft. Der Europaabgeordnete der Grünen hält die neue Milchmarkt-Strategie der EU-Kommission für falsch. "Die absolute Liberalisierung funktioniert auch nicht", das müsse man in Brüssel einsehen. Wenn es so weitergehe, würden immer mehr kleine Betriebe verschwinden. Am Ende werde es wieder Marktinterventionen geben, man erinnert sich an die berühmt-berüchtigten Butterberge und Milchseen der europäischen Vergangenheit.

Häusling glaubt, es sei falsch gewesen, die Milchproduktion am Weltmarkt auszurichten. "Es gibt einen Markt für fair produzierte Milch in Europa", und darauf sollten sich die Bauern in der EU konzentrieren. Hier sei nicht nur der neue Agrarkommissar in Brüssel in die falsche Richtung marschiert, weil er und seine Vorgänger die Milchbauern zu globalen Exporteuren hätten machen wollen. Was aber China angeht – da hätten sich viele Experten einfach geirrt. Inzwischen setze Peking auf eigene Milchproduktion und sei dabei, Stallanlagen für 100.000 Kühe zu bauen. Und zu Russland sagt der Europaabgeordnete nur: "Auf einen Freund wie Putin konnte man sich noch nie verlassen."

Unser Markt ist in Europa

Die Preise werden durch den Weltmarkt kaputtgemacht, erklärt Martin Häusling. Wir sollten uns lieber auf den Absatz in Europa konzentrieren, hier gebe es einen Markt für fair produzierte Milch, und die Verbraucher hätten Interesse an der bäuerlichen Erzeugung und der Herkunft. Dabei könnten dann auch kostendeckende Preise erzielt werden. Der Europaabgeordnete fordert eine Art "runden Tisch der Milchhersteller", wo sich die großen Molkereien mit den Vertretern der Erzeuger zusammensetzen müssten, um je nach Bedarf eine Produktionsobergrenze für Milch festzulegen. Wenn es dann zu Preiseinbrüchen komme wie derzeit, plädiert auch er für Ausgleichszahlungen, aber die sollten auf jeden Fall nur vorübergehend gezahlt werden.

18.08.2017

Die Zukunft der Milchwirtschaft: „Weniger ist mehr“!

September 2010 - Eine Vergleichsstudie verschiedener Milchmarktkonzepte

18.08.2017

EU must urgently rethink its farm animal health practices

the parliament magazine - Written by Martin Häusling on 18 September 2015 in Opinion

To better combat antimicrobial resistance, we must change how we medicate animals, writes Martin Häusling.

Far too many antimicrobials are being used in animal farming. In Germany, for example, the number of antimicrobials used in industrial livestock production is twice as high as that used in human medicine.

Especially problematic in this respect is the systematic use of both prophylactic treatment - the treating of all animals to avoid infections due to poor hygiene standards and high densities even before any of them is sick - and the so-called herd-treatment, or metaphylaxis. Metaphylaxis is the mass medication of a group of animals to eliminate or minimise an expected outbreak of disease.

The use of antimicrobials causes antimicrobial resistance - with increasingly deadly consequences. In April this year, a group of leading scientists came forward with a forecast that warns Europe may surpass one million deaths due to ineffective antibiotics by 2025. The review of legislation on veterinary medicinal products provides a good opportunity to change the situation.

However, the legislative proposal is too weak to end the reliance of intensive farming on the use of prophylactic and metaphylactic antimicrobials. The Greens not only call for an end to prophylactic use, but also propose limiting metaphylactic use of antimicrobials, by setting up clear conditions for their use.

The primary focus needs to be on preventative measures. Good, healthy breeding stocks that are allowed to develop naturally, with suitable genetic diversity, are essential in maintaining animal health.

We also need to ensure animals are kept in conditions that respect the behavioural needs of their species as well as keeping stocking densities at such a level that they do not increase the risk of disease transmission.

Sick animals need to be isolated from the rest of the group. For chickens and smaller animals, a subdivision of flocks into smaller, physically separated groups needs to occur when they are threatened with disease.

Only if these measures are adopted, will we see an improvement in the health of our farmed animals.

As for antimicrobials that are critically important to humans, they should not be used on animals under any circumstance, but reserved for human medicine alone.

I also believe that vets should not gain financial advantage from prescribing or selling antimicrobials. Likewise, any conflict of interest needs to be avoided when authorising veterinary medicinal products. This especially concerns members of the Committee for Medicinal Products for Veterinary Use.

The production and use of drugs has a significant impact on the environment as well. Yet, current legislation more or less casts a blind eye on their environmental impact.

Moreover, most of the veterinary drugs have never been assessed for their environmental properties.

To limit the negative environmental effects of veterinary medicinal products it is necessary to reduce environmental pollution at production and to ensure that an environmental risk assessment is made of all of them, preferably via a substance-based review system.

The Greens have succeeded in achieving in bringing many of these issues to the attention of Parliament's agriculture committee.

We will now have to make sure that we also get a majority for these issues in the environment committee, the leading committee for veterinary medicinal products.

 
About the author

Martin Häusling (DE) is Parliament's Greens/EFA group shadow rapporteur on veterinary medicinal products

18.08.2017

EU-Abgeordnete stimmen gegen Klonfood

Brüssel - Ausschussabstimmung zum Klonen

Der Agrarausschuss und der Ausschuss für Umwelt und Lebensmittelsicherheit des Europäischen Parlaments haben an diesem Mittwoch über neue Regeln für geklonte Tiere und Lebensmittel abgestimmt. Die Regeln sollen verbindlicher und strenger werden als von der EU-Kommission vorgeschlagen. Das Parlament will in diesem Bereich keine Richtlinie, die Regierungen der EU-Mitgliedsstaaten selbst ausgestalten können, sondern eine Verordnung mit den gleichen Vorgaben für alle. Dazu sagt Martin Häusling, agrarpolitischer Sprecher der Grünen/EFA-Fraktion im Europäischen Parlament:

"Diese Abstimmung ist eine gute Nachricht für die Verbraucherinnen und Verbraucher. Mit dem klaren Verbot können sie sich darauf verlassen, dass sich in ihren Lebensmitteln weder geklonte Tiere noch deren Nachkommen finden. Klonen widerspricht Tier- und Verbraucherschutz. Es ist wissenschaftlich nachgewiesen, dass bei geklonten Tieren große Probleme auftreten. Fehlgeburten und andere Komplikationen sind an der Tagesordnung. Außerdem ist noch ungeklärt, welche Auswirkungen geklonte Lebensmittel auf unsere Nahrungsmittelsicherheit haben können.

Die Grünen/EFA-Fraktion hat sich für ein klares Verbot von Lebensmitteln aus Klonen, deren Fortpflanzungsmaterial und Nachkommen sowie Regeln zur Rückverfolgbarkeit eingesetzt. Die beiden Ausschüsse sind diesen Forderungen gefolgt."

Nun müssen die Abgeordneten im Plenum sowie die Regierungen der EU-Mitgliedsstaaten dem klaren Votum der Ausschüsse folgen. Von der deutschen Bundesregierung erwarten wir, dass sie sich nun mindestens für eine Kennzeichnung von Produkten aus Nachkommen geklonter Tiere ausspricht, wie im Koalitionsvertrag versprochen.
 

18.08.2017

EU-Fleisch- und Tier-Exporte - Verheerende Rekordbilanz: mehr Bauernsterben, mehr Massentierhaltung, mehr Tierleid!

Die neuesten Zahlen über die Tier- und Fleischexporte der EU kommentiert Martin Häusling, agrarpolitischer Sprecher der Fraktion die Grünen/EFA im Europäischen Parlament:

„In welchem Ausmaß die aktuelle EU-Agrarpolitik zur Agrarkrise beiträgt, lässt sich im Jahr 2016 an drei Rekorden messen: Nie zuvor mussten so viele bäuerliche Betriebe aufgeben, nie zuvor hat die EU so viele Tiere und Fleisch exportiert und auch der Umsatzzuwachs beim Export von stolzen 22 Prozent war bisher noch nicht erreicht worden.
Die verheerende Bilanz: Die EU-Agrarexport-Politik stellt sich nicht schützend vor die Betriebe, sondern sie heizt den Strukturwandel an und provoziert den Wechsel von einer bäuerlichen zu einer agrarindustriellen Ausrichtung in einem ungekannten Ausmaß. Und das schdet nicht nur Bauerbn in Europa. Diese Politik nimmt Bäuerinnen und Bauern weltweit ihre lokalen Märkte und Existenzgrundlagen.

Diese EU-Agrarpolitik geht einher mit einer Rekordbilanz an Tierleid: Nie zuvor wurden so viele Tiere in Europa industriell gehalten, geschlachtet und oft unter qualvollen Bedingungen transportiert. Seit Jahren sind die Missstände in der Gesetzgebung und Kontrolle bekannt. Dennoch schauen EU-Kommission und EU-Mitgliedsstaaten weiter tatenlos zu und tragen damit die Verantwortung für die unhaltbaren Zustände.
Eine artgerechtere Tierhaltung gibt es nur mit einer anderen Agrarpolitik, die konsequent auf Umwelt-und Tierschutz setzt und eine Qualität zu Preisen liefert von der die Produzenten auch leben können.“

18.08.2017

EU-Parlamentarier wollen umfassendes Klonfleisch-Verbot

epd - Gesetz soll auch für Klontier-Nachkommen gelten
Brüssel (epd). Zwei Fachausschüsse des Europaparlaments haben sich dafür ausgesprochen, in der Lebensmittelproduktion grundsätzlich keine geklonten Tiere einzusetzen. Weder das Klonen von Nutztieren noch der Verkauf von Klonfleisch oder -milch sollten künftig in Europa zulässig sein, verlangten der Gesundheits- und der Agrarausschuss des Parlaments am Mittwoch in Brüssel. Auch Lebensmittel von Nachfahren geklonter Tiere sollten verboten werden, ebenso wie der Import entsprechender Samenzellen und Embryonen, meinen die Abgeordneten.

Mit dieser Position gehen die Fachausschüsse weit über die von der EU-Kommission 2013 vorgelegten Gesetzesvorschläge hinaus. Die Kommission hatte sich dafür ausgesprochen, Lebensmittel aus geklonten Tieren nicht auf die Teller der europäischen Verbraucher zu lassen. Ein Verbot oder eine Kennzeichnung für Produkte aus Klon-Nachfahren lehnte sie jedoch ab. Damit bahnt sich Streit zwischen den drei großen EU-Institutionen an - auch einige EU-Regierungen im Ministerrat wollen keine sehr strengen Klon-Vorschriften.

Im Moment klonen hauptsächlich Firmen in den USA, Kanada und Argentinien Tiere für die Nahrungsmittelherstellung. Es geht darum, Tiere zu schaffen, die beispielsweise besonders viel Milch geben oder besonders kräftig sind. Die Klontiere selbst dienen allein der Zucht, während ihre Nachfahren und ihre Samenzellen für die weltweite Vermarktung interessant sind. Experten vermuten daher, dass die Europäer derzeit Lebensmittel auf den Tellern haben, die beispielsweise mit Hilfe international gehandeltem Klontier-Spermas hergestellt wurden.

Die Kritik an der Klon-Praxis ist hauptsächlich ethischer Natur. "Klontiere leiden sehr häufig an Missbildungen, Fehlfunktionen der Organe und Defiziten des Immunsystems", sagte die Berichterstatterin des Gesundheitsausschusses, Renate Sommer (CDU). "Die Erfolgsrate bei der Klontechnik liegt nur bei etwa zehn Prozent." Es wäre daher inkonsequent, bei einem Verbot die Nachkommen außer Acht zu lassen, unterstrich Sommer. "Die EU-Kommission hat wohl Angst vor Handelsproblemen, auch vor der Welthandelsorganisation. Das Parlament hatte dieses Problem aber noch nie", sagte sie.

Um ganz sicher zu sein, dass künftig keine Klon-Produkte mehr über die europäischen Grenzen kommen, wollen die Parlamentarier ein System der Rückverfolgbarkeit in der Importkette einrichten. Das Plenum des Parlaments stimmt voraussichtlich im Herbst ab, anschließend muss ein Kompromiss mit dem EU-Ministerrat und der EU-Kommission gefunden werden. "Von der deutschen Bundesregierung erwarten wir, dass sie sich nun mindestens für eine Kennzeichnung von Produkten aus Nachkommen geklonter Tiere ausspricht, wie im Koalitionsvertrag versprochen", sagte der Grünen-Europaabgeordnete Martin Häusling.