Grüne Europagruppe Grüne EFA

Erneuerbare Energien

25.06.2017

Agrokraftstoffe

Sinnvolle Verkehrskonzepte statt Raps- und Palmwüsten!
Food First!
Das Getreide, das benötigt wird, um den 95 Liter Tank eines SUV mit Ethanol zu füllen, würde einen Menschen ein Jahr lang ernähren. Der Ethanolverbrauch der USA im Jahre 2011 hätte bei durchschnittlicher Nahrungsaufnahme 400 Millionen Menschen ernähren können. Die Diskussion um Tank oder Teller muss aber nicht nur über Getreide geführt werden. Auch auf den Flächen, auf denen heute Palmölplantagen oder riesige Rapsfelder gedeihen, könnten Nahrungsmittel angebaut werden. Die Fläche wird knapp. Die Ärmsten der Armen stehen heute in direktem Wettbewerb um Ackerflächen mit gut verdienenden Autobesitzern. Neben der Fleischproduktion, setzt die Biomasseproduktion für den Tank die Weltagrarflächen für die Welternährung stark unter Druck. Schon 2011 haben daher zehn internationale Organisationen – darunter der internationale Währungsfond und die Weltbank - einen Appell an die G20-Regierungen gerichtet, Mindestquoten und Subventionen für Biokraftstoffe abzuschaffen.

Weiterlesen in meinem Positionspapier

Zu Ihrer Information hier das Papier zu Biomasse von EuroNatur und eine Kommentierungdesselben.

25.06.2017

Agrokraftstoffe - Chance auf Neuanfang verpasst

Straßburg -  Das Europäische Parlament hat an diesem Dienstag neue Regeln für Agrokraftstoffe beschlossen. Die Bestimmungen sollten die negativen Folgen der Nutzung von Anbauflächen für Kraftstoff mindern (1). Aber die nun beschlossenen Regeln gehen dafür nicht weit genug, sagt der agrarpolitische Sprecher der Grünen/EFA-Fraktion im Europäischen Parlament, Martin Häusling:

"Das Europäische Parlament hat die Chance verpasst, die Förderung von Agrokraftstoffen nachhaltig und sinnvoll zu gestalten. Dieser Beschluss bringt keine Verbesserung. In Zukunft werden sieben Prozent Anteil von Agrokraftstoffen der ersten Generation (zum Beispiel aus Raps-, Soja- oder Palmöl) im Kraftstoffmix zugelassen. Das ist eindeutig zu viel. Die Förderung von Biokraftstoffen hat außerdem zu Landnutzungskonflikten geführt. Eine Kehrtwende wäre deshalb dringend notwendig.

Schon lange ist klar, dass die angeblich klimaschützende Wirkung dieser Kraftstoffe auf falschen Annahmen basiert. Wissenschaftliche Studien belegen, dass Agrokraftstoffe das Klima sogar mehr belasten können als fossile Kraftstoffe. Wir brauchen deshalb eine komplett neue Bewertung der Agrokraftstoffe.
Außerdem hat die Mehrheit der EU-Abgeordneten es abgelehnt, die sogenannten indirekten Landnutzungsänderungsfaktoren (ILUC)  in die Nachhaltigkeitsbilanz der Kraftstoffe aufzunehmen. Dies ist höchst bedauerlich, weil es immer noch und wieder passiert, dass Flächen für Ackerbau gerodet werden, weil der Anbau von Lebensmitteln wegen neuen Feldern für Agrokraftstoffe verlagert werden muss.   

Was dem Klima wirklich helfen würde, wäre eine vollständige Überarbeitung unserer Verkehrs- und Mobilitätskonzepte. Nur wenn weniger Kraftstoff verbraucht wird, haben wir eine Chance auf einen nachhaltigen Umgang mit unseren Ressourcen und effektiven Klimaschutz."

(1)    Dabei geht es vor allem um die Berücksichtigung von sogenannten indirekten Landnutzungsänderungen. Darunter versteht man die Verdrängung von Nahrungspflanzen durch Pflanzen für Agrokraftstoffe. Sie werden zwar auf Flächen angebaut, die als nachhaltig zertifiziert sind. Durch die Verdrängen müssen aber Wald- oder Brachflächen in Ackerland umgewandelt werden. Dies bedingt enorme zusätzliche CO2-Emissionen.

Weitere Informationen:
Die Grünen/EFA im Europäischen Parlament - Martin Häusling
Tel. +32-2-284-5820, Fax +32-2-284-9820 Email: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

25.06.2017

Agrokraftstoffe und Klimaschutz: Neue Regeln verlängern Probleme mit Agrokraftstoffen

Brüssel - Der Umweltausschuss des Europäischen Parlaments hat an diesem Dienstag einem Kompromiss für neue Regeln für Agrokaftstoffe zugestimmt. Die neuen Bestimmungen sollten die negativen Folgen der Nutzung von Anbauflächen für Kraftstoff mindern (1). Der agrarpolitische Sprecher der Grünen/EFA-Fraktion im Europäischen Parlament, Martin Häusling, bezweifelt das:

"Dieser Kompromiss zwischen EU-Parlament und den Regierungen der EU-Mitgliedsstaaten bringt keine Verbesserung für den Umgang mit Agrokraftstoffen. Schon lange ist klar, dass die angeblich klimaschützende Wirkung dieser Kraftstoffe eine Fata Morgana ist. Wissenschaftliche Studien belegen, dass Agrokraftstoffe das Klima sogar mehr belasten können als fossile Kraftstoffe. Wir brauchen deshalb eine komplett neue Bewertung der Agrokraftstoffe. Die Chance auf eine verantwortliche Politik für Agrokraftstoffe hat die Mehrheit im Umweltausschuss heute verspielt.
Die Deckelung der Förderung von Agrokraftstoffen bei sieben Prozent reicht nicht aus. Die enorme Förderung von Agrokraftstoffen hat mit zur Zerstörung von Regenwald geführt. Die großzügige Deckelung wird diesen Raubbau weiter fördern. Außerdem wurden die indirekten Landnutzungsänderungen nicht in die Nachhaltigkeitsbilanz für die Förderung der Kraftstoffe einbezogen. Dies ist höchst bedauerlich.   
Was dem Klima wirklich helfen würde, wäre eine vollständige Überarbeitung unserer Verkehrs- und Mobilitätskonzepte. Nur wenn weniger Kraftstoff verbraucht wird, haben wir eine Chance auf einen nachhaltigen Umgang mit unseren Ressourcen und effektiven Klimaschutz."
Dabei geht es vor allem um die Berücksichtigung von sogenannten indirekten Landnutzungsänderungen. Darunter versteht man die Verdrängung von Nahrungspflanzen durch Pflanzen für Agrokraftstoffe. Sie werden zwar auf Flächen angebaut, die als nachhaltig zertifiziert sind. Durch die Verdrängen müssen aber Wald- oder Brachflächen in Ackerland umgewandelt werden. Dies bedingt enorme zusätzliche CO2-Emissionen.

 

25.06.2017

Bessere Verkehrskonzepte statt Pflanzen-Sprit!

Brüssel - Zu der heute im Umweltausschuss abgestimmten Änderung der Richtlinien über die Qualität von Kraftstoffen und Energie aus erneuerbaren Quellen erklärt Martin Häusling, agrarpolitischer Sprecher der Grünen/EFA im Europäischen Parlament:

„Die angeblich klimaschützende Wirkung, die einst als Argument für den massiven Ausbau der Biomassenutzung zur Treibstoffherstellung herhielt, muss heute in Frage gestellt werden. Viele wissenschaftliche Studien belegen inzwischen klar, dass Agrokraftstoffe das Klima insgesamt sogar mehr belasten können als fossile Kraftstoffe. "
Dies belegt auch ein Report der Rice-University der schon 2010 zu dem Schluss kam: “Es ist völlig unsicher, ob die jetzige Produktion von Agrokraftstoffen überhaupt irgendwelche Vorteile gegenüber konventionellen Treibstoffen bringt, wenn man Landnutzungsänderungen und Stickstoff- Emissionen mit einbezieht - hier vor allem Lachgas.“
Martin Häuslings Einschätzung ist deshalb eindeutig: “Klimafreundlich geht anders! Um wirklich zu nennenswerten CO2-Einsparungen zu kommen und das Klima zu schützen, müssen wir unser Mobilitätsverhalten und den internationalen Transportwahn kritisch überdenken. Bessere Verkehrskonzepte und mehr lokale Produktion könnten ein Vielfaches an CO2-Einsparung bewirken, ohne weitere Agrarflächen zu benötigen.
Vor diesem Hintergrund ist auch die vom Parlament erneut vorgeschlagene Deckelung der Förderung bei sechs Prozent des Transportenergieverbrauchs zu hoch angesetzt. Und auch die proklamierten Vorteile der Kraftstoffe der dritten Generation (Reststoffe, Algenproduktion), für die 2,5 Prozent der Förderung reserviert werden sollen, müssen kritisch bewertet werden. Denn die sogenannten Reste sind oft gar keine zur Verfügung stehenden Stoffe: Stroh ist kein Rest, sondern unverzichtbarer Humuslieferant auf dem Acker. Ein Einsatz zur Kraftstoffherstellung würde zu einem weiteren Humusverlust unserer Böden führen. Und auch Algen müssen mit Biomasse gefüttert werden, die irgendwo herkommen muss und dort womöglich fehlt.
Gegen die Einbeziehung indirekter Landnutzungsänderungen* (engl. ILUC) in die Nachhaltigkeitsbilanz kämpft die Agrokraftstofflobby seit Jahren massiv an. Der aktuelle Vorschlag des Parlaments will ILUC dennoch mit berücksichtigen. Das ist zu begrüßen. Allerdings muss die Berechnungsform überarbeitet und verbessert werden.“

* Von indirekter Landnutzungsänderung wird gesprochen, wenn Pflanzen für Agrokraftstoffe zwar auf Flächen angebaut werden, die als nachhaltig zertifiziert sind, dabei aber den Anbau von Nahrungspflanzen auf weitere Wald- oder Brachflächen verdrängen, so dass diese in Ackerland umgewandelt werden. Dies bedingt enorme zusätzliche CO2 Emissionen.

Weitere Informationen zu Agrokraftstoffen: hier.

25.06.2017

DENN SIE WISSEN, WAS SIE TUN

Wie nachhaltige Landwirtschaft aussehen könnte und warum wir sie noch nicht praktizieren“

14. August 2013 - Eine Studieim Auftrag von Martin Häusling, MdEP

Autoren: Dr. Andrea Beste und Stephan Börnecke

Weltweit nimmt der Druck auf die Fläche zu: Schon bald müssen Bauern neun Milliarden Menschen weltweit ernähren. Immer drängender werden die Fragen, welche Systeme der Land- und Bodennutzung dazu in der Lage sind, ohne die Grundlagen der Natur, auf der alle Ernährung beruht, zu zerstören.

Im Weltenretter-Gewand predigen Agrarfunktionäre seit Jahren das Wort von der Alternativlosigkeit zu maximierender Erträge, um dem Hunger in der Welt entgegen zu treten. Vielmehr sei zu hinterfragen, wie lange wir uns den Ökolandbau mit seinem angeblich unterlegenen Verhältnis von Flächenverbrauch zu Ertrag noch leisten können. In der Tat brauchen wir eine Intensivierung der Landwirtschaft, jedoch eine ökologische.

25.06.2017

DIE ERNTE DER HEUSCHRECKEN

Titelbild Ernte der HeuschreckenDAS WELTWEITE LANDGRABBING UND DIE VERANTWORTUNG EUROPAS

Autoren: Stephan Börnecke & Andrea Beste
März 2012 - Eine Studie Im Auftrag Von Martin Häusling, MEP


Heuschrecken ernten, während Andere Hungern
Die hier von Stephan Börnecke verfasste Broschüre DIE ERNTE DER HEUSCHRECKEN gibt einen Überblick über Ausmaß, Auswirkungen, Akteure und treibende Kräfte des weltweiten Landgrabbings. Sie macht deutlich, dass es einerseits dringend notwendig ist, international gültige und verbindliche Leitlinien der Nachhaltigkeit für Landkäufe zu entwickeln. Es wird aber andererseits auch deutlich, dass die Auswirkungen politischer Entscheidungen die wir in Europa treffen, genauer auf die weltweiten direkten und indirekten Folgen überprüft und gegebenenfalls geändert werden müssen.

25.06.2017

Euractiv - Anteil von Biosprit aus Lebensmittelpflanzen wird gedeckelt

euractiv- Der Anteil an Biokraftstoffen aus Raps, Soja oder Mais ist künftig gedeckelt. Das Plenum des EU-Parlaments hat dafür gestimmt, den Anteil von Biokraftstoffen der sogenannten ersten Generation auf sieben Prozent am gesamten Kraftstoffverbrauch festzulegen.

In der EU soll der Anteil von Biosprit aus Nahrungsmittelpflanzen künftig auf sieben Prozent des gesamten Kraftstoffverbrauchs begrenzt werden. Einem entsprechenden Kompromiss stimmte das Europaparlament am Dienstag nach langen und kontroversen Debatten zu. Keine Einigung gab es hingegen für ein verbindliches Ziel für die sogenannte zweite Generation von Biokraftstoffen, die vor allem aus Abfällen der Land- und Forstwirtschaft sowie aus Algen gewonnen werden.

Nach bisheriger Regelung müssen die EU-Staaten dafür sorgen, dass bis 2020 mindestens zehn Prozent der im Verkehrssektor verbrauchten Energie aus erneuerbaren Quellen stammen. Um dieses Ziel zu erreichen, setzten sie nicht zuletzt auf Biokraftstoffe aus Raps, Soja, Mais oder Palmöl. Diese Strategie wurde aber unter dem Stichwort "Teller gegen Tank" zunehmend kritisiert. Vor allem Entwicklungshilfeorganisationen warnten vor einem Ansteigen der Preise für Pflanzen, die für die menschliche Ernährung benötigt werden.

Im Europaparlament wollten vor allem Vertreter der Linken und Grünen eine drastische Reduzierung des Anteils von Biokraftstoffen der ersten Generation, die aus Nahrungsmittelpflanzen gewonnen werden, erreichen. Die Sozialdemokraten im Parlament hatten dafür eine Deckelung von 5,5 Prozent gefordert, konnten sich damit aber nicht gegen die konservative Mehrheit im Parlament durchsetzen. Der SPD-Umweltexperte Jo Leinen äußerte sich enttäuscht. "Damit werden künftig mehr Landschaftsflächen und auch Regenwälder für Autosprit genutzt, als wir uns gewünscht haben." Mit dem Votum sei eine "Chance auf Neuanfang" verpasst worden, kritisierte auch der Agrarexperte der Grünen, Martin Häusling.

Die Richtlinie tritt in Kraft, sobald sie im EU-Amtsblatt veröffentlicht wurde, was in einigen Wochen geschehen dürfte. Die EU-Staaten haben anschließend zwei Jahre Zeit, um sie in nationales Recht umzusetzen.

25.06.2017

Klimaschutz: Briefing und Hintergrundpapier zu Landwirtschaft und Klimawandel (LULUCF)

serveimageParis verpflichtet: Im Juli 2016 hatte die EU-Kommission Vorschläge unterbreitet, bisher nicht beteiligte Sektoren wie die Land- und Forstwirtschaft in die CO2-Minderungsziele einzubeziehen. Wir setzen uns auf europäischer Ebene dafür ein, dass der sogenannte LULUCF-Sektor (Landnutzung, Landnutzungsänderungen und der Forstwirtschaft) nicht als Verrechnungsstelle missbraucht wird, um Emmissions-Minderungsziele zu schwächen. Die Land- und Forstwirtschaft hat durchaus Klimaschutz-Potential, ist als Emittent aber zugleich verpflichtet, Sektoren-eigene Einsparziele zu erbringen.

Als Schattenberichterstatter meiner Fraktion setze ich mich im Agrarausschuss in den derzeitigen LULUCF-Beratungen vor allem gegen Flexibilisierungsmechanismen ein, mit denen sich andere Sektoren mittels Maßnahmen in der Land- und Forstwirtschaft freikaufen können.
Briefing zum parlamentarischen Bericht

Die Entscheidung über konkrete Maßnahmen im Bereich Land- und Forstwirtschaft überlässt die Kommission in ihrem Vorschlag den Mitgliedsländern. Dazu habe ich dieses Hintergrundpapierverfasst.

25.06.2017

Palmöl: Fluch für den Regenwald und das Klima - EP für schrittweisen Ausstieg

Nachhaltige Produktions- und Exportkriterien für Palmöl sowie der schrittweise Ausstieg aus der Pflanzenspritförderung sollen den Regenwald und in ihm lebende bedrohte Arten besser schützen. Dafür hat sich heute der Umweltausschuss des Europäischen Parlaments bei der Abstimmung über  einen Bericht zu den Themen Palmöl sowie Entwaldung von Regenwäldern ausgesprochen Martin Häusling, umweltpolitischer Sprecher der Grünen/EFA-Fraktion im Europäischen Parlament, kommentiert:

„Ein Großteil der Palmöl-Importe der EU, nämlich 46 Prozent, wird derzeit als Biokraftstoff verbrannt, wofür rund eine Million Hektar Land in den Tropen benötigt werden. Dieser  Anbau stellt ein ökologisches Desaster dar: Für die Palmölplantagen werden im großen Stil tropische Wälder hauptsächlich in Südostasien gerodet, jede Menge CO2 freigesetzt und Lebensräume bedrohter Arten zerstört. Aufgrund der steigenden Nachfrage rücken mittlerweile auch Zentral- und Westafrika in den Fokus der Plantagenbetreiber. Wir Grünen haben uns im Umweltausschuss deshalb für die Aufnahme eines stufenweisen Ausstiegs aus der Pflanzenspritförderung der EU im Bericht erfolgreich eingesetzt.

Palmöl ist außerdem ein weit verbreitetes Pflanzenöl in der Lebensmittelindustrie, das sich in fast jedem zweiten Supermarktprodukt befindet. Mit dem Kauf von alltäglichen Produkten wie Waschmittel, Seife und Schokoaufstrichen fördern wir zusätzlich die Zerstörung des Regenwaldes und seiner Lebensräume für Nashörner, Tiger und Orang-Utans.

Mit dem Bericht, den wir Grüne unterstützen, zeigt der Umweltausschuss eine klare Haltung für den Schutz des Regenwaldes und fordert, dass Palmöl nur aus nachhaltiger Produktion in die EU importiert werden darf. Geregelt werden soll das durch verpflichtende Mindeststandards für den Anbau von Palmöl und ein Nachhaltigkeitszertifikat für Produzenten und Händler von Palmöl, welches über die aktuell bekannten weit hinausgehen muss. Wir Grünen fordern außerdem, dass es keine EU-Investitionen in nicht nachhaltige Palmölprojekte mehr geben darf.

Nachdem der Bericht heute im Umweltausschuss positiv abgestimmt wurde, erwarte ich ein ebenso gutes Ergebnis für die Abstimmung im Plenum im April. Dann ist die EU-Kommission an der Reihe, aus der wichtigen Initiative eine Gesetzgebung vorzulegen.“

weitere Informationen:

• PM: EU-Parlament erhöht mit Initiativbericht den Druck für Initiativen gegen Urwald vernichtenden Palmöl-Anbau

Entwurf des EP-Berichtes über Palmöl und die Entwaldung von Regenwald, 3. 11. 2016

Studie der Umweltorganisation Transport &Environment über Palmöl im Tank, Nov. 2016

• Greenpeace Magazin (06/16) „Die Spur des Palmöls”

• Film „Landraub“ über Akteure sowie Ursachen und Folgen des Palmöl-Anbaus

25.06.2017

Palmöl: Schluss mit dem Verheizen der Regenwälder!

Ein Ausstieg aus der Verwendung von Palmöl als Agrosprit und nachhaltigere Produktions-  sowie Exportkriterien dieser Pflanzen sollen den Regenwald und in ihm bedrohte Arten besser schützen. Dafür haben sich am heutigen Dienstag die Abgeordneten im Europäischen Parlament bei der Abstimmung über einen Initiativbericht über Palmöl und die Entwaldung der Regenwälder ausgesprochen. Martin Häusling, umwelt- und agrarpolitischer Sprecher der Grünen/EFA-Fraktion im Europäischen Parlament kommentiert:

"Mit dem Bericht zeigt das Europäische Parlament klare Kante für den Schutz des Regenwaldes und fordert, dass Palmöl spätestens 2020 nicht mehr als Bestandteil von Agrosprit in der EU verwendet werden darf. Gegenwärtig verbrennt die EU 46 Prozent der Palmöl-Importe als Pflanzenkraftstoff, wofür rund eine Million Hektar Land in den Tropen benötigt werden. Dabei ist der Anbau ein ökologisches Desaster: Für die Palmölplantagen werden im großen Stil tropische Wälder hauptsächlich in Südostasien gerodet, jede Menge CO2 freigesetzt und Lebensräume bedrohter Arten zerstört. Bisher stammen gerade mal 0,1 Prozent des weltweit produzierten Palmöls aus ökologischem Anbau.
Palmöl soll nur noch aus wirklich nachhaltiger Produktion in die EU importiert werden dürfen. Geregelt werden soll das durch verpflichtende Mindeststandards für den Anbau von Palmöl und ein umfassendes und verbindliches Nachhaltigkeitszertifikat für Produzenten und Händler. Wir fordern außerdem, dass es keine weiteren EU-Investitionen in nicht nachhaltige Palmölprojekte geben darf.
Wir fordern die EU-Kommission auf, schnellstmöglich entsprechende Gesetzesvorschläge zu machen, um den noch verbleibenden Regenwald zu schützen und dieses ökologische Desaster zu beenden.“

 

Weitere Informationen:

-      Positionspapier zu Landraub

-      Positionspapier Biokraftstoffe

-      Greenpeace Magazin (06/16) „Die Spur des Palmöls

-      Entwurf des EP-Berichtes über Palmöl und die Entwaldung von Regenwald, 3. 11. 2016

25.06.2017

Schädliche Teersandöle bekommen vereinfachten Marktzugang

Straßburg -  An diesem Mittwoch ist eine umstrittene neue Kraftstoffrichtlinie vom Europäischen Parlament abgesegnet worden. Diese Richtlinie wird den Verkauf von Teersandölen in der EU erleichtern, weil sie keine separate Methode zur Erfassung von Treibhausgasen enthält, die durch den Abbau von Teersandölen freigesetzt werden (1). Für eine Zurückweisung dieses Richtlinienvorschlags wäre eine absolute Mehrheit nötig gewesen, die Abstimmung im Parlament ergab jedoch nur eine einfache Mehrheit. Martin Häusling, Mitglied im Umweltausschuss des europäischen Parlaments, kommentiert das Abstimmungsergebnis:

„Mit dieser Abstimmung haben wir Teersandölen die Tür nach Europa geöffnet. Die Ölgewinnung aus Teersand ist eine schmutzige und zutiefst klimaschädigende Angelegenheit. Wenn die EU es mit dem Klimaschutz ernst meint, darf sie nicht gleichzeitig den Import von Teersandölen begünstigen.   

Teersandöle haben rein gar nichts damit zu tun, die Energieversorgung in der EU zu sichern. Die Richtlinie ist darauf ausgelegt, die kanadische Regierung im Zusammenhang mit dem Handelsabkommen CETA, das die EU zurzeit mit Kanada aushandelt, milde zu stimmen. Europäische Gesetzgebung darf sich nicht an kanadischen Bedürfnissen orientieren. Wir brauchen diesen schädlichen Treibstoff in Europe nicht und sollten seine Erzeugung auch nicht unterstützen.

Die EU-Richtlinie zur Kraftstoffqualität war eine von fünf legislativen Maßnahmen, die die EU Ende 2008 als Teil ihres Klima- und Energiepaketes verabschiedet hat. Es ist eine entscheidende Gesetzgebung, die Luftverunreinigungen bis 2020 und darüber hinaus substantiell eindämmen soll. Durch das heutige Abstimmungsergebnis verliert das Klima- und Energiepaket eine wichtige Komponente zur Reduzierung von Treibhausgasen."

(1) Die EU-Richtlinie zur Kraftstoffqualität verpflichtet die Produzenten, die Treibhausgasemissionen von Kraftstoffen bis 2020 um sechs Prozent zu verringern (im Vergleich zu 2010). Ursprünglich sollte es für Teersandöle eine gesonderte Berechnungsgrundlage geben. Dies wird nun abgeschafft, wodurch die Werte für Teersandöle erheblich verbessert werden und die Einfuhr dieser Öle auf den europäischen Markt erheblich vereinfacht wird.

25.06.2017

TAZ - Kompromiss beim Sprit vom Acker

TAZ- LANDWIRTSCHAFT Die EU einigt sich darauf, bis zu sieben Prozent Kraftstoffe aus Raps & Co zu fördern

BRÜSSEL dpa | In der EU soll die Nutzung von Agrosprit gedeckelt werden. Am Dienstag stimmte der Umweltausschuss im Europaparlament dafür, Kraftstoffe aus Nahrungspflanzen wie Raps oder Soja bis zu einer Grenze von 7 Prozent des gesamten Energieverbrauchs im Verkehr zu fördern. Die EU-Staaten und das Plenum des Europaparlaments müssen noch zustimmen - das gilt aber als Formalie.

Der emissionsärmere Sprit vom Acker soll der EU helfen, ihre Klimaziele zu erreichen. Bis 2020 will sie insgesamt 10 Prozent der Energie im Transportbereich aus erneuerbaren Quellen generieren. Allerdings sind Rapsdiesel und Co umstritten, weil der Anbau der Kreuzblüter, von Mais oder Soja für die Spritproduktion Flächen belegt, auf denen sonst Nahrungsmittel gewonnen werden könnten. Für neues Ackerland muss Wald gerodet werden, was wiederum den Klimawandel beschleunigt. Eine Alternative ist Sprit aus Algen, Pflanzenresten oder Klärschlamm, dessen Anteil bislang unter 1 Prozent liegt.

Die 7 Prozent konventionellen Agrokraftstoffs, die sich die Mitgliedsstaaten nun anrechnen lassen dürfen, sind ein relativ schlechter Deal. Die EU-Kommission hatte für 5 Prozent plädiert - so viel machen sie heute bereits aus.

Der Umweltexperte der Europäischen Volkspartei, Peter Liese, wertete die Regelung als gelungenen Mittelweg: Es gebe "Vertrauensschutz", weil die Hersteller weiter Biokraftstoff verkaufen könnten, "aber wir steuern für die Zukunft um". Der Verband der Deutschen Biokraftstoffindustrie zeigte sich erleichtert.

Die Grünen im Europaparlament sprachen dagegen von einer "verspielten Chance". Martin Häusling, der agrarpolitische Sprecher der Fraktion, wies darauf hin, dass die bisherige "enorme Förderung von Agrokraftstoffen mit zur Zerstörung von Regenwald geführt" habe.

25.06.2017

Vortrag bei FÖL Brandenburg

Wie nachhaltige Landwirtschaft aussehen könnte, und warum wir sie noch nicht praktizieren" (ca. 27 min.)

im Rahmen der Gründungsveranstaltung und Fachtagung des Aktionsbündnisses Agrarwende Berlin-Brandenburg

25.06.2017

WDR - Wir tanken Regenwald – Die Lüge vom Öko-Diesel

160713 WDR Palmöl Biodiesel43:42 Min. Verfügbar bis 13.07.2017

O-Ton ab 15 min. und 42 min.